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Forderungen in Milliardenhöhe : Frankreichs Banken haben in Italien am meisten zu verlieren

Die meisten Risiken sind auf die Banca Nazionale del Lavoro, die italienische Tochtergesellschaft der BNP Paribas, zurückzuführen. Bild: Picture-Alliance

Frankreichs Banken haben mit Abstand die meisten Kredite in Italien ausstehen. Kein Wunder also, dass Präsident Macron in Sachen EU-Einlagensicherung auf die Tube drückt.

          Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron drückt aufs Tempo, wenn es um die Vollendung der Europäischen Bankenunion geht. Die gemeinsame Einlagensicherung, mit der deutsche Banken auch für die Einlagen von Sparern in Italien haften würden, soll möglichst bald eingeführt werden.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ein Blick in die Zahlen zu den Risiken ausländischer Banken in Italien zeigt, warum Frankreichs Präsident daran gelegen ist, dass die Euroregierungschefs schon auf dem Ende Juni stattfindenden Gipfel einen Beschluss zur gemeinsamen Einlagensicherung fassen sollen. Frankreichs Banken haben mit Abstand die meisten Kredite in Italien ausstehen.

          Nach Zahlen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Bank der Zentralbanken, beliefen sich ihre Forderungen Ende 2017 auf 311 Milliarden Dollar, davon 63 Milliarden Dollar gegenüber dem italienischen Staat. Die meisten Risiken sind auf die Banca Nazionale del Lavoro, die italienische Tochtergesellschaft der BNP Paribas, zurückzuführen. Die französische Großbank hat in ihrem Geschäftsbericht 2017 das Italien-Risiko auf 154,3 Milliarden Euro beziffert, davon rund 17 Milliarden Euro gegenüber der öffentlichen Hand.

          Nach den BIZ-Zahlen sind die deutschen Banken mit 38,9 Milliarden Dollar drittwichtigster Kreditgeber für den italienischen Staat. Auf dem zweiten Rang liegen die spanischen Institute mit 45 Milliarden Dollar. Die Commerzbank, deren Aktienkurs wegen der unsicheren politischen Lage in Italien unter Druck geraten ist, hatte Ende März italienische Staatsanleihen von 9,4 Milliarden Euro in ihren Büchern.

          Die DZ Bank, das Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken, kam Ende des vergangenen Jahres auf 6,05 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank weist für Ende März Forderungen gegenüber dem italienischen Staat von 2,9 Milliarden Euro aus. Deutschlands größte Bank verfügt in Italien auch noch über ein Filialnetz und hat dort insgesamt ein Kreditvolumen von fast 35 Milliarden Euro ausstehen.

          Gegenüber Banken belaufen sich die Forderungen auf 3,1 Milliarden Euro, gegenüber Unternehmen auf 11,9 Milliarden Euro und gegenüber Haushalten auf 16,5 Milliarden Euro. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat in Italien Kredite über 1,7 Milliarden Euro vergeben und die Bayern LB über 1,9 Milliarden Euro.

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