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Lieferdienste im Test : Essen auf Rädern

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Zahlungen können kompliziert werden

Bei der Zahlung kann es kompliziert werden. Deliveroo verlangt grundsätzlich eine Kreditkarte oder ein Paypal-Konto. Foodora akzeptiert zusätzlich immerhin auch Überweisungen. Nur bei Lieferheld und Lieferando sind zusätzlich zu den anderen Optionen auch Barzahlungen möglich – allerdings auch nur bei einigen Restaurants.

Nachdem die Bestellung bestätigt ist, punkten wieder Foodora und Deliveroo: Ihre Boten tragen Peilsender. So kann der Kunde via App genau verfolgen, vor welcher Ampel sein Essen gerade wartet.

Bestellt werden alle Currys samstagsabends um 20 Uhr. Zwei Kilometer müssen die Boten zur Wohnung zurücklegen. Zunächst sind Foodora und Lieferando dran. Beide veranschlagen für die Bestellung eine Lieferzeit von 30 Minuten. Der Foodora-Bote ist am schnellsten – bereits nach 33 Minuten klingelt er an der Tür. Nach 39 Minuten hat es auch der Bote geschafft, der die Bestellung über Lieferando erhielt. Zwei Wochen später müssen Lieferheld und Deliveroo beweisen, ob es flotter geht. Lieferheld gibt eine Wartezeit von 45 Minuten an, Deliveroo geht sogar von 49 Minuten aus – ganz offenbar ist mehr Betrieb im Restaurant oder auf den Straßen. Doch selbst die höheren Werte werden weit überschritten. Der Restaurant-Bote braucht ganze 69 Minuten – also 24 Minuten länger als von Lieferheld angegeben. Auch der Deliveroo-Fahrer ist erst nach 66 Minuten da, allerdings zeigt das Unternehmen Reue: Zwei Tage nach der Bestellung kommt eine Entschuldigungsmail, in der Deliveroo verspricht, die nächsten Lieferkosten zu übernehmen. Das gebrachte Essen jedoch wird davon auch nicht wärmer. Während die Currys von Foodora und Lieferando wie im Restaurant mit knapp 60 Grad Celsius noch gut warm sind, kommen die Lieferungen von Deliveroo und Lieferheld nur noch auf etwas mehr als lauwarme 50Grad. Optisch ist nichts einzuwenden. Allerdings ist Curry vergleichsweise einfach zu transportieren.

Perfekt liefert keiner der Anbieter im Test

Eine Burger-Bestellung soll mehr Aufschluss darüber geben, ob das Essen die Fahrt immer gut übersteht: Kein Burgerrestaurant in Köln ist bei allen vier Anbietern gelistet. Die Burger für den Test stammen daher aus verschiedenen Restaurants, die etwa gleich weit von der Wohnung entfernt sind. Alle Burger sind mit den gleichen Zutaten belegt, und alle werden gleichzeitig zur Mittagszeit an einem Werktag bestellt.

Deliveroo macht diesmal mit nur 29Minuten Lieferzeit sein schlechtes Ergebnis aus der ersten Runde wieder wett. Lieferheld hingegen enttäuscht erneut mit 65 Minuten. Lieferando verbessert sich mit 33 Minuten leicht, Foodora ist mit 40 Minuten ein ganzes Stück langsamer. Der Burgertransport gelingt Deliveroo am besten. Alle Schichten sind stabil geblieben, ein knackiges Salatblatt guckt unbeschädigt am Rand heraus. Beim Lieferando-Burger ist der Belag teilweise zur Seite gerutscht. Der Lieferheld-Burger ist gut erhalten, doch am Rand läuft etwas Soße heraus. Am schlechtesten schneidet Foodora ab: Hier ist das Brötchen an einer Seite sichtbar eingedrückt und mit Soße verschmiert.

Zusatzkosten, langes Warten oder verknautschtes Essen – perfekt liefert keiner der Anbieter im Test. Negativ fällt Lieferheld mit langen Transportzeiten auf. Am besten schlägt sich Lieferando mit der im Schnitt solidesten Leistung. Foodora und Deliveroo radeln derweil im Mittelfeld. Vielleicht ist ein echter Restaurantbesuch auch mal wieder eine Option.

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