https://www.faz.net/-gv6-7ntnf

Handel mit China : Frankfurt wird Yuan-Zentrum

  • -Aktualisiert am

Gute Chance auf Führungsrolle

Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ Bank, des Zentralinstituts der Volks- und Raiffeisenbanken, spricht von einem großen Fortschritt für den deutschen Mittelstand. „Aber auch institutionelle Investoren werden von der verbesserten Anbindung an den Reminbi-Handel profitieren“, sagt Kirsch. Xuenin Song, Fondsmanager der DWS, nannte es allerdings noch wichtiger, „dass der Finanzplatz Frankfurt durch die jetzigen Abkommen dann bei der großen Liberalisierung der chinesischen Kapitalmärkte gute Chancen hat, eine führende Rolle zu spielen“.

Nach Angaben der chinesischen Zentralbank stehe das in eineinhalb bis zwei Jahre an. Dem Vernehmen nach wird China am Montag auch in London eine Vereinbarung zur Abwicklung von Transaktionen in Yuan unterzeichnen. Dies wird am Frankfurter Finanzplatz zwar als Konkurrenz gesehen. Gleichwohl gilt es als großer Erfolg, als einziger Ort im Euroraum für die Abwicklung ausgewählt worden zu sein. Als größte Konkurrenten galten Paris und Luxemburg.

Den Ausschlag gegeben haben dürfte die enge Verflechtung der deutschen mit der chinesischen Volkswirtschaft. Wie eng die Beziehungen zu Peking sind zeigt auch der Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Berlin. Am Freitag wurde neben der Vereinbarung zu Frankfurt auch ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet sowie sechs weitere Absichtserklärungen und Vereinbarungen anderer Ressorts, von Energie bis Bildung. Hinzu kamen zehn Vereinbarungen zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen.

Unter anderem wollen Volkswagen und die China First Automotive Works Cooperation gemeinsam Fahrzeuge mit alternativen Antrieben entwickeln und ihre Produktionskapazität erweitern. Die Deutsche Börse und die Bank of China wiederum haben die Absicht, gemeinsam neue Kapitalmarktprodukte zu entwickeln. Und der Autobauer Daimler vereinbarte mit der chinesichen Beijing Automotive Industry Holding (BAIC), die Produktionskapazität des Gemeinschaftsunternehmens zu erweitern. Allein dieses Geschäft soll ein Volumen von 1 Milliarde Euro haben.

Die meisten Träume der deutschen Industrie im Zusammenhang mit China seien in Erfüllung gegangen, sagte APA-Geschäftsführer Strack. So sei China heute schon der größe Absatzmarkt für Autos. „Von Katerstimmung kann keine Rede sein.“ Deutschland exportiere so viel nach China wie Frankreich, Italien und Großbritannien zusammen. 2013 betrug das Handelsvolumen mit China 140 Milliarden Euro. Damit ist die Volksrepublik nach Frankreich und den Niederlanden Deutschlands drittwichtigster Handelspartner. Exportiert werden vor allem Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte, importiert Computer, Handys, Elektronik und Kleidung. Deutsche Unternehmen haben mehr als 26,5 Milliarden Euro in China investiert; etwa 4000 Firmen sind dort aktiv.

Weitere Themen

Topmeldungen

Das britische Unterhaus am Dienstag Abend

Johnson-Zeitplan abgelehnt : Brexit zum 31.Oktober nahezu ausgeschlossen

Das britische Parlament hat den Gesetzesrahmen für den Brexit-Deal im Grundsatz gebilligt. Unmittelbar nach diesem Zwischenerfolg lehnte das Unterhaus jedoch den Zeitplan von Boris Johnson ab. EU-Ratspräsident Tust will eine Verlängerung der Brexit-Frist empfehlen.
Mal wieder Münchner Mitarbeiter des Abends: Robert Lewandowski

3:2 in Piräus : Bayern retten sich ins Ziel

Die Bayern geraten bei Olympiakos Piräus früh in Rückstand und unter Druck – aber auf Torjäger Lewandowski ist Verlass. Für die Münchner Abwehr gilt das beim 3:2-Sieg schon wieder nicht.
Kurze und höchst umstrittene Amtszeit: Stefan Jagsch spricht vor dem Gemeinschaftshaus in Altenstadt-Waldsiedlung.

Nur einen Monat im Amt : NPD-Ortsvorsteher nach Eklat abgewählt

Die Wahl eines NPD-Parteimitglieds zum Ortsvorsteher im hessischen Ort Altenstadt hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Nun wurde Stefan Jagsch wieder abgewählt. Er fechtet die Entscheidung an – und versammelt einige Unterstützer hinter sich.

AKK-Vorstoß : Gezielte Überrumpelung

Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Koalitionspartner mit ihrem Syrien-Vorstoß schwer düpiert. Jetzt muss sie ihre Idee so seriös weiterentwickeln, dass sie dem Vorwurf entgeht, es sei ihr nur um die eigene Profilierung gegangen.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.