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Technische Analyse : Anleiherenditen im Auge behalten

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Während Anleiherenditen mit den Aktienmärkten Katz und Maus spielen, ist der S&P-500 weiterhin in einem Kanal zwischen 1.490 und 1.540 Punkten gefangen. Der Index lief in einen schwachen Trendlinienwiderstand, der sich aus den jüngsten Schlusshochs im Bereich um 1.528 Zähler ableitete. Die als Chartwiderstand dienenden früheren Höchststände sind bei 1.533,70 und 1.539,18 Punkten angesiedelt. Nach unten kommen zwischen 1.513 und 1.515 Zählern einige kurzfristige gleitende Durchschnitte ins Spiel, während sich zwischen 1.496 und 1.504 Punkten mittelfristige Durchschnitte befinden. Eine aus den jüngsten Tiefs gebildete starke Chartunterstützung setzt zwischen 1.484 und 1.490 Zählern ein. Wir gehen zwar weiterhin davon aus, dass der nächste Ausbruch aufwärts gerichtet sein wird, bei einem Durchbruch unter die Zone bei 1.490 Punkten sollte jedoch Chart- und Trendlinienunterstützung im Bereich um 1.460 Zähler greifen.

VIX - „Maßstab für die Anlegerangst“

Eine Möglichkeit zur Messung der Marktstimmung und der erwarteten Kursschwankungen ist der Volatilitätsindex VIX der Chicagoer Optionsbörse (CBOE). Der VIX misst die vom Markt erwartete kurzfristige Schwankungsintensität anhand von Optionspreisen. Da Volatilität häufig mit Finanzturbulenzen einhergeht, wird der VIX auch „Maßstab für die Anlegerangst“ genannt. Der VIX schätzt die erwartete Volatilität mit Hilfe breit gestreuter Ausübungspreise von Optionen auf den S&P-500. Die Berechnung des VIX stützt sich weder auf das Black/Scholes-Optionspreismodell noch auf andere Modelle. Der VIX bedient sich einer neu entwickelten Formel, mit der die erwartete Volatilität auf Grundlage des gewichteten Durchschnitts der Preise von Puts/Calls-aus-dem-Geld ermittelt wird.

Da der VIX auf Optionspreisen basiert und Optionspreise eine Funktion der Kursvolatilität sind, tendiert der VIX bei einem Kursabschwung zum Anstieg, da der Markt üblicherweise schneller absinkt als ansteigt. Volatilitätsindizes (VIX, VXO, VXN, QQV) basieren auf der Geschwindigkeit von Kursbewegungen und sind daher nachlaufende Indikatoren. Mit anderen Worten: sie steigen erst an, wenn sich die Kurse deutlich nach unten entwickeln. Von Zeit zu Zeit ist die Bewegung und/oder das relative Niveau des VIX ziemlich interessant und aufschlussreich.
Seit Jahresbeginn 2005 folgte auf jede Rückkehrbewegung des Marktes ein Anstieg des VIX, was ein normales Verhalten darstellt. Auf jede Erhöhung des VIX schloss sich dann eine Abwärtsbewegung in den Bereich von 10 an, ein historisch gesehen vergleichsweise niedriges Niveau. Nach dem Anstieg im Februar und März sowie vor der letzten Rückkehrbewegung im Juni hielt der VIX jedoch ein höheres Niveau im Bereich zwischen 12 und 15 aufrecht. Gegenwärtig befindet sich der VIX knapp unterhalb von 15 - Optionsanleger wetten also auf eine um 50 Prozent stärkere Bewegung des S&P-500 als noch vor vier Monaten.

Obwohl sich der S&P-500 unweit seines Allzeithochs aufhält und der letzte Rücksetzer nur ein kleines Echo auf dem Radar darstellte, bezahlen Optionsanleger höhere Prämien für die Kurssicherung. Dieses gesteigerte Angstniveau gegenüber dem Aktienmarkt ist in einem Hausse-Markt nach unserer Ansicht ein weiteres positives Stimmungssignal. Interessanterweise war dieses Phänomen auch Anfang 1996 zu beobachten, als der VIX auf ein höheres Niveau kletterte und dort während der gesamten Aufwärtsentwicklung des Marktes bis Ende der Neunzigerjahre verharrte.

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