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Zertifikate : Seltene Metalle werden über Fonds und Zertifikate handelbar

  • Aktualisiert am

Elementares Molybdän in Bruchstücken Bild: GFDL

Über seltene und strategische Metalle wird weniger berichtet als über Gold und Öl. Aber auch hier steigt die Nachfrage und damit der Preis. Mit Fonds und Zertifikaten läßt sich darauf spekulieren, allerdings bisher wenig erfolgreich.

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          Derzeit wird zwar viel über eine Abschwächung der Weltwirtschaft und einer möglichen Rezession in Amerika diskutiert. An den Preisen der meisten Rohstoffe ist dies in den vergangenen Wochen aber spurlos vorübergegangen, obwohl deren Nachfrage eigentlich mit dem Zustand der Konjunktur zusammenhängen sollte.

          Sehr gut gelaufen sind in der jüngeren Vergangenheit auch viele seltene Metalle wie Rhodium, Ruthenium oder Iridium und strategische Metalle wie Molybdän und Uran (Uran gilt als Profiteur steigender Energiepreise. Molybdän findet als Härtungsmetall Einsatz in der Rüstungs- sowie in der Luft- und Raumfahrtindustrie). Die Preise für diese Metalle sind stark gestiegen. Seit 2004 legte Rhodium zum Beispiel um rund 700 Prozent und Iridium um 300 Prozent zu.

          Weiter steigende Nachfrage erwartet

          Erklären lassen sich die Preissprünge mit immer größer werdenden Einsatzgebieten für diese Metalle und eine damit verbundene wachsende Nachfrage. So gehen Studien von einem jährlichen Wachstum des Verbrauchs um acht bis elf Prozent im Jahr 2012 aus.
          Zum Einsatz kommen seltene Metalle nicht zuletzt wegen ihrer besonderen Wärme- und Stromleitfähigkeit und wegen dieser physikalischen Eigenschaften sind sie nicht einfach substituierbar. Zwei große Einsatzgebiete sind beispielsweise Hybridautos und Katalysatoren. Größter Förderer ist China. Von dort stammten im Jahr 2006 rund 90 Prozent der geförderten 108.000 Tonnen. Ab 2012 dürfte aber die heimische Nachfrage in China die Produktion übersteigen.

          Wer als Anleger das Thema spannend findet, kann darauf mit Einzelwerten wetten. Zum Beispiel die Aktien der australischen Lynas Corporation, die sich mit der Produktion von seltenen Metallen beschäftigt oder die ebenfalls australische Moly Mines, die Molybdän produzieren will. Die Papiere beider Unternehmen verbuchten zwar in den vergangenen Monaten zum Teil deutliche Kursgewinne, allerdings werden sie bisher alleine von der Hoffnung getrieben. Denn operativ kann die Entwicklung bisher mangels Gewinnen niemanden überzeugen.

          Weil die Anlagestory jedoch so griffig ist, haben inzwischen auch erste Fonds- und Zertifikate-Anbieter das Thema aufgegriffen. So hat der Stabilitas G+R Special Situations Fonds (ISIN: LU0308790152, 88,15 Euro, Ausgabeaufschlag bis zu 5,00 Prozent, Verwaltungsgebühr bis zu 1,75 Prozent p.a., Erfolgshonorar zehn Prozent der Steigerung des Anteilwertes, mit High Water Mark) den Anlageschwerpunkt auf Unternehmen gerichtet, die sich mit seltenen Metallen befassen.

          Ein Zertifikat und ein Fonds erschließen die Anlagestory

          ABN Amro hat außerdem gerade ein Zertifikat mit dem Namen Rare & Strategic Metals Basket Zertifikat (ISIN: DE000AA0R3X1, 108,27 Euro) aufgelegt. Das Produkt investiert in einen Korb aus Rohstoffunternehmen und den Metallen. Im Einzelnen setzt sich der Korb zu 30 Prozent aus Rhodium zusammen, zu je zehn aus Ruthenium und Iridium und die beiden kanadischen Unternehmen Uranium Participation Corp und Sprott Molybdenum stellen die restlichen 50 Prozent. Anfang Mai und November jedes Jahres werden die fünf Werte jeweils neu justiert und wieder auf ihr Ursprungsniveau zurückversetzt.

          Der Emittent weist in seinem Werbeprospekt selbst darauf hin, dass sich die einzelnen Basiswerte des Baskets in der Vergangenheit volatil entwickelt haben. Zu beachten ist außerdem die einbehaltene Managementgebühr von jährlich einem Prozent und der Unterschied zwischen Kauf und Verkaufspreise beträgt relativ hohe fünf Prozent. Hinzu kommt auch noch ein Wechselkursrisiko, weil die Basiswerte nicht in Euro gehandelt werden. Weder mit dem Fonds, der im August 2007 aufgelegt wurde, noch mit dem am 21. Januar aufgelegten Zertifikat war bisher allerdings Geld zu verdienen.

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