https://www.faz.net/-gv6-adxmw

Digitale Spesenabrechnung : Französisches Fintech Spendesk sammelt 100 Millionen Euro ein

  • Aktualisiert am

Der Spendesk-Chef Rodolphe Ardant hat große Ziele – und viel Konkurrenz. Bild: Spendesk

Der Kampf um den deutschen Markt für das Ausgabenmanagement hat begonnen. Das französische Fintech Spendesk will mit dem frischen Kapital seine Präsenz in Berlin vergrößern.

          2 Min.

          Der Markt für das Ausgabemanagement in Europa läuft sich heiß. Nachdem im Juli bereits das dänische Fintech Pleo 150 Millionen Dollar eingesammelt hat, gibt nun auch der französische Konkurrent Spendesk eine neue Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen Euro bekannt. Die C-Series-Runde wurde von dem amerikanischen Wagniskapitalgeber General Atlantic, der für seine Beteiligungen an dem niederländischen Finanzdienstleister Adyen und der Vermietungsplattform Airbnb bekannt ist, angeführt.

          Das 2016 gegründete Finanz-Start-up Spendesk bietet eine Software an, mit der Unternehmen ihre Firmenausgaben einfacher überblicken können. Dazu werden etwa Spesenabrechnungen digitalisiert und in einer App übersichtlich gebündelt. Derzeit ist Spendesk in den drei Märkten Frankreich, Deutschland und Großbritannien unterwegs. Das schnellste Wachstum komme aus Deutschland, sagt der Mitgründer und Chef Rodolphe Ardant im Gespräch.

          Mit dem Geld soll dementsprechend die Expansion hierzulande finanziert werden. Dafür sollen auch neue Mitarbeiter eingestellt werden. Insgesamt zählt Spendesk 300 Angestellte, davon aktuell 40 in Berlin. Das gesamte Team solle sich in den nächsten zwölf Monaten aber verdoppeln, so Ardant – in Berlin sogar verdreifachen. 120 Mitarbeiter will Spendesk bis Ende 2022 in Berlin beschäftigen.

          Kleinere und mittelgroße Unternehmen im Fokus

          Ähnlich wie auch die anderen Anbieter im Markt für das Ausgabenmanagement legt Spendesk den Fokus auf kleinere und mittelgroße Unternehmen. Rund 3000 Gesellschaften mit 30 bis 1500 Mitarbeitern nutzen laut Aussage des Unternehmens schon die Software von Spendesk. Dazu zählen in Deutschland etwa Flixbus und das Berliner Insurtech Wefox. 3000 Unternehmen seien aber im Verhältnis zu den Möglichkeiten, die der Markt in Deutschland noch bietet, sehr wenig, findet Ardant. Schließlich gebe es noch eine Million Unternehmen, die in dieses Segment fallen.

          Wie viele andere Fintech-Gründer erzählt auch der 38-jährige Ardant, dass die Idee zu Spendesk aus der Frustration geboren wurde. Man müsse Entscheidungen in Unternehmen schnell treffen, sagt er. Stattdessen liefen die Abrechnungen in vielen Unternehmen chaotisch ab. Mitarbeiter, die im operativen Geschäft arbeiteten, sparten mit der Plattform eine ganze Woche an Arbeit im Monat, sagt Ardant. 120 Euro kostet Unternehmen die Nutzung der Software für einen Monat. Der Preis steigt jedoch mit den individuellen Anforderungen an das System.

          Spendesk ist jedoch nicht der einzige Anbieter, der sich auf dem umkämpften Markt drängt. Auch Pleo und das Fintech Payhawk mit Sitz in London haben ein besonderes Interesse am deutschen Markt bekundet. Obwohl die Fintechs in vielerlei Hinsicht das gleiche Produkt anbieten, wollen sie sich alle voneinander unterscheiden. Ardant sagt zur Abgrenzung zu Pleo, dass sich Spendesk auf größere Unternehmen mit eigenem Finanzteam konzentriert.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Protest gegen die PiS vor dem Verfassungsgericht in Warschau am 31. August

          Polen und die EU : Die wachsende Gefahr des Polexits

          Die nationalkonservative PiS-Regierung will Polen wohl nicht aus der EU führen. Aber sie nimmt das Risiko mutwillig in Kauf, weil sie ihre Macht über das Wohl des Landes stellt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.