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Bericht von UBS und Wealth-X : Deutsche Superreiche so vermögend wie noch nie

Das ist nur was für die ganz Reichen: Der teuerste Saphir der Welt, „Blue Belle of Asia“, wurde unlängst für 14 Millionen Euro versteigert Bild: dpa

Die Zahl der Multimillionäre in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Im übrigen Europa werden ebenfalls Rekordwerte erreicht. Die aktuelle Analyse gibt auch Auskunft darüber, woher der Reichtum stammt.

          In Deutschland leben nach den Vereinigten Staaten die meisten Superreichen. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Schweizer Bank UBS und des auf sehr wohlhabende Personen spezialisierten Datendienstleisters Wealth-X hervor. Als superreich – im Englischen „ultra high net worth“ – gelten Personen mit einem verfügbaren Vermögen von mindestens 30 Millionen Dollar.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          So viel haben in Deutschland 19.095 Personen, 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Vermögen ist um 10 Prozent auf 2,6 Billionen Dollar gewachsen. Beide Steigerungsraten liegen über den Durchschnittswerten auf der Welt und in Europa. Die Hochvermögenden kontrollieren fast 23 Prozent des deutschen Gesamtvermögens. In der Schweiz kommen die 6635 Superreichen auf 790 Milliarden Dollar, was fast 29 Prozent des Gesamtvermögens entspricht.

          Schon im September hatten UBS und Wealth-X einen Bericht zu den Milliardären veröffentlicht. In Deutschland gibt es 123 Milliardäre, was den vierten Rang in der Welt bedeutet. In Europa stieg die Zahl der Superreichen, zu denen auch Multimillionäre zählen, um 3755 auf 61.820 Personen. Sie besitzen 8,3 Billionen Dollar, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg von fast 9 Prozent entspricht. Zu diesem Kreis zählen auf der ganzen Welt 211.275 Menschen, die auf ein Vermögen von 29,7 Billionen Dollar kommen. Damit ist die Anzahl der Superreichen um 6 Prozent und ihr Vermögen um 7 Prozent gewachsen.

          Luxusgüter haben sich stark verteuert

          Die Stadt mit den meisten Superreichen auf der Welt bleibt New York. Dort leben 8655 sehr wohlhabende Personen. In Europa führt London mit 6815 und in Deutschland München mit 1805. Die föderale Struktur Deutschlands schlägt sich auch in einer regional breiten Verteilung der Reichen nieder. Nur 31 Prozent von ihnen leben in den vier wichtigsten Städten, während es in Frankreich Paris auf 70 Prozent bringt. Nach München weisen Düsseldorf (1540 Personen), Hamburg (1480) und Stuttgart (1220) die meisten Einwohner auf, die sehr reich sind.

          Mehr als 40 Prozent der wohlhabenden Deutschen haben ihr Vermögen aus eigener Kraft angehäuft. Geerbt haben es 28 Prozent, während 31 Prozent ihr Erbe vermehren konnten. Mit 14 Prozent stammt der höchste Anteil der reichen Deutschen aus der Industrie. Hier spiegelt sich auch die von mittelständischen Familienunternehmen geprägte Wirtschaft wider. Dagegen haben in der Schweiz 31 Prozent der Reichen ihr Vermögen in der Finanzbranche erwirtschaftet. In den Vereinigten Staaten, dem Land mit den meisten Superreichen, zeigt sich der Aufstieg der Technologiebranche, also von Apple, Google und anderen Unternehmen, in der Statistik: 9 Prozent der 69.560 Wohlhabenden stammen aus der Technologiebranche.

          Die Wohlhabenden halten ein Viertel ihres Vermögens in Form von Bargeld, wie Simon Smiles, Chef-Anlagestratege der UBS für wohlhabende Kunden, im Vorwort des Berichts schreibt. Sie geben im Jahr durchschnittlich 1,1 Millionen Dollar für Luxusgüter und Dienstleistungen aus. Sie hätten am Absatz der Luxusbranche einen Anteil von 19 Prozent, obwohl sie nur 0,004 Prozent der Weltbevölkerung ausmachten, so Smiles. Seinen Angaben zufolge sind die Preise im Luxussegment deutlich schneller gestiegen als die allgemeine Teuerung. So erhöhten sich in den vergangenen fünf Jahren die Häuserpreise in London um 40 Prozent und die Preise für Reisetaschen von Louis Vuitton um 30 Prozent.

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