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Umfrage : Unter den Fondsmanagern gibt es kaum noch „Bären“

  • Aktualisiert am

Bild: Merrill Lynch, Global Fund Manager Survey

Die „Bären“ scheinen auszusterben, zumindest an den Finanzmärkten. Nicht nur die verschiedenen Stimmungsindikatoren zeigen die optimistische Stimmung unter den Anlegern an, sondern auch die Fondsmanagerumfrage von Merrill Lynch.

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          Die „Bären“ scheinen auszusterben, zumindest an den Finanzmärkten. Denn nicht nur die verschiedenen Stimmungsindikatoren zeigen die optimistische Stimmung unter den internationalen Anlegern an, sondern auch die monatlich stattfindende Fondsmanagerumfrage von Merrill Lynch.

          Danach gehen die befragten Anleger von einem konjunkturellen Soft-Landing im Jahr 2007 aus. Das globale Wirtschaftswachstum werde sich zwar abschwächen, es bestehe jedoch so gut wie keinen Rezessionsgefahr. Die Rückkehr auf das Trendwachstum werde auch die Inflationsgefahren eindämmen, so die allgemeine Erwartung.

          Allgemeine Erwartung: Zinskurven sollten sich „versteilen“

          Eine breite Mehrheit von 70 Prozent der befragten Fondsmanager hält die Geldpolitiken der Zentralbanken für angemessen, 62 Prozent rechnen in einem Jahr mir gleichen oder gar niedrigeren Zinsen am kurzen Ende als in der Gegenwart. Dagegen gehen satte 82 Prozent davon aus, daß die Renditen am langen Ende entweder gleichhoch oder höher sein werden. Die grundlegendste Annahme für Anlageentscheidungen im kommenden Jahr ist damit die Erwartung, daß die Zinsstrukturkurven steiler als bisher werden würden.

          Bild: Merrill Lynch, Global Fund Manager Survey

          Die Erwartung einer kontrollierten Inflationsentwicklung impliziert steigende Realrenditen. Wenn die Anleger überhaupt Risiken sehen, dann die Möglichkeit eines Ausverkaufs an den Rentenmärkten. Fragt sich nur, wie sich diese Wahrnehmung und die in letzter Konsequenz damit unterstellten Renditesteigerungen mit einem schwachen Häusermarkt in den Vereinigten Staaten würden vereinbaren lassen, fragen sich die Analysten von Merrill Lynch.

          Die befragten Anleger gehen mit vollem Vertrauen auf gesunde Unternehmensbilanzen in das Jahr 2007. 58 Prozent der Befragten sind der Meinung, die Unternehmen hätten zu wenig Fremdkapital in ihren Büchern. Lediglich drei Prozent denken, sie seien zu stark verschuldet. Diese Erwartungshaltung könne Musik in den Ohren der Private Equity-Anleger sein, jedoch keinesfalls in jenen der Anleiheanleger. Die Aktienanleger unter den Fondsmanagern sind sich nicht darüber einig, wie die Unternehmen ihre Erträge verwenden sollten. 41 Prozent wollen mehr Investitionen sehen, 44 Prozent dagegen wollen höhere Ausschüttungen an die Anteilseigner.

          Aktien über- und Anleihen untergewichtet

          Grundsätzlich zögern die institutionellen Anleger angesichts dieser Einschätzung nicht, Aktien über- und Anleihen unterzugewichten. Auf Branchenebene werden Finanzwerte auf Kosten von Einzelhändlern favorisiert. Die Papiere von Versorgern und den Herstellern dauerhafter Konsumgüter seien eher hoch bewertet, während Energie- und Telekommunikationswerte eher günstig zu haben seien, heißt es. Aus regionaler Sicht sind die Meinungen nicht eindeutig. Der Reiz europäischer Papier hat abgenommen, da der Euro in den vergangenen Wochen so stark aufgewertet habe. Die Fondsmanager halten den Euro inzwischen für über- und den Yen weiterhin für unterbewertet.

          Der Risikoappetit der Fondsmanager scheint nicht so hoch zu sein, wie allgemein angenommen und wie das Rekordtief von Volatilitätsindizes andeuten könnte, obwohl 80 Prozent der befragten sie in einem Jahr höher sehen als aktuell. Er hat in den vergangenen Wochen zwar zugenommen, liegt nun allerdings erst auf dem Durchschnittsniveau der vergangenen fünf Jahre. 16 Prozent der Fondsmanager halten immer noch vergleichsweise hohe Liquiditätsbestände und viele betrachten Unternehmensanleihen und die Papiere mittlerer und kleinerer Unternehmen bereits skeptisch. 38 Prozent der Fondsmanager gehen davon aus, daß die Aktienkurse in sechs Monaten tiefer als aktuell liegen könnten. Aus diesem Grund halten es die Analysten von Merrill Lynch für denkbar, daß schon ein gewisses Maß an Vorsicht in die Märkte „eingepreist“ sein könnte.

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