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Frühaufsteher : Dax startet sehr schwach - Ansatz zu „Ausverkauf“

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Alle 30 deutschen Standardwerte im Minus: Der Dax verliert schon im Anfangsgeschäft drei Prozent und fällt unter 7100 Punkte. Das ist der tiefste Stand seit April 2007. Die Angst vor einer Rezession lässt die Märkte nicht los.

          Der deutsche Aktienmarkt startet sehr schwach in die neue Woche. Bis 9.48 Uhr gibt der Leitindex um 3,2 Prozent oder 235 Zähler auf 7.079 Punkte nach. Angesichts dessen sprechen Händler sogar von einem Ansatz zu einem „Ausverkauf“.

          Als belastend erweisen sich insbesondere die schwachen Vorgaben aus Asien. Im weiteren Handelsverlauf sehen Händler nur begrenztes Erholungspotenzial, da am Berichtstag aufgrund des Feiertages in den Vereinigten Staaten ein wichtiger Impulsgeber fehle. Wichtige Konjunkturdaten stehen ebenfalls nicht an.

          Wie erwartet geraten Bankentitel nach Berichten über weiteren Abschreibungs- oder Kapitalbedarf von Landesbanken sowie zahlreiche negative Analystenstimmen unter deutlichen Abgabedruck. Commerzbank leiden mit minus 4,9 Prozent auf 20,10 Euro als bislang schwächster Bankwert unter einer Herabstufung auf „Hold“ von „Buy“ seitens der Deutschen Bank, die ihrerseits 3,4 Prozent auf 75,72 Euro nachgibt.

          Der momentan größte Dax-Verlierer ThyssenKrupp wird ex Dividende gehandelt und verliert 5,4 Prozent auf 33,86 Euro. Der Verkauf eines Teils der Automobilzuliefersparte dürfte dagegen keinen Einfluss auf den Aktienkurs haben.

          Siemens steht mit einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung im Blick. Der Markt warte auf Informationen, in welcher Höhe die Strafzahlungen ausfallen könnten. Die Aktie fällt um 4,1 Prozent auf 88,19 Euro. MAN rutschen um 3,9 Prozent auf 82,82 Euro. Vor Handelsstart hieß es noch, die Aktie könnte von Medienberichten um ein vorzeitiges Ausscheiden des Scania-Vorstandschef gestützt werden.

          Händler erwarteten sich da noch positive Impulse für MAN von neuen Spekulationen hinsichtlich einer Allianz mit Scania und VW. Deutsche Telekom verlieren 1,2 Prozent auf 14,89 Euro und halten sich damit besser als der Gesamtmarkt trotz der schwachen amerikanischen Vorgaben: Die amerikanischen Telekoms gaben am Freitag um 3,5 Prozent nach und damit stärker als der Gesamtmarkt. Händler äußerten sich außerdem kritisch über den von der Telekom gewählten Zeitpunkt des Verkaufs der Gebäudemanagement-Sparte.

          Investoren am Aktienmarkt werden sich nach Einschätzung von Börsianern in der neuen Woche warm anziehen müssen. „Die Flut schlechter Nachrichten setzt die Aktienmärkte weiter unter Druck“, prognostiziert Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

          Die Vorgaben insbesondere aus Asien waren schlecht. So hat der Nikkei-225-Index am Morgen mit minus 3,86 Prozent auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2005 geschlossen. Auch der Dow Jones Industrial Average (DJIA) hatte am Freitag nach Xetra-Schluss noch rund 56 Punkte verloren und etwas schwächer geschlossen. Wichtige Konjunkturdaten stehen nicht auf der Agenda.

          Siemens im Fokus wegen drohender Milliardenstrafe

          Siemens könnten am Montag nach einem Pressebericht unter Druck geraten. Laut „WirtschaftsWoche“ halten inzwischen Aufsichtsratsmitglieder des Industriekonzerns selbst eine Strafe in Höhe von bis zu vier Milliarden Euro nicht mehr für ausgeschlossen. Bislang überwog laut internen Quellen bei Siemens die Hoffnung, mit der Zahlung von einer Milliarde Euro davonzukommen. „Der Bericht dürfte sich negativ auf den Kurs auswirken“, lautete das Fazit eines Händlers.

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