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Warren Buffett : Der reichste Mann auf Werbetour in Frankfurt

Warren Buffet ist der reichste Mann der Welt und aktuell auf Europatournee Bild: Helmut Fricke

Warren Buffett ist in Europa unterwegs, um Familienunternehmen zu kaufen. In Israel war er schon erfolgreich, jetzt macht er deutschen Unternehmern Avancen. Einzige Bedingung: Er muss das Produkt verstehen können. Gerüchte um Haribo und Swatch bestätigt er nicht.

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          Die Botschaft von Warren Buffett erinnert an die von Telefonhotlines, die im Privatfernsehen um Kunden werben: „Ruft mich an“, forderte Buffett Familienunternehmer in ganz Europa auf einer Pressekonferenz in Frankfurt gleich mehrfach auf. Ein paar Einschränkungen machte der reichste Mann der Welt dann aber doch: Die Unternehmen müssten ein Ergebnis von mindestens 50 Millionen Euro vor Steuern erwirtschaften und etwas produzieren, das Buffett „verstehe“: Dazu gehören seiner Angabe nach zum Beispiel Konsum- und Industriegüter, aber keine Produkte aus Branchen, die dramatischen Schwankungen unterworfen seien. Außerdem müssten die aktuellen Inhaber natürlich zum Verkauf bereit sein. „Wenn das Unternehmen eine gute Rendite verspricht und der Preis stimmt, dann kommen wir ins Geschäft“, sagte der amerikanische Finanzier.

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Er sei nach Deutschland gekommen, damit seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway auch bei deutschen Familienunternehmern „die Nummer Eins auf dem Radarschirm“ sei, wenn sie nach Ausstiegskosten suchten. Berkshire sei für viele Familienunternehmer „die beste Option“, da der Konzern an einem langfristigen Engagement interessiert sei und Vorteile gegenüber einem Börsengang oder einem Finanzinvestor biete.

          Gerüchte um Haribo und Swatch

          Unter dem Dach von Berkshire sind 76 Tochterunternehmen zusammengeschlossen, von Versicherern über Textilhersteller bis zu Restaurantketten. Schon auf der Hauptversammlung der Holding vor zwei Wochen hatte Buffett sein Interesse an deutschen Familienunternehmen signalisiert. Zu Gerüchten, dass er konkret mit dem Süßwarenhersteller Haribo oder dem Schweizer Uhrenhersteller Swatch verhandele, äußerte er sich jedoch nicht. Auch der hohe Euro-Kurs schrecke ihn nicht ab, versicherte de Investor: „Ich lasse keine gute Möglichkeit verstreichen, nur weil eine Währung überbewertet ist“, sagte er.

          Buffett wird auf seiner Werbetour von Eilat Wertheimer, dem Verwaltungsratschef des Werkzeugherstellers Istar, begleitet. Berkshire Hathaway hatte im Juli 80 Prozent des israelischen Familienunternehmens übernommen. Diese Übernahme ist die drittgrößte in der Geschichte von Berkshire und das bislang größte Investment Buffetts außerhalb Amerikas.

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