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Technische Analyse : Aktien: Weitere Kursschwankungen voraus

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Welche Signale geben die Charts? Bild:

Bis sich die Aktienanleger an höhere Anleiherenditen gewöhnt haben, dürfte der Markt weitere heftige Kursschwankungen verzeichnen, denkt Mark Arbeter von S&P. Danach könnte „ein schöner Sommer“ ins Haus stehen.

          Die Bewegungen am Aktienmarkt folgen weiterhin den Entwicklungen auf dem Anleihemarkt, wobei die Aktienkurse in der vergangenen Woche durch höhere Renditen unter Druck gerieten. Der Aktienmarkt scheint an „Verdauungsproblemen“ zu leiden, und solange er sich nicht an das höhere Renditeniveau gewöhnt, das nach unserer Ansicht zum Normalfall wird, dürften wir noch einige heftige Kursschwankungen erleben. Sobald sich die Renditen jedoch etwas eingependelt haben, könnte dem Aktienmarkt nach unserer Einschätzung ein schöner Sommer ins Haus stehen.

          Zu Beginn der vergangenen Woche ging dem S&P-500 in der Nähe seiner Anfang Juni markierten Hochs die Luft aus. Er zog sich daraufhin in den Bereich eines Zwischenhochs zurück, das sich während der kleinen Doppelbodenformation ausgebildet hatte. Unterstützung fand der Index dabei auch vom einfachen 50-Tage-Durchschnitt sowie von einer aus den Märztiefs abgeleiteten Trendlinie. Seit Anfang Juni bewegt sich der S&P-500 eingeklemmt zwischen dem Widerstand bei 1.540 Punkten und der Unterstützung bei 1.490 Zählern.

          Ausbidung einer „soliden Plattform“ für künftige Aufwärtsbewegungen?

          Auf sehr kurze Sicht gehen wir davon aus, dass die Rendite der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihen die jüngsten Hochs zwischen 5,25 und 5,30 Prozent testen könnte. Währenddessen dürfte der S&P-500 nach unserer Überzeugung die jüngsten Tiefs in der Zone zwischen 1.490 und 1.500 Punkten ausloten. Wir gehen ferner davon aus, dass der Widerstand am Anleihemarkt vorerst halten und eine neuerliche Gegenbewegung der Renditen nach unten auslösen wird. Daraufhin würde der Aktienmarkt nach unserer Ansicht einen erfolgreichen Test der jüngsten Tiefs vornehmen und dort möglicherweise eine solidere Plattform für künftige Aufwärtsbewegungen bilden.

          Der Versorgungssektor - der Sektor mit der größten Zinsempfindlichkeit - testet bereits seine jüngsten Kurstiefs und scheint hierbei einen Doppelboden auszubilden. Dies könnte ein erstes Indiz dafür sein, dass ein vorläufiges Ende des Anstiegs der Anleiherenditen bevorsteht. Auch der börsengehandelte Fonds iShares Lehman 20+ Year Treasury Bond Fund (TLT) lotet sein jüngstes Tief im Bereich zwischen 82 und 83 aus und könnte dabei ebenfalls einen Doppelboden bilden. Der TLT erhält sehr starke langfristige Chartunterstützung in der Zone zwischen 81 und 83, weshalb wir davon ausgehen, dass sich hier eine logische Stelle für eine Kursumkehr bietet.

          Wie bereits vor kurzem in einem Kommentar angemerkt, zeigte sich während des Haussemarktes eine sehr starke Sektorbeteiligung, und trotz des Anstiegs der Anleiherenditen behalten alle zehn Sektoren des S&P-500 ihre langfristigen Aufwärtstrends bei. Einige sind auf Allzeithochs vorgestoßen, während andere neue Erholungshochs markierten. Diese breit angelegte Stärke unterscheidet das heutige Szenario von der Situation Ende der 1990er-Jahre, als große Technologiewerte die Haupttreiber der Indizes waren.

          Haussemärkte neigen sich in der Regel ihrem Ende zu, wenn die Sektorbeteiligung gering ausfällt oder nicht auf Hochtouren läuft.
          Zusätzlich zu den breiten Bewegungen der Sektoren zeigen sich auch die internationalen Aktienmärkte von ihrer starken Seite. Neben dem amerikanischen Aktienmarkt beobachten wir auf technischer Basis auch die maßgeblichen europäischen und asiatischen Märkte. Analog zum S&P-500 stieß auch der Xetra-DAX unlängst auf ein Allzeithoch vor, bevor er kurze Zeit später unter Gewinnmitnahmen leidend zurückwich. Der FTSE-100 steht kurz davor, ein Retracement seines gesamten Baissemarktes zu vollziehen. Während wir die jüngsten Kursschwankungen vor allem von der Entwicklung auf dem Anleihemarkt beeinflusst sehen, sind wir jedoch auch der Auffassung, dass die Kursvolatilität aufgrund von Gewinnmitnahmen nervöser Anleger immer dann zunimmt, wenn ein maßgeblicher Index in die Nähe einer entscheidenden Kursmarke gelangt oder sie schließlich übersteigt.

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