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Studie : Frauen zeigen risikoärmeres Anlegerverhalten als Männer

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Die Zahl der Privatanleger, die von steigenden Aktienkursen ausgeht, hat sich in den vergangenen Monaten kaum verändert.

          Was die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten anbelangt, so ist die Einschätzung der Bundesbürger weiterhin verhalten optimistisch.

          Wie eine Umfrage des Forschungsinstituts forsa im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment ergab, erwarten 38 Prozent der Befragten in den kommenden sechs Monaten anziehende Aktienkurse. Einen Seitwärtstrend dagegen erwarten 27 Prozent der Befragten. Mit leicht fallendenden Kursen rechnen hingegen nur 22 Prozent. Ein düsteres Szenario von einbrechenden Aktienkursen zeichnen lediglich vier Prozent der Befragten.

          Hinsichtlich der eigenen Geldanlage plant der Studie zu Folge ein Drittel der Befragten Konsequenzen zu ziehen. Dabei signalisieren 43 Prozent der bereits in Aktien- oder Aktienfonds investierten Anleger eine recht hohe Kaufneigung. Eine abwartendere Haltung zeigen diejenigen, die noch nicht ihr Geld in Aktien angelegt haben. Mit 67 Prozent planen hier rund zwei Drittel weiterhin keine Aktien zu kaufen.

          Kein Spielraum mehr für Zinssenkungen

          Deutlich geringer als noch bei der letzten Befragung schätzen dagegen die Umfrageteilnehmer den Spielraum für Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) ein. Nur noch 20 Prozent erwarten leicht fallende Zinsen - im November glaubten noch 38 Prozent an fallende Zinsen. Von steigenden Zinsen dagegen gehen 29 Prozent aus.

          Skeptischer schätzen die Befragten die eigene finanzielle Situation ein. Mit 23 Prozent glaubt nunmehr knapp ein Viertel, dass sich die eigen Lage verschlechtern wird - bei der ersten Befragung im ersten Quartal 2001 taten dies nur zehn Prozent. Mit 55 Prozent rechnet immerhin mehr als die Hälfte der Interviewten mit einer unveränderten Situation. Die Zukunft optimistischer sehen hingegen 22 Prozent der Befragten.

          Mehrheit erwartet Verschlechterung der Wirtschaftslage

          Eine leicht positive Tendenz ist bei der Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Situation in Deutschland zu verzeichnen. Der Anteil der Person, die hier eine Verbesserung erwartet, ist seit der letzten Befragung vom November 2001 von 11 auf 19 Prozent gestiegen. Mit 49 Prozent geht allerdings nach wie vor die Hälfte der befragten Personen von einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation aus.

          Insgesamt, so ein weiteres Ergebnis der Studie, sind Frauen bei der Geldanlage vorsichtiger als Männer. Lediglich 27 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen besitzen Aktien und 37 Prozent Aktienfonds. In beiden Anlagesegmenten sind die männlichen Anleger mit 29 und 44 Prozent stärker vertreten. Auch bei den Sparzielen offenbaren Männer eine größere Risikobereitschaft. 30 Prozent der Männer sparen unter anderem, um Chancen auf den Kapitalmärkten zu nutzen. Bei den Frauen ist dies nur für ein Viertel der Befragten ein interessanter Aspekt.

          Bei der wie in jedem Quartal durchgeführten Studie befragte das Forschungsinstitut forsa vom 28. Januar bis zum fünften Februar repräsentativ 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten.

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