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Acht Jahre nach Lehman-Pleite : Wie stabil ist Amerikas Häusermarkt?

  • Aktualisiert am

Häuser lassen sich in Amerika ganz gut verkaufen. Bild: dpa

Amerikas Häusermarkt kam in der Finanzkrise vor acht Jahren in Verruf. Jetzt hat er sich scheinbar stabilisiert. Doch das Problem wurde womöglich nur verlagert.

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          Als am 15. September 2008 die Investmentbank Lehman Brothers in die Insolvenz ging, markierte dies den Höhepunkt der Finanzkrise und zog die ganze Welt in Mitleidenschaft. Auslöser des Debakels, das nur mit Hilfe umfangreicher,  staatlicher Rettungspakete bewältigt werden konnten, war der überbewertete amerikanische Häusermarkt und vor allem die fragile Finanzierung der Spekulationsblase.

          Mittlerweile warnen einige Beobachter abermals vor Risiken. Der Eindruck täusche, dass das „Hypothekenmonster“ gebändigt worden sei, schrieb etwa jüngst das renommierte Wirtschaftsblatt „The Economist“. Der Häusermarkt, mit einem Gesamtvolumen von 26 Billionen Dollar die größte Vermögensklasse weltweit, bleibe eine Bedrohung. Statt das auf Billiggeld und leichtfertige Kreditvergabe aufgebaute Kartenhaus auf ein solides Fundament zu stellen, sei der noch immer unprofitable und unterkapitalisierte Immobilienmarkt einfach weitgehend verstaatlicht worden.

          Ökonomie-Nobelpreisträger Robert Shiller, der frühzeitig vor dem letzten Zusammenbruch gewarnt hatte, pflichtet bei. „Die Regierung hat in der Tat den größten Teil des Markts für neue Hypothekendarlehen nationalisiert, indem sie die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac unter ihre Fittiche nahm“, sagt Shiller. Zudem habe die Notenbank Fed in großem Stil Hypothekenanleihen aufgekauft.

          Dass sich die Ausfallrisiken nun bei der öffentlichen Hand ballen, sei zwar eine notgedrungene Folge der Krisenbewältigung, so Shiller. Aber dadurch seien neue Probleme entstanden. „Natürlich - wenn die Regierung die Risiken des Häusermarkts schultert, besteht die Gefahr eines Skandals, falls die Preise wieder abstürzen sollten.“

          Doch wie wahrscheinlich ist das? „Sicherlich ist es möglich“, meint der Wirtschaftsprofessor der Eliteuniversität Yale. Derzeit aber deute noch wenig auf einen erneuten Absturz hin. Betrachtet man den Case-Shillier-Index so zeigt sich, dass dieser landesweit das Niveau von Mitte 2007 wieder erreicht hat und nur noch wenige Punkte unter seinem Höchststand vom Frühjahr 2006 liegt. In den großen Städten ist der Index dagegen von seinem Höchststand noch deutlicher entfernt.

          Bild: FAZ.NET

          Shiller verweist auf die inflationsbereinigte Entwicklung. Der Markt habe demnach erst wieder das Preisniveau von 2003 erreicht. „In den kommenden fünf Jahren kann es noch einen deutlichen Anstieg geben, bevor wir wieder das Niveau von 2006 erreichen.“ Sein Hauspreisndex, der S&P/Case-Shiller, zeige bislang eine Abkühlung. Während die Preise von 2012 bis 2014 mit Jahresraten von mehr als zehn Prozent zugelegt hätten, seien es jetzt nur noch etwa fünf.

          Eine Panik wie 2008 scheint auch deshalb unwahrscheinlich, weil die Finanzbranche ihre Kapitalpuffer deutlich erhöht hat. Aber reicht das im Krisenfall? „Das Problem ist nicht gelöst“, sagt auch Shiller.

          Die Vereinigten Staaten nahmen vor allem diejenigen Banken in die Pflicht, von denen damals die größte Gefahr ausging. Heute lägen viele Risiken des Häusermarkts jedoch woanders, warnt der „Economist“. „Die Gefahren eines verstaatlichten Systems sind heimtückischer.“ Nach Berechnungen des Magazins subventionieren die Vereinigten Staaten Hauskredite schon mit bis zu 150 Milliarden Dollar im Jahr. „Wenn es zu einer neuen Krise kommt, wird der Steuerzahler wieder die Rechnung zahlen, und sie wird mit zwei bis vier Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung nicht viel niedriger ausfallen als 2008.“

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