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Traditionsreiches Auktionshaus : Französischer Multimilliardär kauft Sotheby’s

Patrick Drahi im Oktober 2018 in Paris Bild: AFP

Der Telekom-Unternehmer und Kunstsammler Patrick Drahi legt 3,7 Milliarden Dollar für das 275 Jahre alte amerikanische Auktionshaus auf den Tisch – ein Kursaufschlag von 60 Prozent.

          Das traditionsreiche amerikanische Auktionshaus Sotheby’s wird künftig einem französischen Milliardär gehören, der vor allem für seine Aktivitäten im Telekommunikations- und Mediengeschäft bekannt ist. Einer Mitteilung vom Montag zufolge wird Patrick Drahi, der die Telekommunikationsholding Altice kontrolliert und auch als Kunstsammler bekannt ist, das 275 Jahre alte Unternehmen kaufen und sich dies viel Geld kosten lassen. Er will insgesamt 3,7 Milliarden Dollar in bar bezahlen, und der Preis von 57 Dollar je Aktie entspricht einem Aufschlag von mehr als 60 Prozent auf den Schlusskurs von Sotheby’s am vergangenen Freitag.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Nach Vollzug der Transaktion wird das Auktionshaus von der Börse verschwinden, wo seine Aktien seit mehr als 30 Jahren gehandelt wurden. Die Vereinbarung bedeutet, dass künftig die beiden bekanntesten Auktionshäuser der Welt in der Hand französischer Milliardäre sein werden. Der britische Sotheby’s-Wettbewerber Christie’s gehört zur Holdinggesellschaft Groupe Artémis, die von François-Henri Pinault kontrolliert wird.

          Wie der 55 Jahre alte Drahi in einer Mitteilung schrieb, will er Sotheby’s über seine persönliche Holdinggesellschaft kaufen und habe dabei „eine sehr langfristige Perspektive“. Es gebe keine Kapitalverflechtungen mit Altice Europe oder der davon im Jahr 2017 abgespaltenen amerikanischen Schwestergesellschaft Altice USA. Er wolle allerdings zur Finanzierung der Akquisition eine „kleine Position“ an Altice USA im Wert von bis zu 400 Millionen Dollar verkaufen.

          Sotheby’s

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          Drahi sagte weiter, seine Aufmerksamkeit werde weiter in erster Linie seinen Telekommunikationsgeschäften gelten, denen er sich weiter „zu 100 Prozent“ verpflichtet fühle. Zu Altice Europe gehört unter anderem der Telekommunikationsanbieter SFR, das Amerikageschäft hat Drahi in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Übernahmen ausgebaut. Unter seinem Dach ist unter anderem der Kabelbetreiber Cablevision.

          Die Konzernzentrale von Sotheby’s in New York

          Drahi wird im „Bloomberg Billionaires Index“ mit einem Vermögen von 8,6 Milliarden Dollar geführt. Er beschreibt sich selbst als einen „Langzeitkunden und lebenslangen Bewunderer“ von Sotheby’s. Er habe sein ganzes Leben lang eine Leidenschaft für das Kunstgeschäft gehabt und sei der Auffassung, das Auktionshaus habe „erhebliches Wachstumspotential“.

          Im vergangenen Jahr musste Sotheby’s allerdings einen leichten Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen, und die Börse konnte sich in jüngster Zeit nicht allzu sehr für das Unternehmen begeistern. Bis zur Ankündigung des Verkaufs am Montag hatte die Aktie des Unternehmens in den vergangenen zwölf Monaten rund 40 Prozent an Wert verloren.

          Die Sotheby’s-Transaktion erinnert an andere Akquisitionen traditionsreicher Unternehmen, die von Milliardären aus fremden Branchen gekauft wurden. Etwa der Übernahme des Klavierhersteller Steinway an den Hedgefondsmanager John Paulson im Jahr 2013. Oder dem Verkauf der Zeitung „Washington Post“ im selben Jahr an Jeff Bezos, den Vorstandsvorsitzenden des Online-Händlers Amazon.com.

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