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Frühaufsteher : Dax schiebt Bedenken und Bernanke beiseite

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke hat ein düsteres Bild von den Konjunkturaussichten in Amerika gezeichnet. Der Dax nahm diese schlechte Vorlage jedoch nicht auf und eröffnete mit höheren Kursen.

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          Der Dax hat am Freitag mit leichten Kursgewinnen in den Handel eingesetzt. Nach schwächeren Vorgaben aus den Vereinigten Staaten und Asien stützte Händlern zufolge der Fälligkeitstermin für Aktien- und Index-Optionen.

          Der Dax notierte mit 6976 Punkten nach wenigen Minuten 0,2 Prozent höher. Die Aktien der Postbank legten zunächst 1,5 Prozent zu, drehten dann aber leicht ins Minus. Die Post-Tochter hatte mit ihrer Bilanz in etwa im Rahmen der Erwartungen gelegen.

          Börsianer blieben dennoch skeptisch. Sie verwiesen dennoch auf negative Vorgaben aus dem amerikanischen Handel nach einer Rede des amerikanischen Notenbankchefs Ben Bernanke, der die Konjunktur erst zum Jahresende 2008 wieder anziehen sieht.

          Die asiatischen Märkte zeigten sich indes uneinheitlich: Während sich der Nikkei 225-Index letztlich kaum veränderte, legte der Hang Seng Index zuletzt um 0,20 Prozent zu.

          Postbank legt Zahlen vor

          Im Fokus stehen im Dax zunächst die vorgezogenen Zahlen der Postbank, bevor am Nachmittag zahlreiche Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten für neue Impulse sorgen werden. Die Postbank hat die Finanzmarktkrise trotz eines Gewinneinbruchs im Schlussquartal bislang besser weggesteckt als mancher Wettbewerber und 2007 deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Im Zusammenhang mit der Subprime-Krise verzeichnete die Postbank vergleichsweise geringe Wertminderungen in Höhe von insgesamt 112 Millionen Euro - 61 Millionen davon waren bereits im dritten Quartal angefallen. Die Dividende bleibt bei 1,25 Euro. In einer ersten Händlereinschätzung hieß es, die Zahlen seien sowohl im vierten Quartal als auch im Gesamtjahr wie erwartet ausgefallen. Ein Analyst sah die Erwartungen insgesamt leicht übertroffen.

          Aktien von Bayer könnten ebenfalls Aufmerksamkeit finden. Händler verwiesen auf Medienberichte, wonach ein schnellerer Vermarktungsstopp des umstrittenen Herzmittels Trasylol durch die amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA nach Angaben eines amerikanischen Mediziners 22.000 Patienten das Leben hätte retten können. Der Chemie- und Pharmakonzern hat die Trasylol-Vermarktung im November 2007 vorübergehend weltweit ausgesetzt. Zudem habe Bayer im September 2006 den amerikanischen Behörden bei einer Diskussion einer belastenden Studie eigene Forschungserkenntnisse vorenthalten. „Sicher keine erfreulichen Neuigkeiten“, sagte ein Börsianer. Gegen Bayer seien bereits mehrere Klagen im Zusammenhang mit Trasylol anhängig. Ihre Anzahl könnte steigen, sollte Bayer wirklich Informationen zu spät weitergeleitet haben.

          Im MDax stehen IKB-Titel weiter im Blick. Laut Medien könnte das neueste Rettungspaket rund 2,2 Milliarden Euro kosten und damit deutlich mehr, als mit 1,5 Milliarden Euro von der Bundesregierung berechnet. Dies beinhalte bereits Einnahmen von 700 Millionen Euro aus dem Verkauf des 43,4-Prozent-Anteils der staatlichen KfW an der IKB. „Aber wie kann Finanzminister Steinbrück 700 Millionen Einnahmen erwarten, wenn die gesamte IKB derzeit noch eine Marktkapitalisierung von weniger als 600 Millionen Euro hat?“, fragte der Händler sich.

          Auch Papiere von Continental sollten im Auge behalten werden. Der Autozulieferer hat Zeitungsangaben zufolge nach der Übernahme des Rivalen Siemens VDO nun den Abbau von rund 2.000 Stellen ins Auge gefasst. Dies berichtet die „Financial Times Deutschland“ unter Verweis auf das Konzernumfeld. „Da normalen Fluktuationen der Vorzug gegeben wird, dürfte die finanzielle Belastung zu vernachlässigen sein“, kommentierte ein Händler. Die Anleger erwarteten aktuell allerdings eine Gewinnwarnung des Unternehmens. Mehr Klarheit verspricht der Händler sich von der Bilanzpressekonferenz am kommenden Mittwoch.

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