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Nach Stadler-Börsengang : Friedrich Merz ist jetzt endgültig Millionär

Friedrich Merz fühlt sich als „Teil der gehobenen Mittelschicht“ Bild: Andreas Pein

Wenig war während der Suche nach einem neuen CDU-Vorsitzenden so umstritten, wie die Einkommensverhältnisse von Friedrich Merz. Nach dem Börsengang von Stadler Rail steht fest: Er ist Millionär.

          Als Friedrich Merz im November vergangenen Jahres gefragt wurde, ob er Millionär sei, tat sich der CDU-Politiker zunächst schwer mit einer klaren Antwort. Er stand mitten im Rennen für die Kandidatur um den CDU-Parteivorsitz, das er letztlich gegen Annegret Kramp-Karrenbauer verlor. Für seine Aussage, er sei „Teil der gehobenen Mittelschicht“ erntete Merz eine Menge Kritik. Schließlich gab er zu, dank verschiedener Aufsichtsrats- und Beratermandate, darunter bei der Investmentfirma Blackrock, rund eine Million Euro brutto im Jahr zu verdienen.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Selbst wenn sein Einkommen, aus welchen Gründen auch immer, demnächst sinken sollte: Den Status als Millionär dürfte Merz nicht mehr so schnell verlieren. Das hat mit seinem Engagement für das Schweizer Unternehmen Stadler Rail zu tun. Der Rechtsanwalt sitzt seit vielen Jahren im Verwaltungsrat des Thurgauer Herstellers von Schienenfahrzeugen. Es war bisher mehrheitlich im Besitz des Schweizer Unternehmers Peter Spuhler. Doch Ende vergangener Woche hat dieser einen großen Teil seiner Aktien im Zuge eines Börsengangs verkauft. Nach Angaben der Schweizer Börse handelte es sich um den bislang größten Börsengang in diesem Jahr in Europa. Die zu 38 Franken ausgegebene Aktie startete am Freitag mit einem Kurs von 42 Franken und ging schließlich mit 43,10 Franken aus dem Handel. Damit ist Stadler an der Börse 4,3 Milliarden Franken wert.

          STADLER RAIL N

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          Durch die Aktienplatzierung flossen Spuhler, der Stadler binnen 30 Jahren von einem kleinen Familienbetrieb zu einem Konzern mit 2 Milliarden Franken Umsatz und 8500 Mitarbeitern ausgebaut hat, rund 1,5 Milliarden Franken zu. Der 60 Jahre alt Patron ist freilich längst nicht der einzige, der von dem gelungenen Sprung aufs Börsenparkett profitiert. Auch die Mitglieder im Verwaltungsrat, die als Teil ihrer Entlohnung über die Jahre eine ganze Menge Aktien zugeteilt bekommen haben, fahren sehr gut damit. Wie aus dem Börsenprospekt hervorgeht, besitzt Friedrich Merz 150.000 Stadler-Aktien. Gemäß dem Schlusskurs vom Freitag haben diese einen Wert von 6,5 Millionen Franken (5,7 Millionen Euro).

          Der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller, der ebenfalls im Verwaltungsrat sitzt, hält Aktien im Wert von gut 43 Millionen Franken. Noch besser stellt sich Christoph Franz. Dem ehemaligen Vorstandschef der Lufthansa und deren Tochtergesellschaft Swiss, der heute den Verwaltungsrat des Pharmakonzerns Roche führt, gehören 1,3 Millionen Stadler-Aktien. Dieses Paket hat aktuell einen Wert von mehr als 56 Millionen Franken. Noch können die Herren über dieses stattliche Wertpapiervermögen allerdings nicht frei verfügen. Die Aktien unterliegen einer Sperrfrist von zwölf Monaten. Nach deren Ablauf kann der Wert der Papiere theoretisch deutlich niedriger sein.

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