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Fonds : Schwellenmärkte als Verkaufsschlager

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Bild: F.A.Z.

Mit „Gewinnern der Globalisierung“ trifft der neue DWS-Fonds BRIC Plus den Geschmack der Anleger und schafft den Sprung unter die fünf meistverkauften Aktienfonds. Ein ungewöhnlicher Vorgang, weil Schwellenmarktfonds als Nischengeschäft gelten.

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          Mit dem neuen Schwellenmarkt-Aktienfonds BRIC Plus ist der größten deutschen Fondsgesellschaft DWS ein Verkaufserfolg gelungen, der die Risikobereitschaft von Privatanlegern in einem neuen Licht erscheinen läßt. Seit der Auflegung Ende März kauften Anleger für 350 Millionen Euro Anteile an der ausschüttenden Variante dieses vergleichsweise risikoreichen Fonds.

          Damit gelang dem BRIC Plus in der aktuellen Absatzstatistik des Bundesverbandes Investment (BVI) der Sprung unter die fünf meistverkauften Aktienfonds - ein ungewöhnlicher Vorgang, weil Schwellenmarktfonds als Nischengeschäft gelten. Noch besser sieht das Bild sogar aus, wenn der Absatz der thesaurierenden Fondsvariante von 295 Millionen Euro hinzugerechnet wird. Nur die derzeit beliebten Dividendenrenditefonds von DWS, Union Investment und Dit verkauften sich in diesem Jahr besser.

          „Brasilien ist das Rohstofflager“

          Entgegen den gängigen Schwellenmarkt-Aktienfonds, die breit gestreut an den Börsen jenseits der Industriestaaten investieren, konzentriert sich der neue DWS-Fonds auf die vielversprechendsten Wachstumsmärkte Brasilien, Rußland, Indien und China (nach den Anfangsbuchstaben der Länder abgekürzt BRIC). Die Vermarktung stützt sich dabei auf die Prognose, daß sich diese Länder langfristig zu den führenden Industrienationen der Welt entwickeln werden.

          Nach einer Studie der Investmentbank Goldman Sachs sollte etwa China die Vereinigten Staaten von Amerika bis 2050, gemessen an der jährlichen Wirtschaftsleistung (Bruttosozialprodukt), überflügelt haben. BRIC-Fondsmanager Thomas Gerhardt von der DWS bringt das auf die Formel: „Brasilien ist das Rohstofflager der Welt, China die Werkhalle, Indien die Denkfabrik und Rußland die Zapfsäule.“

          Prinzip der Portfoliostreuung

          Allerdings steht das erhöhte Risiko einer Geldanlage in diesen Ländern entgegengesetzt zur ausgeprägten Risikoscheu unter deutschen Anlegern seit den Erfahrungen der dreijährigen Börsenbaisse nach der Jahrtausendwende. Der DWS ist es jedoch gelungen, eine veränderte Risikostruktur dieser Länder zu vermitteln. Die jeweiligen Volkswirtschaften gelten inzwischen als deutlich gefestigter, wozu etwa in Rußland nach der Staatspleite Ende der neunziger Jahre der deutlich Anstieg der Ölpreise beitrug.

          Zahlreiche Anleger sehen inzwischen die These von den „Gewinnern der Globalisierung“ bei einem Blick auf die vier Schwellenmärkte als nachvollziehbar an. Zudem setzt die DWS bei der Vermarktung auf das Prinzip der Portfoliostreuung. Hierbei wird dem Zielpublikum offensichtlich erfolgreich vermittelt, daß eine Beimischung von Schwellenmärkten im Fondsdepot nur von Vorteil ist. „Das sind langfristige makroökonomische Erfolgsgeschichten, die ändern sich nicht jedes halbe Jahr“, sagt Gerhardt.

          Wertzuwachs von rund 40 Prozent

          Nicht zuletzt kommt der Vermarktung die Wertentwicklung der Schwellenmärkte in den vergangenen drei Jahren entgegen. Die besten Fonds mit einer Spezialisierung auf dieses Anlageuniversum liegen bei einem jährlichen Wertzuwachs von rund 40 Prozent in diesem Zeitraum, die schlechtesten liegen bei 4 Prozent und verzeichnen immerhin keinen Verlust. Seit seinem Start gelang es dem BRIC-Fonds der DWS, mit einem Wertzuwachs von 24 Prozent auf der Erfolgswelle mitzuschwimmen.

          Die anderen deutschen Fondsanbieter können trotz ähnlicher Zuwächse den DWS-Absatzzahlen derzeit nicht folgen. Lediglich Osteuropa-Aktienfonds entziehen sich branchenweit der Zurückhaltung der Fondssparer gegenüber der Aktienanlage.

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