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Frühaufsteher : Dax schiebt Rezessionsängste beiseite und legt deutlich zu

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die Angst vor einer Rezession ist an den Finanzmärkten etwas zurückgegangen. Grund dafür war das jüngste Beige Book der amerikanischen Notenbank. Nach den starken Kursverlusten der Vortage eröffnete der Dax deutlich höher.

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          Die deutschen Aktien sind am Donnerstag nach zuletzt deutlichen Verlusten etwas fester gestartet. Der Dax gewann im frühen Handel 0,69 Prozent auf 7523 Zähler. Für den MDax ging es um 1,73 Prozent auf 8678 Zähler nach oben. Der TecDax kletterte um 2,88 Prozent auf 833 Punkte.

          Infineon Technologies führten mit einem Kursgewinn von 6,06 Prozent auf 6,83 Euro den Dax an. adidas-Papiere gehörten mit plus 2,30 Prozent auf 41,75 Euro ebenfalls zu den Favoriten. Börsianer verwiesen auf die von dem Sportartikelhersteller bekräftigte Prognose für das Geschäftsjahr 2008. Im MDax erholten sich die Papiere von GILDEMEISTER um 5,59 Prozent auf 11,35 Euro von den kräftigen Vortagesverlusten. ADVA-Aktien ragten im TecDax mit plus 9,36 Prozent auf 2,57 Euro heraus. Marktteilnehmer sahen auch dies im Kontext des positiven Umfelds.

          Der Dax könnte am Donnerstag seine bislang negative Wochenbilanz aufbessern und Verluste wettmachen. „Es sieht nach einer Erholung aus. Es gibt Käufe durch alle Branchen“, sagte ein Händler vor Börsenbeginn. „Dafür gibt es allerdings keinen tieferen Grund. Möglicherweise wirkt das Beige Book der Fed mit der Hoffnung, dass es in den Vereinigten Staaten doch keine Rezession gibt.“

          Die amerikanischen Börsen hatten am Mittwoch nach den herben Verlusten vom Vortag ihre Talfahrt allerdings fortgesetzt. Enttäuschende Geschäftszahlen vom weltgrößten Chiphersteller Intel hatten erneut die Furcht vor einer Rezession geschürt.

          Die Papiere der Deutschen Börse lagen vor Handelsbeginn 2,7 Prozent im Plus. Händlern zufolge profitieren die Titel von einer Anlageempfehlung der Credit Suisse, die Experten nahmen die Papiere auf ihre „European Focus List.“

          Ebenfalls zulegen konnten vorbörslich im MDax die Aktien von Tognum. Tognum erwartet für 2008 einen Gewinn je Aktie von mehr als zwei Euro nach prognostizierten 1,55 bis 1,65 Euro 2007. Im vorbörslichen Geschäft des Handelshauses Lang& Schwarz lagen die Papiere rund sechs Prozent höher.

          „Angesichts der überverkauften Situation sollten sich deutsche Aktien erholen können“, sagte Heino Ruland von FrankfurtFinanz Partner. Der Dow Jones hatte zwar am Vorabend seinen Erholungsversuch im späten Handel abgebrochen und leicht im Minus geschlossen. Im Vergleich zum Xetra-Schluss verlor er 16 Punkte. Nachbörslich kletterte der Dow-Future aber um 60 Punkte nach oben.

          Porsche sind am Donnerstag im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz im freundlichen Markt um überdurchschnittliche 1,60 Prozent auf 1.183,80 (Xetra-Schluss: 1.165,00) Euro gestiegen. Mit dem jetzt absehbaren neuen VW-Gesetz wären die Rechte Porsches im Vergleich zu Großaktionären anderer Konzerne weiterhin eingeschränkt, schreibt die „Financial Times Deutschland“. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte aber schon am Vortag bekannt gegeben, auch künftig bei Europas größtem Autokonzern Volkswagen (VW) keine Entscheidungen gegen den Willen der Arbeitnehmer über die Verlagerung von Produktionsstätten zu fällen. „Somit enthält der 'FTD'-Artikel eigentlich nichts neues“, sagte ein Händler. Porsche dürfte sich ohnehin in der Politik abgesichert haben.

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