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Technische Analyse : Erfolgreicher Test der Tiefs

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Welche Signale geben die Charts? Bild:

Der S&P-500 wird nach Auslaufen der Konsolidierung auf neue Allzeithochs vorstoßen, zeigt sich S&P's technischer Chefanalyst Mark Arbeter zuversichtlich.

          Mitte vergangener Woche testete der Aktienmarkt das jüngste Kurstief, bislang haben jedoch alle wichtigen Unterstützungen gehalten. Der Anleihemarkt, der dem Aktienmarkt unlängst einige Probleme bescherte, hat sich eingependelt, wobei die Renditen der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihen der Marke von fünf Prozent mittlerweile näher sind als dem jüngsten Hoch bei 5,25 Prozent. Dem Rohölpreis gelang derweil der Ausbruch über 70 Dollar/Barrel, woraufhin er nun die Höhen des vergangenen Jahres in Angriff zu nehmen scheint.

          Am 26. Juni schloss der S&P-500 bei 1.492,89 Punkten, nur knapp über dem am 7. Juni markierten Tief bei 1.490,72 Zählern. Das Schlusstief der vergangenen Woche lag auf Höhe des exponentiell gleitenden 65-Tage-Durchschnitts, der während eines mittelfristigen Aufwärtstrends häufig als Unterstützung dient. Am 27. Juni bildete der Index ein Tagestief bei 1.484,18 Punkten aus, wobei es sich allerdings um einen falschen Ausbruch nach unten handelte.

          Neigungswinkel werden steiler

          Der S&P-500 bewegt sich auf Schlusskursbasis nach wie vor in einem Korridor zwischen dem Widerstand bei 1.540 Punkten und der Unterstützung bei 1.490 Zählern. Angesichts der Fülle negativer Meldungen in den zurückliegenden Wochen schlägt sich der Markt nach unserer Ansicht recht tapfer, und sobald diese Konsolidierung ausgelaufen ist, sehen wir den S&P-500 auf neue Allzeithochs vorstoßen.

          Wie wir in früheren Kommentaren häufiger erwähnt haben, ist der Neigungswinkel des aktuellen Hausse-Marktes seit dem Tiefstand im Sommer 2006 steiler geworden. Wenn die jüngsten Tiefs halten und sich der Markt erneut aufwärts schwingt, dann steigt der Neigungswinkel ein zweites Mal an.

          Steile Anstiegswinkel können einige Zeit anhalten und sind auf dem Weg nach oben in jedem Fall von Vorteil. Eine allzu starke Versteilung ist für gewöhnlich indes ein gutes Warnsignal für einen bevorstehenden Kursausbruchs nach oben. Diese können leider ein jähes Ende nehmen. Es ist zwar noch nicht so weit, doch nach unserer Einschätzung sollten wir im späteren Jahresverlauf die Augen offen halten, wenn der Markt unter Dampf gerät.

          RSI nicht im überverkauften Terrain

          Der steilere Neigungswinkel des Hausse-Marktes liegt darin begründet, dass die aufeinander folgenden Rückkehrbewegungen, angefangen mit jener im Mai 2006, immer schwächer und kürzer ausgefallen sind. Die Rückkehrbewegung vom 5. Mai bis zum 13. Juni 2006 kostete den S&P-500 auf Schlusskursbasis 7,7 Prozent und dauerte 26 Handelstage. Die nächste Rückkehrbewegung vom 20. Februar bis zum 5. März 2007 zog den Index um 5,9 Prozent nach unten und währte neun Handelstage. Wenn die gegenwärtige Rückkehrbewegung beendet ist, wovon wir ausgehen, dann hielt sie nur drei Tage an, wobei der Schaden mit lediglich 3,2 Prozent vergleichsweise moderat ausfiel.

          Aufgrund der begrenzten Intensität und Dauer der letzten Rückkehrbewegung konnten die Momentum-Indikatoren auf Tagesbasis nicht in überverkauftes Terrain vordringen. Wenn wir einen Blick auf den 14-Tage-RSI (Relative-Stärke-Index) werfen, dann sehen wir das Momentum-Tief der jüngste Kursdelle am 7. Juni mit einem Wert von 41. Während mittelfristiger Rückkehrbewegungen sinkt der 14-Tage-RSI üblicherweise auf einen Wert von 30 oder darunter, was beispielsweise im Juni 2006 und im März 2007 der Fall war.

          Momentum zerrt an den Nerven der Bären

          Das Fehlen eines überverkauften Momentums lässt sich auf verschiedene Weise interpretieren. Auf der Hausse-Seite zeigt sich ein Markt stark, der die Auswirkungen einer überverkauften Situation ohne begrenzten Schaden abmildern kann. Wie wir bereits sagten, führen mittelfristige Rückgänge gewöhnlich zu kräftigeren Kursrückgängen, die zudem länger anhalten. Jeder Rückgang, der mit einer schwächeren Kurserosion einhergeht, zerrt an den Nerven jener Anleger, die am Markt mit Short-Positionen engagiert sind oder ihren Wagen mit Put-Optionen vollgeladen haben. Das Hausse-Szenario impliziert eine weitere Kursexplosion nach oben, sobald die Bären auf dem Markt das Handtuch werfen.

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