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Umfrage : Fondsmanager setzen auf Aktien

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Bild: BofA Merrill Lynch Survey of Fund Managers

Fondsmanager setzen so intensiv auf steigende Kurse an den Börsen wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren. Optimistische Wachstumserwartungen führen weltweit zur Übergewichtung von Aktien in den Depots, so eine Umfrage von BofA Merrill Lynch.

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          Professionelle Anleger setzen so intensiv auf steigende Kurse an den Börsen wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren. Optimistische Wachstumserwartungen führen weltweit zur Übergewichtung von Aktien in den Depots, so das Ergebnis der Januarausgabe der einmal monatlich stattfindenden Umfrage von BofA Merrill Lynch unter 199 Fondsmanagern weltweit.

          Netto 55 Prozent der Befragten erklärten in der Umfrage, die zwischen dem siebten und dreizehnten Januar stattfand, Aktien in ihren Depots übergewichtet zu haben. Das ist der höchste Anteil seit Juli des Jahres 2007 und damit unmittelbar vor der Finanzkrise.

          Zunehmendes Vertrauen in die wirtschaftliche und die Gewinnentwicklung

          Noch im Dezember des vergangenen Jahres hatten lediglich 40 Prozent auf einen weiteren Kursauftrieb an den Aktienmärkten der Welt gesetzt. Dagegen werden Anleihen immer unbeliebter. 54 Prozent der Fondsmanager haben sie untergewichtet, nach 47 Prozent im Dezember.

          Bild: BofA Merrill Lynch

          Das Vertrauen dieser Anleger in die Robustheit der wirtschaftlichen und der Gewinnentwicklung wird immer stärker. 55 Prozent der Fondsmanager gehen davon aus, dass das globale Wachstum im laufenden Jahr zunehmen wird. 39 Prozent denken sogar, es werde in den kommenden Monaten über dem langfristigen Trend liegen. Die Unternehmen würden ihre Gewinne im Durchschnitt um mehr als zehn Prozent steigern können, denken 57 Prozent der Manager. Im Dezember waren lediglich 45 Prozent so optimistisch.

          Auf der anderen Seite jedoch stehen zunehmende Inflationssorgen. 72 Prozent der professionellen Anleger gehen davon aus, dass die Inflationsraten anziehen werden. Noch vor zwei Monaten hatten lediglich 48 Prozent damit gerechnet. Der Preisauftrieb wird zwar bisher nicht als Bedrohung betrachtet, 42 Prozent der Fondsmanager halten die geldpolitischen Strategien der Zentralbanken jedoch für zu stimulativ.

          Diese Kombination zwischen weit verbreitetem Wachstumsoptimismus und geringen Inflationsbedenken sprächen für Aktien, erklärte Gary Baker, europäischer Aktienstratege von BofA Merrill Lynch. Der schon im Dezember ausgeprägt gewesene Optimismus in Bezug auf amerikanische Aktien hat sich weiter verstärkt. Netto 27 Prozent der Fondsmanager haben amerikanische Wertpapiere dieser Art in ihren Depots übergewichtet. Das ist der höchste Stand seit November des Jahres 2008. Ein Anteil von 43 Prozent der Befragten glaubt, der Dollar werden gegen den Euro und den Yen aufwerten.

          Schwellenländer- und Rohstoffmärkte verlieren an Flair

          Auch japanische Aktien scheinen reizvoller zu werden. Netto fünf Prozent der weltweit agierenden Fondsmanager haben die Aktien des Landes der aufgehenden Sonne übergewichtet, nachdem sie im November noch von 29 Prozent untergewichtet worden waren. 57 Prozent der japanischen Fondsmanager gehen von zunehmenden Wachstum in Japan aus. Die Stimmung im japanischen Binnenmarkt hat sich seit September des vergangenen Jahres stetig verbessert.

          Die Aktienmärkte der Schwellenländer bleiben weiterhin sehr beliebt. Allerdings nimmt die Begeisterung auf hohem Niveau ab. Denn nach 56 Prozent vor zwei Monaten sind nur noch 43 Prozent der Fondsmanager die Aktien der Wachstumsregionen übergewichtet. Netto 19 Prozent der Befragten befürchten eine abnehmende wirtschaftliche Dynamik in China. Auch Rohstoffanlagen verlieren etwas an Flair. Denn, obwohl steigende Inflationsraten erwartet werden, haben nur noch netto 16 Prozent der Manager diese Anlageklasse übergewichtet, nach 22 Prozent noch vor einem Monat.

          Der Optimismus in Europa wird immer ausgeprägter. Netto 44 Prozent aller befragten Fondsmanager rechnen mit zunehmendem Wachstum. Immer mehr rechnen mit steigenden Unternehmensgewinnen, während die Sorgen über die Staatsverschuldung in den Peripheriestaaten langsam abflaut.

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