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Frühaufsteher : Dax fällt unter 6900 Punkte - RWE-Aktie bricht ein

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die Rezessionsängste in Amerika sind wieder allgegenwärtig. Das hat den Dax sofort um rund ein Prozent gedrückt. RWE verloren stark an Wert, weil Ergebnis für 2007 und der Ausblick für 2008 und die folgenden Jahre dürftig ausfielen.

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          Die erneut aufgeflammte Rezessionsangst an den amerikanischen Börsen hat am Freitag den deutschen Aktienmarkt ins Minus gedrückt. Der Dax verlor in den ersten Handelsminuten 0,8 Prozent auf 6850 Punkte, nachdem er am Vortag mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent geschlossen hatte.

          RWE verbuchten mit einem Minus von über fünf Prozent die deutlichsten Verluste im Dax. Die vom Energiekonzern für 2007 vorgelegten Zahlen seien allesamt etwas schlechter als erwartet ausgefallen, sagte ein Börsianer. Im Schlepptau von RWE fielen auch Eon zurück. Der Titel gab um 2,3 Prozent nach.

          Im MDax schaffte es die Aktie von Hugo Boss, sich mit einem Plus von 1,5 Prozent gegen die Kursverluste am Gesamtmarkt zu stemmen. Händlern zufolge haben die Analysten der UBS den Titel zum Kauf empfohlen. Dagegen drückte eine Herabstufung Q-Cells im TecDax um sechs Prozent ins Minus.

          Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) hat am Vorabend wegen Rezessionsängsten im Vergleich zum Xetra-Schluss noch 120 Punkte abgegeben und schwach geschlossen - der Future stand am Morgen weitere 14 Punkte im Minus. Der Nikkei-225-Index schloss mit minus 1,37 Prozent. RWE stehen mit Zahlen im Fokus, die einem Händler zufolge auf den ersten Blick enttäuschten.

          RWE verfehlt beim Ergebnis Analystenerwartungen

          RWE stehen mit Zahlen im Fokus, die einem Händler zufolge auf den ersten Blick enttäuschten. „Enttäuschende Zahlen für 2007 und auch der vorsichtige Ausblick dürften weiter auf die Aktien drücken“, sagte ein Börsianer in einer ersten Einschätzung. Ganz überraschend kommen einem anderen Händler zufolge die unter den Erwartungen liegenden Ergebnisse allerdings nicht. Die Dividendenankündigung habe bereits deutlich unter den Prognosen gelegen und somit ein enttäuschendes Ergebnis signalisiert. Dennoch bleibe der schwache Ausblick und auch der Börsianer erwartet Kursverluste.

          Der Energiekonzern RWE hat bei stagnierendem Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr sein betriebliches Ergebnis weniger stark gesteigert als von Analysten erwartet. Bei Erlösen von 42,507 Milliarden Euro sei das betriebliche Ergebnis 2007 um knapp 15 Prozent auf 6,520 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Essener Konzern am Freitag mit. Damit verfehlte der Versorger die Prognose von Analysten. Diese hatten RWE ein betriebliches Ergebnis von 6,893 Milliarden Euro zugetraut. Der Konzern kündigte an, im laufenden Jahr das betriebliche Ergebnis mindestens halten zu wollen und das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis um über zehn Prozent zu verbessern.

          Zudem will RWE sein Wachstum in den kommenden Jahren mit massiven Investitionen, dem Markteintritt in neue Länder und dem Ausbau des Ökostromgeschäfts vorantreiben. Bis 2012 wolle der Versorger mehr als 30 Milliarden Euro investieren und das betriebliche Ergebnis jährlich um durchschnittlich fünf Prozent verbessern. Als neue Wachstumsmärkte hatte RWE bereits die Türkei und Griechenland ausgemacht.

          Führungswechsel bei Infineon?

          Infineon stehen mit Spekulationen auf einen Führungswechsel im Blick. Laut „Süddeutsche Zeitung“ wackelt bei dem Chiphersteller nach den jüngsten hohen Verlusten der Stuhl des Vorstandschefs Wolfgang Ziebart. Teile des Aufsichtsrats suchten einen Nachfolger, erste Namen würden gehandelt, berichtet die Zeitung. „Ziebart ist eigentlich nicht schlecht - aber die Probleme bei Infineon sind dennoch ungelöst und mit einem neuen Chef könnte auch die Fantasie auf eine schnellere Qimonda-Abspaltung steigen“, sagte in Händler. Außerdem wirke eine Verbesserung der Book-to-Bill-Ratio in der nordamerikanischen Halbleiterindustrie positiv.

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