https://www.faz.net/-gv6-6ojpu

Frühaufsteher : Aktienmarkt eröffnet freundlich

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

An den deutschen Aktienmärkten wird für den heutigen Freitag mit einem ruhigen Geschäft gerechnet. Dennoch dürfen sich die Anleger auf tendenziell steigende Kurse einstellen, nachdem die Vorgaben von der Wall Street positiv waren. Vor allem die deutschen Autohersteller werden nach den europäischen Absatzzahlen in den Blickpunkt rücken.

          In einem nach der Zahlenflut der Vortage wohl ruhigen Wochenausklang wird der deutsche Aktienmarkt am Freitag freundlich erwartet. Dank positiver Vorgaben aus den Vereinigten Staaten sind die wichtigsten deutschen Aktienindizes am Freitag mit leichten Zuwächsen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der Leitindex Dax stieg in den ersten Handelsminuten um 0,6 Prozent auf 7127 Punkte. Der M-Dax mittelgroßer Werte rückte um 0,6 Prozent auf 9935 Zähler vor. Der Tec-Dax schwankte zwischen der Gewinn- und Verlustzone und notierte nahezu unverändert bei 861 Punkten.

          Die Vorgabe von der Wall Street ist positiv: Die amerikanischen Börsen sind am Vortag im Kielwasser positiv aufgenommener Konjunkturdaten fest aus dem Handel gegangen. Der Future auf den Dow Jones stand am Morgen 76 Punkte über dem Niveau vom Xetra-Schluss am Vortag. Insgesamt dürfte sich das Geschehen bei sehr viel dünnerer Agenda stark beruhigen, sagten Händler.

          Infineon-Papiere dürften Interesse auf sich ziehen. Einem Bericht der „Börsen-Zeitung“ zufolge steht bei dem Hersteller von Computerchips bald ein Chefwechsel an. Wolfgang Ziebart werde zum 1. Juni das Unternehmen verlassen, berichtete die Zeitung. Nach den Problemen mit dem Aufsichtsrat würden damit entsprechende Spekulationen aber nur bestätigt, sagte ein Händler.

          Die Aktien der Deutschen Telekom werden am heutigen Freitag ex Dividende gehandelt und notierten zu Handelsbeginn um mehr als 5 Prozent im Minus. Der Konzern schüttet 0,78 Euro je Aktie aus. Die Commerzbank-Aktie verlor 3,2 Prozent. Die Bank schüttet 1 Euro je Aktie aus, weshalb der Titel ebenfalls mit einem Dividendenabschlag gehandelt wird. Auch die Papiere des Maschinenbauers Kuka notieren mit einem Abschlag, nachdem das Unternehmen 1 Euro je Aktie ausschüttet. Der Ticketvermarkter CTS Eventim wird ebenfalls einen Dividendenabschlag erleiden nach Zahlung von 0,49 Euro je Aktie.

          Vor allem Titel von Automobilunternehmen wie BMW, Volkswagen oder Daimler dürften in Bewegung geraten. Die deutschen Autokonzerne haben nach Angaben des europäischen Herstellerverbands ACEA ihren Marktanteil in Europa erhöht. Aktienhändler verwiesen auch auf die Daten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), wonach im April in Europa 10 Prozent mehr neue PKW zugelassen wurden als im Vorjahresmonat. Ein Börsianer sprach von sehr starken Zahlen, schränkte aber ein, dass die Daten durch die frühen Osterfeiertage und drei zusätzliche Verkaufstage im April positiv verzerrt seien. Insofern dürften seiner Meinung nach die Kursreaktionen moderat ausfallen.

          Porsche-Papiere rücken ebenfalls in den Fokus. Händler verwiesen auf Berichte, dass der Sportwagenbauer die EU-Regulierungsbehörden offiziell über seinen Plan informiert hat, den Anteil an Volkswagen zu einer Mehrheit auszubauen. Damit bestätige sich ein Gerücht vom Vortag, kommentierte ein Börsianer. Auf die VW-Aktien sollte sich diese Nachricht zumindest nicht negativ auswirken.

          Siemens-Aktien sollten im Auge behalten werden. Der Mischkonzern will sich Kreisen zufolge nicht vollständig von seiner Problemsparte Siemens Enterprise Communications (SEN) trennen. Damit wurde ein entsprechender Bericht der „Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe) bestätigt. Es stelle sich nun die Frage, ob diese Strategie wegen Bedenken auf Kundenseite gefahren werde oder es problematisch sei, einen Käufer zu finden, so ein Händler. Mit einer deutlichen Kursreaktion rechnen Börsianer allerdings nicht. Die Aktie lag am Morgen 1,6 Prozent im Plus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Mordfall Lübcke : Die Falle der AfD

          Die AfD ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Die Krokodilstränen über den Tod eines Repräsentanten des „Systems“, das sie aus den Angeln heben will, kann sie sich sparen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.