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Fondsgesellschaften : Verwaltetes Vermögen schrumpft

Dollar, Dollar, Dollar... Bild: AP

Das von Fondsgesellschaften verwaltete Vermögen ist in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals wieder gesunken. Deutlich negativ fällt die Bilanz vor allem bei einem Kundenkreis aus.

          Erstmals seit Jahren rasanten Wachstums ist in Deutschland das verwaltete Vermögen im vergangenen Jahr wieder gesunken. Wie die Beratungsgesellschaft McKinsey am Montag mitteilte, schrumpfte das Volumen deutscher Fondsgesellschaften von 3130 Milliarden auf 3079 Milliarden Euro. Auf private Kunden entfielen nach den Zahlen der McKinsey-Berater 1,1 Billionen Euro und auf institutionelle Kunden 2,0 Billionen Euro. Deren angelegten Gelder blieben konstant: An neuen Mitteln flossen 3 Prozent zu, während der Wertverlust aufgrund der rückläufigen Entwicklung an den Finanzmärkten ebenfalls 3 Prozent ausmachte.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Deutlich negativ fällt die Bilanz bei Privatkunden aus: 2 Prozent frische Mittel, aber 6 Prozent Wertverlust. Rückläufig entwickelte sich auch die Ertragslage der deutschen Fondsanbieter. Hatten sie nach den McKinsey-Zahlen im Jahr 2017 branchenweit 3,3 Milliarden Euro verdient, waren es im zurückliegenden Jahr nur noch 2,8 Milliarden Euro. Auch die Marge sinkt:

          Im vergangenen Jahr belief sich die Betriebsgewinnmarge auf 0,146 Prozentpunkte oder 14,6 Basispunkte des angelegten Vermögens.Ein Jahr zuvor waren es noch 18,3 Basispunkte und im Rekordjahr 2013 sogar 19,6 Basispunkte. „Die Tendenz sollte die Anbieter nachdenklich stimmen“, mahnte Philipp Koch, der bei McKinsey die Beratung von Banken und Vermögensverwaltern leitet. Seinen Worten zufolge sank in den vergangenen zehn Jahren die Ertragsmarge schneller als die Kostenmarge.

          Große Unterschiede erkennen die Berater zwischen privaten und institutionellen Kunden in der Auswahl der Anlagekategorien: Institutionelle Anleger zogen mit frischen Mitteln von 25,2 Milliarden Euro aktive, also von einem Fondsmanager betreute Rentenfonds sowie mit 18,4 Milliarden Euro alternative Investments (Immobilien, Unternehmensbeteiligungen und ähnliche) vor. Dagegen setzten die Privatkunden angesichts der Börsenturbulenzen mit 20,3 Milliarden Euro an neuen Geldern vor allem auf Mischfonds. Aktienfonds vertrauten die Privatanleger nur 0,7 Milliarden Euro an frischen Mitteln an. McKinsey-Fachmann Koch sieht in unsicheren Zeiten die aktiv verwalteten Fonds wieder im Vorteil, weil alle Anleger die Expertise erfahrener Fondsmanager suchten. Der Boom der reinen Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) habe im vergangenen Jahr tatsächlich nachgelassen, fügte er hinzu.

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