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Technische Analyse : Anleiherenditen im Auge behalten

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Bild: FAZ.NET

Die Volatilität an den internationalen Finanzmärkten hat zugenommen. Nach Ansicht der Analysten von S&P werden die Geschicke des Aktienmarkts in den kommenden Wochen vom Anleihemarkt gelenkt.

          Ausgehend von seinen jüngsten Tiefs setzte der Aktienmarkt seine Rally fort, allerdings mit begrenzten Zugewinnen, was nach unserer Ansicht auf höhere Anleiherenditen und gestiegene Ölpreise zurückzuführen ist. Die Rendite der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihen prallte vom Bereich um fünf Prozent nach oben ab und schloss die vergangene Woche unweit von 5,2 Prozent, während sich Rohöl auf knapp 73 Dollar pro Barrel verteuerte. Wir gehen davon aus, dass sich die Aktienindizes diesem zwischen den Märkten aufbauenden Druck beugen werden.

          In den kommenden Wochen dürften die Geschicke des Aktienmarkts nach unserer Einschätzung in den Händen des Anleihemarkts liegen. Die zehnjährigen Staatsanleihen vollzogen eine sehr schnelle Gegenbewegung, mit der die am 7. Juni entstandene Lücke nahe fünf Prozent geschlossen wurde; anschließen kehrten sie rasch wieder zu ihrem primären Aufwärtstrend zurück. Wir sehen die Zehnjahresanleihen auf dem Weg zu einem entscheidenden Test der jüngsten Renditehochs zwischen 5,25 und 5,30 Prozent, wobei die Unterstützung in der Zone um 5,25 Prozent halten und die Renditen wieder talwärts schicken dürfte.

          War der Anleihe-Pessimimus zu ausgeprägt?

          Wir gehen davon aus, dass sich hinsichtlich der Renditen einige negative Momentumdivergenzen ausbilden werden, die auf die Möglichkeit einer bevorstehenden weiteren Kehrtwende hindeuten. Darüber hinaus verlagert sich die Stimmung gegenüber dem Anleihemarkt zusehends in pessimistische Gefilde, was aus entgegengesetzter Sichtweise positiv für die Staatsanleihen sein könnte. Laut Consensus-Umfrage sank die optimistische Stimmung gegenüber Anleihen während der vergangenen zwei Wochen auf 25 und 26 Prozent - kein gutes Zeichen für Anleihen. Dieses Ausmaß an Pessimismus war zum letzten Mal gegen Ende März 2005 zu beobachten, als die Anleiherenditen einen mittelfristigen Höchststand markierten

          Welche Signale geben die Charts?

          Nach der Umfrage von MarketVane liegt der Anteil der Optimisten gegenüber dem Anleihemarkt bei nur 40 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit September 2003, als sich die Anleiherenditen ebenfalls auf einem mittelfristigen Gipfel befanden. Hinsichtlich Anleihen verzeichnen wir zudem relativ hohe Niveaus von Put/Call-Ratios, ein weiterer Kontraindikator, der häufig mittelfristige Renditehöchststände nach sich zieht.
          Wie bereits in früheren Kommentaren erwähnt, gehen wir angesichts des Ausbruchs aus einem seit 1986 zurückreichenden Renditekanal von einem höheren langfristigen Renditetrend aus. Es gab Zeiten, in denen sich Aktien in einem Umfeld steigender Zinsen zumindest zeitweilig prächtig entwickelt haben. Ein zu starker Anstieg der Zinsen erhöht das Risiko auf dem Aktienmarkt jedoch exponentiell. Auf kurze bis mittlere Sicht rechnen wir indes mit einem Einpendeln der Renditebewegungen nach Erreichen der Unterstützung unweit der gegenwärtigen Niveaus, was dem Aktienmarkt einen neuerlichen Aufwärtsschub verleihen könnte.

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