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Umfrage : Fondsmanager drehen den Dollaroptimismus zurück

  • Aktualisiert am

Bild: BNP Paribas FX Strategy

Fondsmanager sind nach der aktuellsten Umfrage von BNP Paribas/I&PE Investment Manager anhaltend optimistisch für Aktien. Nach einer gewissen Favorisierung noch vor vier Wochen betrachten sie inzwischen den Dollar wieder skeptischer.

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          Nach Jahren mit schönen Trends sind die Zeiten an den internationalen Finanzmärkten „wetterwendischer“ geworden. Das zeigt sich nicht nur an den erhöhten Volatilitätsniveaus - der VDax-New liegt nach Spitzen von bis zu 23,77 Prozent in den vergangenen Tagen an Mittwoch bei 18,71 Prozent.

          Im Dezember des ergangenen Jahres hatte der Index, der die gehandelten Volatilitäten an der Terminbörse Eurex und damit die Risikoneigung des Marktes wiedergibt, noch ein Rekordtief von 12,13 Prozent markiert. Das heißt, die Anleger waren damals ziemlich optimistisch gewesen.

          Anhaltender Aktienoptimismus ...

          Bei den Aktienanlegern ist dieser Optimismus nach wie vor vorhanden. Die aktuellste Ausgabe der monatlich stattfindenden Umfrage von BNP Paribas/I&PE Investment unter mehr als 100 Fondsmanagern zeigt, dass sie mehrheitlich mit weiterhin steigenden Kursen rechnen. In den vergangenen Monaten hatten insbesondere die amerikanischen Aktien an Flair gewinnen können.

          Etwas ausgeprägter waren in den vergangenen Jahren die Stimmungsschwankungen an den internationalen Rentenmärkten. Vor allem am amerikanischen Rentenmarkt. Dort nahm von Mitte des Jahres 2005 bis in den Herbst des vergangenen Jahres offensichtlich die Konjunkturskepsis zu. Denn der Anteil der befragten Fondsmanager, die mit steigenden Kursen rechneten, legte zu. Noch deutlicher nahm der Teil jener ab, die mit fallenden Kursen am amerikanischen Rentenmarkt rechneten. Diese Erwartungshaltung hat sich erst in den vergangenen Wochen moderiert.

          Den deutlichsten Stimmungswandel gab es in den vergangenen Wochen mit Bezug auf den japanischen Rentenmarkt. Dort hat der Diffusionsindex deutlich nach unten gedreht. Entweder rechnen die Anleger mit weiter steigenden Leitzinsen in Japan oder sie tendieren dazu, die Mittel in anderen Märkten - sei es die Börse oder seien es internationale Rentenmärkte - zu platzieren.

          ... während der Dollaroptimismus wieder abgenommen hat

          Am ausgeprägtesten scheinen die rasch wechselnden Stimmungen am Devisenmarkt zu sein. Hatten die internationalen Fondsmanager des Dollar noch im vergangenen Monat relativ positiv betrachtet, so kam es in den vergangenen Tagen zu einer deutlichen Gegenbewegung der Erwartungen. Der so genannten „Dollar-Erwartungs-Diffusionsindex“, hat nach einer gewissen Zwischenerholung wieder nach unten gedreht und ist wieder deutlicher ins Minus gerutscht., während mit Blick auf den Euro gerade das Gegenteil passierte.

          Die rasch wandelnden Stimmungen am Devisenmarkt und zum Teil auch an den Rentenmärkten dürften mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit anhalten. Denn beide Märkte werden zumindest zum Teil von den so genannten Carry Trades bestimmt. Sie charakterisieren sich durch die Kreditaufnahme von Mitteln in niedrig verzinslichen Märkten und durch die Platzierung der Mittel in höher rentierlichen Produkten und Regionen.

          Solche Strategien können gleichzeitig von mehreren Seiten unter Druck geraten. Erstens erhöhen die Währungsvolatilitäten die damit verbundenen Risiken. Zweitens kann die Zinsdifferenz zwischen den verschiedenen Währungsräumen abbauen, indem beispielsweise die japanische Zentralbank den Leitzins weiter erhöhte, während sie in den Vereinigten Staaten aufgrund des schwachen Häusermarktes und der daraus resultierenden Konsequenzen bald sinken oder zumindest real durch eine anhaltend hohe Inflationsrate aufgebraucht werden könnte. Das heißt, Carry Trades können auch über die „Ertragsseite“ unterminiert werden.

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