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Umfrage : Pessimisten gewinnen die Oberhand

  • Aktualisiert am

Bild: Anlagebarometer von Union Investment

Professionelle Anleger investierten im Mai aus Sorge, die Schuldenkrise werde in Europa das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen, mehr Mittel in amerikanische Aktien als zuvor. 46 Prozent der Fondsmanager rechnen mit einem fallenden Eurokurs.

          Die Anleger in Deutschland schätzen die Entwicklung an den Aktienmärkten zunehmend skeptischer ein, zeigt eine Umfrage der Fondsgesellschaft Union Investment zum Anlegerverhalten im zweiten Quartal des Jahres 2010.

          36 Prozent der Befragten rechnen im nächsten halben Jahr mit Kursrückgängen. Damit übertrifft die Zahl der Pessimisten erstmals seit dem zweiten Quartal des Jahres 2009 wieder die Zahl der Optimisten. Sogar 73 Prozent fürchten eine steigende Inflation, das sind 15 Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal des laufenden Jahres. Dagegen ist die Schuldenkrise in Griechenland und weiteren EU-Staaten für die meisten Anleger kein Grund, sich um die Sicherheit ihrer Geldanlagen zu sorgen.

          Die Stimmung der Anleger hat sich weiter eingetrübt. Nur 31 Prozent der Befragten erwarten in den nächsten sechs Monaten steigende Kurse an den Aktienmärkten. Im Vergleich zum Vorquartal bedeutet dies einen Rückgang um zehn Prozentpunkte. Mit Kursrückgängen rechnen hingegen 36 Prozent, mit einem unveränderten Kursniveau 25 Prozent der Anleger.

          Inflationsangst steigt weiter

          Besonders deutlich zeigt sich die wachsende Skepsis der Anleger beim Thema Inflation. Mit 73 Prozent hat der Anteil der Befragten, die im nächsten halben Jahr steigende Preise erwarten, den höchsten Wert seit dem dritten Quartal des Jahres 2008 erreicht. Er erhöhte sich allein in der ersten Hälfte des laufenden Jahres um 26 Prozentpunkte. Vergrößert hat sich auch die Sorge um die eigenen Ersparnisse: 67 Prozent derjenigen, die mit Preissteigerungen rechnen, fürchten um ihr Erspartes - ein Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber dem ersten Quartal 2010.

          Kaum Sorgen über die EU-Schuldenkrise

          Angesichts der Schuldenkrise in Griechenland und weiteren EU-Ländern machen sich 41 Prozent der Befragten Sorgen um die Sicherheit der eigenen Geldanlagen - 58 Prozent der Anleger sehen jedoch keinen Grund dazu. Gerade einmal neun Prozent der Befragten geben an, dass sie ihre Geldanlagen angesichts der Schuldenproblematik auf eventuellen Anpassungsbedarf hin geprüft haben.

          Konstante finanzielle Situation erwartet

          Ungeachtet ihrer Sorgen hinsichtlich der Marktentwicklung sind mehr als zwei Drittel oder 69 Prozent der Befragten überzeugt, ihre eigene finanzielle Situation werde in den nächsten sechs Monaten unverändert bleibt, nach 64 Prozent im Vorquartal. Allerdings erwarten nur noch 16 Prozent eine Verbesserung ihrer Haushaltslage. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als im letzten Quartal. Mit einer Verschlechterung rechnen 15 Prozent. Konstant blieb gegenüber dem Vorquartal mit 37 Prozent der Anteil derer, die im nächsten halben Jahr von einer unveränderten wirtschaftlichen Situation in Deutschland ausgehen. Ebenfalls bei 37 Prozent liegt der Anteil derer, die eine Verschlechterung erwarten, mit einer Verbesserung rechnen 26 Prozent.

          Details zur Umfrage

          Seit Anfang 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa quartalsweise eine Erhebung zum Anlegerverhalten durchführen. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Die aktuelle Befragung für das zweite Quartal 2010 fand in der Zeit vom 3. bis 10. Mai statt. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu hundert Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.

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