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Kolumne: „Frag den Mohr“ : Muss ich Angst vor der Schufa haben?

Kein Gegner der Verbraucher, sondern auch ein Berater: Schufa-Geschäftsstelle in Berlin Bild: dpa

Viele Menschen zittern vor dem Urteil der Schufa. Doch es ist für alle Beteiligten durchaus sinnvoll, die Finanzlage vor einer Kreditaufnahme kritisch zu prüfen.

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          Angst ist natürlich nie ein guter Ratgeber, aber in der Tat hängt das Wohl und Wehe von vielen Unternehmen und auch Privatleuten an der Schufa. Insofern gehört das Bibbern vor ihrem Urteil, ob Unternehmen oder Privatleute kreditwürdig sind, vielfach mit dazu. Die größte deutsche Kreditauskunftei ist eine der riesigen Datensammelstellen im Land mit Finanzinformationen zu 68 Millionen Menschen und sechs Millionen Unternehmen.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sie befindet sich im Eigentum von Banken, Sparkassen, Handel und anderen Unternehmen, die an einer möglichst präzisen Durchleuchtung der Finanzlage ihrer Kunden interessiert sind. Die Schufa sammelt für sie alle möglichen Finanzdaten und errechnet daraus eine Einschätzung der Zahlungsfähigkeit der Menschen und Firmen.

          Datenschützer werfen der Schufa immer wieder mangelnde Transparenz vor. Sie bewegt sich aber im Rahmen der Gesetze. Ein Projekt zur Einsicht in Girokonten wurde allerdings gerade nach starker Kritik nicht weiterverfolgt. Bevor man sich an der Mythenbildung um die Schufa beteiligt, sollten jedoch einfach mal die eigenen Daten bei der Schufa angefordert werden. Das geht sehr einfach unter meineschufa.de und dem Punkt „Datenkopie nach Artikel 15 Datenschutzgrundverordnung“. So kann sich jeder einmal im Jahr kostenlos zusenden lassen, was die Schufa über ihn gespeichert hat, und Ungereimtheiten und Fehler ansprechen.

          Wer ständig auf dem Laufenden bleiben will, muss zahlen. Die Abos beginnen ab 3,95 Euro im Monat. Eine Bonitätsauskunft, die für die Wohnungsmiete häufig vorgelegt werden muss, kostet knapp 30 Euro. Unklar bleibt, wie sich die Schufa-Einschätzung genau errechnet und durch welches Verhalten sie wie beeinflusst wird. Das bleibt ein Geschäftsgeheimnis. Damit muss jeder leben, der einen Kredit braucht oder einen Ratenvertrag abschließt. Immer wird die Schufa nach ihrer Einschätzung gefragt. Wer seine Daten besser schützen will, der sollte seine Verträge genauer lesen, bevor er sie unterschreibt, und nicht immer blind alle Häkchen setzen.

          Haben Sie Fragen rund um das Thema Geld? Gerne an unseren Redakteur Daniel Mohr unter fragdenmohr@faz.de

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