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Frühaufsteher : Dax kann Kursgewinne nicht halten

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Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Der Dax ist am Donnerstagmorgen vorübergehend auf ein neues Monatshoch gestiegen, kurz danach aber wieder zurückgekommen und inzwischen ins Minus gerutscht. Dafür ist unter anderem der Ifo-Index verantwortlich, der schwächer als erwartet ausfiel.

          Der Dax ist am Donnerstagmorgen vorübergehend auf ein neues Monatshoch gestiegen, kurz danach aber wieder zurückgekommen und inzwischen ins Minus gerutscht. Dafür ist unter anderem der Ifo-Index verantwortlich, der schwächer als erwartet ausfiel.

          Kurz nach der Veröffentlichung dieser Daten liegt der Dax mit einem Minus von 0,42 Prozent bei 6.508 Zählern.

          Ifo-Geschäftsklima fällt auf niedrigsten Stand seit September 2005

          Das Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands hat sich im Juli deutlich eingetrübt. Wie das Münchener Ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Donnerstag im Rahmen seines monatlichen Konjunkturtests mitteilte, fiel der Geschäftsklimaindex auf 97,5 Punkte, nachdem er im Juni 101,2 betragen hatte. Der Index sank damit auf den niedrigsten Stand seit September 2005 und weist auf eine deutliche Konjunkturabkühlung hin. Volkswirte hatten für Juli einen Indexstand von 100,2 Punkten vorhergesagt.

          Der Index zur Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fiel den Angaben zufolge auf 105,7 (Juni: 108,3) Punkte. Die Komponente für die Geschäftserwartungen nahm zudem auf 90,0 (94,6) ab, dies war der niedrigste Stand seit November 2002. Die Indexergebnisse basieren auf einer Umfrage unter rund 7.000 Unternehmen der Bereiche verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe sowie Groß- und Einzelhandel.

          Das Ifo Institut verwies angesichts der Umfrageergebnisse darauf, dass der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland zu Ende gehe. Dabei verschlechterte sich in allen betrachteten Sektoren die Stimmung. Für das verarbeitende Gewerbe fiel der entsprechende Saldenindex im Juli auf plus 2,1 von plus 8,1 im Juni. Sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen trübten sich ein. Das Exportgeschäft werde zudem nach Ansicht der Industrieunternehmen nicht mehr ganz so stark expandieren, erklärte das Ifo. Auch lasse die Einstellungsbereitschaft in der Industrie nach.

          Im Bauhauptgewerbe fiel der Saldenindex auf minus 23,3 (Juni: minus 19,0), hier verschlechterte sich die Einschätzung der gegenwärtigen Situation und der Geschäftserwartungen ebenfalls. Deutlich eingetrübt war das Geschäftsklima auch im Einzelhandel (minus 20,4 nach minus 6,7) und im Großhandel (minus 7,3 nach plus 2,0). Die Handelsunternehmen bewerteten laut Ifo Institut sowohl ihre momentane Geschäftslage als auch die Aussichten für die nächsten sechs Monate pessimistischer als im Juni.

          Bund-Future Behauptet erwartet - Blick auf den Ifo-Index

          Der deutsche Anleihemarkt wird sich nach Einschätzung von Experten am Donnerstag behauptet entwickeln. „Das Highlight in der Eurozone sind am Donnerstag die Geschäftsklimaindizes, allen voran der Ifo Geschäftsklimaindex“, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Der Ifo-Index sollte sich weiter abschwächen. Im Tagesverlauf sollten jedoch wieder die gestiegenen Inflationsgefahren die Oberhand am Markt gewinnen. Die Experten erwarten eine Handelsspanne beim Bund-Future von 109,50 bis 110,50 Punkten. Im frühen Handel liegt der Bund-Future mit einem Plus von 20 Stellen bei 110,17 Prozent.

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