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In Frankreich : Morgan Stanley muss für Kursmanipulation büßen

Die Zentrale von Morgan Stanley: Als Strafe für Kursmanipulationen darf die Bank drei Monate lang keine französischen Staatsanleihen handeln. Bild: AP

Die amerikanische Bank hat laut der französischen Börsenaufsicht vor fünf Jahren den Kurs französischer Staatsanleihen manipuliert. Jetzt darf sie auf dem Primärmarkt drei Monate lang nicht mit französischen Staatsanleihen handeln.

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          Es ist ein kleiner, exklusiver Klub von heimischen und ausländischen Banken, der alle zwei Wochen im neunten Stock eines Gebäudes des französischen Finanzministeriums zusammenkommt. Bei der Behörde zur Emission der französischen Staatsschulden, Agence France Trésor, treffen sich regelmäßig die Vertreter jener Banken, die Frankreichs Staatsschulden als Erste zeichnen dürfen und sie dann weiterverkaufen. Von der Liste dieser derzeit fünfzehn „Primary Dealer“ („Spécialistes en Valeurs du Trésor, SVT“) ist jetzt die amerikanische Bank Morgan Stanley gestrichen worden. So hat es die Agence France Trésor nach Angaben vom Dienstag im Namen des französischen Finanzministeriums entschieden. Denn nach einer Untersuchung der französischen Börsenaufsicht soll Morgan Stanley die Preise für die Schuldtitel manipuliert haben.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.

          Die Ereignisse liegen fünf Jahre zurück. Am Vormittag des 16. Juni 2015 haben Händler von Morgan Stanley in London nach den Informationen der Börsenaufsicht auf der Handelsplattform Eurex „aggressiv“ eine große Menge von Terminkontrakten auf französische und deutsche Staatsanleihen gekauft. Eine Viertelstunde später haben sie die Kontrakte über die elektronischen Plattformen MTS France, BrokerTec und MTS Belgium für insgesamt 1,15 Milliarden Euro wieder verkauft. Die Börsenaufsicht ist der Ansicht, dass die Transaktion nur der Preismanipulation diente. Der Kauf einer großen Menge von Terminkontrakten über Eurex habe künstlich den Preis nach oben getrieben, was sich Morgan Stanley beim Verkauf über die anderen Plattformen kurz danach zunutze machen konnte.

          Bank zahlte 2019 Geldbuße von 20 Millionen Euro

          Andere Marktteilnehmer konnten durch die Transaktion ein falsches Bild vom „wahren“ Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage nach französischen Staatsanleihen bekommen. Der Kauf großer Mengen von Terminkontrakten habe auch nicht der sonst üblichen Strategie am europäischen Händlertisch von Morgan Stanley in London entsprochen, heißt es. Für die Verstöße hatte die Bank schon im Dezember 2019 eine Geldbuße von 20 Millionen Euro bezahlen müssen. Die Schuldenagentur warf Morgan Stanley auch vor, sie 2017 nicht sofort über die Untersuchung durch die Börsenaufsicht informiert zu haben.

          Der Ausschluss der amerikanischen Bank als Primary Dealer gilt zunächst nur für drei Monate. Dennoch ist er nicht nur für den Ruf der Bank schmerzhaft. Das Geschäft als Primary Dealer gilt als sichere Einnahmequelle, weil die französischen Staatsanleihen begehrte Papiere sind, die leicht mit einer Gewinnmarge weiterzuverkaufen sind. Zudem pflegen die Banken gerne gute Beziehungen zum Finanzministerium.

          Die Bank erinnerte am Dienstag daran, dass sie gegen die Geldbuße Berufung eingelegt habe. Im vergangenen November hatte sie argumentiert, dass es nicht um Preismanipulation ging, sondern darum, eine große Position von Kontrakten abzubauen, die im Handel für einen großen japanischen Kunden entstanden sei. Im Zuge der damaligen Spekulationen um einen Ausstieg Griechenlands aus dem Euro wäre die Bank große Risiken eingegangen, hätte sie hohe Bestände europäischer Staatsanleihen behalten, so Morgan Stanley.

          Die amerikanische Bank gehört seit dreißig Jahren zu den Primary Dealers von Frankreich. Sie arbeite nun eng mit der französischen Schuldenagentur zusammen, um Maßnahmen zu finden, damit solche Vorfälle nicht mehr vorkommen, teilte sie am Dienstag mit.

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