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Umfrage : Fondsmanager horten mehr „Cash“

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Bild: Merrill Lynch, Global Fund Manager Survey

Die internationalen Fondsmanager sind in den vergangenen Wochen zwar risikoaverser geworden als zuvor. Allerdings denken sie nach wie vor, dass Aktien den Anlegern gegenwärtig an sich „gute Werte“ bieten.

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          Die internationalen Fondsmanager sind in den vergangenen Wochen zwar risikoaverser geworden als zuvor. Allerdings denken sie nach wie vor, dass Aktien den Anlegern gegenwärtig an sich „gute Werte“ bieten. Das gilt insbesondere im Vergleich mit der Bewertung von Anleihen.

          Dies zeigt die monatlich stattfindende Umfrage von Merrill Lynch unter 181 Fondsmanagern zwischen dem zweiten und neunten August. Die Befragten verwalten insgesamt eine Summe von knapp Milliarden Dollar.

          Aktien günstig - Anleihen teuer - denken viele

          Netto elf Prozent der Befragten halten Aktien für unterbewertet, während gleichzeitig satte 41 Prozent Anleihen für überbewertet halten. Im Rahmen der von der Kreditkrise ausgelösten Nervosität mit zunehmenden Volatilitäten haben sie das Liquiditätspolster in ihren Fonds um einen vollen Prozentpunkt auf 4,4 Prozent der Portfolios angehoben. Gleichzeitig sind die Gewinnerwartungen zurückgegangen, da immer mehr davon ausgehen, dass sich der globale Wirtschaftswachstum abschwächen wird.

          Trotzdem ist es bemerkenswert, dass bisher gerade einmal sieben Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Fondsmanager mit einer Rezession in den kommenden zwölf Monaten rechnen. Insgesamt scheinen diese institutionellen Anleger ihre Lageeinschätzung trotz der anhaltenden Turbulenzen nicht großartig verändert zu haben. „Die befragten Anleger scheinen die gegenwärtigen Verwerfungen an den Finanzmärkten einmal mehr als Kaufgelegenheit zu betrachten“, erklärte David Bowers seinen Eindruck. Er ist ein unabhängiger Berater von Merrill Lynch. „Die Anleger scheinen sich dagegen zu wehren, Aktien skeptisch betrachten zu müssen, so lange sie daran glauben, dass sich der Rest der Welt von der amerikanischen Wachstumsschwäche abkoppeln kann“, erläutert er seine Interpretation der Daten weiter.

          Schwellenländerwerte haben ihre Reize

          Die befragten Fondsmanager denken immer noch, die ausgeweiteten Kreditspreads seien in erster Linie auf die Schwäche des amerikanischen Häusermarktes zurückzuführen. Dagegen halten sie die Schwellenländermärkte nach wie vor für reizvoll. Grundsätzlich deutet die Augustumfrage auf eine Veränderung der Priorität von amerikanischen Aktien hin zu Werten von Unternehmen, die in den Schwellenländern weltweit tätig sind. 29 Prozent der Befragten denken, die Aktie solcher Unternehmen böten die beste Ertragsperspektive über alle Branchen betrachtet. Damit lösen sie europäische Werte ab, die vorher die „großen Favoriten“ gewesen waren.

          Gleichzeitig gehen sie davon aus, dass sich ihre Gewinnqualität gerade in der Zeit verbessern würden, in welcher sich jene der amerikanischen Unternehmen verschlechtern werde. Drittens seien die Schwellenländerwerte attraktiver bewertet. Nur ein geringer Anteil von netto acht Prozent der Fondsmanager hält Schwellenländerwerte für überbewertet, während 19 Prozent amerikanische Aktien für am teuersten halten.

          In globaler Sicht bevorzugen die institutionellen Anleger immer noch zyklische Werte, selbst wenn sie mit abnehmendem Wachstum rechnen. Satte 33 Prozent der betrachteten Fonds haben im August Technologiewerte übergewichtet, nach 26 Prozent noch im Juli. Daneben zählen Basismaterialien, Energie und die Industriewerte zu den bevorzugten Branchen. Dagegen hat die Kreditkrise die Finanzwerte voll getroffen: 29 Prozent der Fondsmanager haben sie untergewichtet, nach 18 Prozent noch im Juli.

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