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Frühaufsteher : Ausverkauf an den Börsen

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Positiv wurde dagegen die Übernahme von Wachovia durch Wells Fargo bewertet. „Der Deal funktioniert ohne staatliche Hilfe. Der Markt löst das Problem also selbst“, kommentierte ein Händler den überraschenden Coup. So stach Wells Fargo mit der Transaktion die Citigroup aus, die ebenfalls mit der angeschlagenen Wachovia über einen Zusammenschluss verhandelt hatte. Zur Finanzierung will Wells Fargo neue Aktien im Wert von 20 Milliarden Dollar ausgeben.

Der Zusammenschluss soll per Aktientausch durchgeführt werden, der Wachovia mit 7 Dollar je Aktie oder insgesamt 15,4 Milliarden Dollar bewertet. Dabei will Wells Fargo unter anderem gefährdete Wertpapiere im Wert von 10 Milliarden Dollar auf ihre Bücher nehmen. Wachovia gewannen mit der Nachricht 59 Prozent auf 6,21 Dollar, während Wells Fargo nach anfänglichen Aufschlägen noch um 1,7 Prozent auf 34,56 Dollar fielen. Citigroup waren mit einem Minus von 18,4 Prozent auf 18,35 Dollar der mit Abstand schwächste Wert im Dow. Gesucht waren im Dow dagegen defensive Pharmatitel wie Merck mit einem Plus von 2,2 Prozent und Pfizer mit plus 1,1 Prozent. Auch Wal-Mart legten um 1,5 Prozent zu.

Amerikanische Anleihen notieren nach später Rally etwas fester

Etwas fester notieren die amerikanische Anleihen am Freitag im späten Geschäft des New Yorker Handels. Gestützt von kräftigen Kursverlusten an den Aktienmärkten, nachdem das Repräsentantenhaus das Rettungspaket für den amerikanische Finanzsektor verabschiedet hatte, wurden anfängliche Verluste wieder wettgemacht. Zudem waren die Arbeitsmarktdaten schwächer als erwartet ausgefallen und erinnerten die Anleger an die Rezessionsgefahr in den Vereinigten Staaten.

Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 4,00 Prozent stiegen um 6/32 auf 103-8/32 und rentierten mit 3,605 Prozent. Die mit 4,50 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe kletterte um 1 04/32 auf 107-01/32. Ihre Rendite fiel von 4,152 auf 4,088 Prozent.

„Es ist ein Fall von 'verkaufe das Gerücht, kaufe den Fakt'„, kommentierte Michael Franzese, Händler bei Standard Chartered, die zu den Börsen umgekehrte Reaktion des Anleihemarktes auf die Verabschiedung des Rettungspaketes für den amerikanische Finanzsektor.
„Das Gerücht sagte, das (Rettungspaket) sei die große endgültige Lösung der Probleme; und nun ist es verabschiedet und die Leute sagen, dass es vielleicht doch nicht so sehr und so schnell helfe wie gedacht“, fügte er hinzu. Die Situation am amerikanischen Arbeitsmarkt hat sich im September unerwartet deutlich verschlechtert. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft fiel um 159.000, während Volkswirte einen Stellenrückgang um lediglich 105.000 erwartet hatten. Damit wurde der stärkste monatliche Rückgang seit März 2003 registriert. Gleichwohl war die Überraschung nicht so groß. „Wenn man sieht, was im September alles passiert ist, konnte man keine großartigen Einstellungen erwarten. Es wies eigentlich alles darauf hin, dass der Bericht schwach wird“, kommentierte John Miller von Nuveen Asset Management die zunächst negative Reaktion der Anleihemärkte auf die Zahlen.

Sorge vor Übergreifen der Finanzkrise auf Asien hält den Ölpreis unter Druck

Die Sorge vor einer Ausweitung der westlichen Finanzkrise hat in Asien den Ölpreis auf Talfahrt geschickt. An der Börse in Singapur fiel der Preis für ein Barrel leichtes Rohöl am Montag um 1,76 Dollar auf 92,12 Dollar. Zeitweise sank der Preis auf ein Tief von 91,60 Dollar, bevor er wieder anzog. Grund seien die rückläufige Nachfrage in den reichen Staaten der Welt sowie die Sorge vor einer weltweiten Abschwächung der Konjunktur oder sogar einer Rezession, sagte der Energieexperte Victor Shum.

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