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Zertifikate : Der hohe Ölpreis spricht für Zertifikate aus dem Nahen Osten

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Die Börsen im Nahen Osten dominieren in diesem Jahr bisher die Performance-Rangliste der Weltbörsen. Und wegen dem hohen Ölpreis könnte das auch so bleiben. Diese Aussicht macht entsprechend ausgerichtete Zertifikate interessant.

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          Die Performance-Hitliste der Weltbörsen wird in diesem mit von den Aktienmärkten im Nahen Osten dominiert. So sind die Kurse im Oman, in Jordanien und in Katar schon um rund ein Viertel seit dem Jahreswechsel gestiegen.

          Die überzeugende Entwicklung ist dabei nicht wirklich überraschend. Schließlich profitiert die Region wie kaum eine andere von den rekordhohen Ölpreisen. Die meisten Volkswirtschaften vor Ort brummen und das wird vermutlich zunächst auch so bleiben. Insbesondere dann, wenn die amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs mit ihrer Prognose Recht behalten sollte, wonach sich der Preis für die Ölsorte West Texas Intermediate in diesem Jahr im Schnitt auf 141 Dollar je Barrel belaufen soll und 2009 sogar auf durchschnittlich 148 Dollar.

          In diesem Zusammenhang muss man auch wissen, dass die Budgets für die Staatshaushalte auf deutlich niedrigeren Ölpreisannahmen basieren. Und das bedeutet nichts anderes, als dass die ohnehin fetten Staatskassen noch stärker aufgepumpt werden. Das zufließende Geld muss aber irgendwo investiert werden und es wird nicht selten an den heimischen Aktienmärkten angelegt.

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          Das Öl fungiert als Schmiermittel für den Aufschwung

          Viel Kapital wird zudem in Infrastrukturprojekte investiert, die ebenfalls der Wirtschaft und den Unternehmen zu Gute kommen. Jüngsten Meldungen zufolge belief sich das Volumen aller laufenden und geplanten Projekte in den sechs arabischen Golfstaaten erstmals auf mehr als zwei Billionen Dollar. Und weil davon lediglich ein Viertel auf laufende Projekte entfällt, steckt noch viel Saft in der Pipeline, der die Konjunktur auf Trab halten wird. Die Analysten bei der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley trauen den Staaten in der Goldregion in diesem Jahr immerhin ein Wirtschaftswachstum von im Schnitt 9,2 Prozent zu.

          Auch wenn das etwas zu hoch gegriffen scheint, wird das Wachstum vermutlich so robust ausfallen, um sich als anhaltende Stütze für die Börsen vor Ort zu erweisen. Zusammen mit der reichlich vorhandenen Liquidität und noch nicht völlig überzogenen Bewertungen ist das eine gute Grundlage für weiter steigende Kurse.

          Wer von diesem Szenario profitieren will und sich vielleicht auch auf etwas unkonventionelle Art gegen weiter steigende Transport- und Heizpreise schützen will, der kann sich an den Aktienmärkten im Nahen Osten engagieren.

          Direktinvestments sind dabei allerdings noch immer nicht ganz einfach zu bewerkstelligen. Deshalb ist es für interessierte Anleger gut, dass es inzwischen eine Palette an entsprechend ausgerichteten Zertifikaten gibt. An vorderster Front mischt dabei ABN Amro mit. Die Niederländer haben etliche länderspezifische Indexzertifikate im Angebot und breiter ausgerichtete Regionen-Zertifikate.

          MSCI GCC 50 Index Open End Zertifikat gerade in der Zeichnungsphase

          So ist das Institut gerade dabei (die Zeichnungsfrist läuft noch bis zum 30. Mai, Emissionstag ist der 3. Juni), ein so genanntes MSCI GCC 50 Index Open End Zertifikat (Isin DE000AA0ZZZ8, Managementgebühr 1,0 Prozent p.a., Geld/Brief (Spread) bis zu 2,5 Prozent, Dividenden werden reinvestiert) aufzulegen. Das Produkt bezieht sich auf den MSCI GCC 50 Index, der die 50 größten Unternehmen der Länder Kuwait, VAE, Bahrain, Oman und Katar umfasst und ein Pendant zum Dow Jones Euro Stoxx werden soll. Vierteljährlich wird der Index auf seine Zusammensetzung hin überprüft und gegebenenfalls neu gewichtet. Der Index trägt der Beschränkung für Ausländer Rechnung und garantiert somit ständige Handelbarkeit. Dabei kann kein Unternehmen mehr als fünf Prozent und kein Land mehr als 30 Prozent am Gesamtindex erhalten.

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