https://www.faz.net/-gv6-x0a2

Zertifikate : ABN-Zertifikat setzt auf anhaltenden Aufschwung in Lateinamerika

  • Aktualisiert am

Bild: Blommberg

Nicht zuletzt dank der Rohstoff-Hausse gilt Lateinamerika nicht mehr primär als Krisenherd sondern eher als zukunfstträchtige Region. Mit einem Zertifikat von ABN Amro lässt sich auf einen Fortbestand des Aufschwungs wetten.

          2 Min.

          Lateinamerika galt lange Zeit als Krisenregion. Aber trotz der Eskapaden von Präsident Chávez in Venezuela und der latent krisengefährdeten Wirtschaft in Argentinien haben sich die Zeiten grundlegend geändert. Ablesen lässt sich das auch am MSCI EM Latin America Total Return Index, der seit Jahren stramm nach oben strebt (siehe Chart). Das Marktbarometer für die Börsen in Lateinamerika, das sich aus 151 Unternehmen zusammensetzt, stieg in den vergangenen fünf Jahren um etwas mehr als 650 Prozent.

          Erklären lässt sich der Kursaufschwung und die gewonnene wirtschaftliche Stabilität damit, dass viele Länder in Lateinamerika zählen zu den Gewinnern der Rohstoffhausse zählen. Diese gab den Volkswirtschaften Wachstumsimpulse und ermöglichte den Ländern den Abbau der Auslandsschulden. Nicht nur die Aktienmärkte sondern auch die Volkswirtschaften in der Region profitierten von der wachsenden ökonomischen und politischen Stabilität und dem hohem Wachstum der Unternehmensgewinne.

          Konjunktur in robuster Verfassung

          Im laufenden Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt in den lateinamerikanischen Ländern im Schnitt voraussichtlich um vier Prozent wachsen. Und wie Luiz Ribeiro, Fondsmanager des HSBC GIF Latin American Freestyle, vorrechnet, liegen die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr bei etwa 20 Prozent, ebenso wie die Erwartungen bezüglich der Kapitalrendite. Das ist eine gute Ausgangsbasis für eine mittelfristig anhaltende Hausse.

          Bild: Bloomberg

          Wer als Anleger an der Region Gefallen findet, der kann darauf auch mit Zertifikaten setzen. So hat ABN Amro im Mai ein Open End Zertifikat auf den MSCI Latin America TR Index (ISIN: DE000AA0ZS46, 45,84 Euro, Geld-/Briefspanne 2,5 Prozent, Managementgebühr 1 Prozent, Dividenden werden reinvestiert) aufgelegt.

          Ein Blick auf die Indexzusammensetzung zeigt, dass zu rund zwei Drittel brasilianische Aktien den Index dominieren. Es folgen Mexiko und Chile mit Anteilen von 21,2 Prozent sowie 5,1 Prozent. Unter den Sektoren bilden Rohstoffwerte mit 30,5 Prozent den Schwerpunkt. Es folgen die Branchen Energie, Konsum und Telekommunikation mit Indexanteilen von je¬weils 22,9 und 12,2 sowie 10,8 Prozent.

          Zu beachten ist deshalb, dass es sich nicht nur um eine Wette auf einen ganzen Kontinent, sondern auch auf eine anhaltende Rohstoffhausse handelt. Zudem notieren die im Index enthaltenen Aktien in den Währungen Südamerikas, was Währungsrisiken beinhaltet.

          Bewertung nur neutral - Intakter Aufwärtstrend

          Ein Risiko für die Region stellt auch die Inflation dar. In den meisten Ländern bewegt sich die Teuerungsrate zwar noch in einem vertretbaren Rahmen, aber die Tendenz zeigt nach oben. Die Notenbanken dürften darauf mit einer restriktiveren Geldpolitik reagieren, was etwas Sand in das Börsengetriebe streuen könnte. So hat beispielsweise die brasilianische Zentralbank erst an diesem Mittwoch ihre Geldpolitik wie erwartet gestrafft. Konkret wurde der Leitzins um 50 Basispunkte auf 12,25 Prozent angehoben.

          Was die Bewertungsseite angeht, so kommt der MSCI Latin America TR Index momentan laut Konsensschätzung der Analysten auf Basis der für 2008 erwarteten Gewinne auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 15. Das ist nicht mehr absolut billig, lässt sich aber für den Fall rechtfertigen, dass die Unternehmensgewinne in diesem Jahr wie erhofft tatsächlich um rund 20 Prozent steigen sollte.

          Grundsätzlich positiv gestaltet sich die charttechnische Ausgangslage. Der Index kann mit einem intakten langfristigen Aufwärtstrend aufwarten. Das spricht für einen anhaltenden Aufschwung, nach den zuletzt deutlichen Kursgewinnen sind kurzfristig aber auch Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Annalena Baerbock am Montag im ZDF

          Annalena Baerbock : Masterstudium ohne Bachelorabschluss

          Sie wird als Völkerrechtlerin bezeichnet, ist aber keine Volljuristin. Einen Bachelorabschluss hat Annalena Baerbock nicht, aber Vordiplom und Master. Dennoch: Alles ging mit rechten Dingen zu.
          Polizisten 2005 während Unruhen in der Banlieue Clichy-sous-Bois nördlich von Paris. Vorausgegangen war der Tod zweier Jugendlicher, die auf der Flucht vor der Polizei durch einen Stromschlag in einer Trafostation ums Leben kamen.

          Verrohung in Frankreich : „Die Republik zerlegt sich“

          Ehemalige französische Generäle warnen vor islamischen „Horden in der Banlieue“ und einem Bürgerkrieg. Der Politikwissenschaftler Jérôme Fourquet erklärt im Interview, was in seinem Land im Argen liegt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.