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Frühaufsteher : Dax nach leichterem Start erholt

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Belastet von einem Mix aus schlechten Nachrichten ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag zunächst leichter gestartet, macht den verloren gegangenen Boden aber im Verlauf der ersten Handelsstunde fast vollständig wieder wett.

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          Belastet von einem Mix aus schlechten Nachrichten ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag zunächst leichter gestartet, macht den verloren gegangenen Boden aber im Verlauf der ersten Handelsstunde fast vollständig wieder wett. Neben dem unverändert hohen Ölpreis, dem nach wie vor starken Euro sowie den Auswirkungen der Berichtssaison in den Vereinigten Staaten haben auch unternehmensspezifischen Faktoren vorübergehend für Abgabedruck gesorgt, der sich allerdings als leichter als zunächst befürchtet erweist.

          Der Dax sinkt um 0,1 Prozent auf 6.780 Punkte. Noch widerstandsfähiger als die deutschen Standardtitel zeigen sich die heimischen Technologiewerte. Der TecDax steigt um 0,4 Prozent auf 826 Zähler. Der MDax gibt um 0,2 Prozent oder 17 auf 9.130 Stellen nach.

          Unter den Dax-Werten weisen Infineon im frühen Geschäft besonders kräftige Kursausschläge auf. Nach einem Minus von zeitweise knapp 4 Prozent haben die Papiere des Münchener Halbleiterherstellers ins Plus gedreht und setzen sich mit einer Zunahme um 2,4 Prozent auf 5,14 Euro an die Spitze der Gewinner. Grund für die Achterbahnfahrt ist die Entscheidung des Münchener Halbleiterherstellers, seine verlustträchtige Tochter Qimonda aus der Kernbilanz zu nehmen und daher rund eine Milliarde Euro auf den Buchwert abzuschreiben.

          Laut Heino Ruland, Analyst bei FrankfurtFinanz, wird das Infineon-Ergebnis dadurch zwar mit 1,33 Euro je Aktie belastet. Allerdings scheinen die Anleger der Tatsache, dass Infineon nunmehr „reinen Tisch“ in Sachen Qimonda machen will, eine höhere Bedeutung beizumessen.

          Die rote Laterne haben wie so oft in den zurückliegenden Handelstagen die Aktien der Deutschen Börse. Marktteilnehmer verweisen zur Begründung weiterhin auf den anhaltenden Margendruck durch außerbörsliche Handelsplattformen. Nach der mit einem Anstieg
          um 95 Prozent außergewöhnlich guten Entwicklung der Papiere im vergangenen Jahr falle dieses Thema auf einen nur zu fruchtbaren Boden und werde zu fortgesetzten Gewinnmitnahmen genutzt. Für die Papiere geht es um 1,4 Prozent auf 88,90 Euro nach unten.

          Im TecDax verlieren Software AG 3,5 Prozent, nachdem die Lizenzeinnahmen im ersten Quartal schwächer als erwartet ausgefallen sind.

          Rentenmärkte: Kurzfristig leichte Kursgewinne

          Am deutschen Rentenmarkt rechnen Experten am Dienstag mit leichten Kursgewinnen. Das jüngste Nothilfepaket der Bank of England für den britischen Banken-Sektor zeige, dass die Liquiditätslage im europäischen Bankensystem wieder angespannter sei, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. „Unter dem Strich erwarten wir hiervon heute eine stabilisierende Wirkung und für den Bund-Future eine gut behauptete Tagestendenz.“ Die HSH Nordbank-Experten erwarten den Bund-Future in einer Handelsspanne zwischen 113,90 und 114,65 Punkten. Im frühen Handel liegt der Bund-Future mit einem Plus von 13 Stellen bei 114,19 Prozent.

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