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Studie : Deutsche Fondsgesellschaften bei Emerging Markets abgeschlagen

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Bild: stockheim-media

Schwellenländern gehört nach Ansicht vieler Experten die Zukunft. Im Fondsbereich haben laut einer Studie von Feri vor allem ausländische Gesellschaften gute Produkte. Deutsche Fondshäuser laufen dagegen dem Trend hinterher.

          Laut einer Studie der Feri EuroRating Services AG, einer Ratingagenturen für die Analyse und Bewertung von Anlagemärkten und Anlageprodukten, mangelt es deutschen Publikumsfondsgesellschaften an Expertise und qualitativ guten Produkten für Schwellenländer-Anlagen. Analysiert wurden mit Stichtag Ende Februar knapp 900 zum Vertrieb in Deutschland zugelassene Aktien- und Rentenfonds mit Schwerpunkt Emerging Markets von insgesamt 152 Fondsgesellschaften. Ergebnis: Am besten schnitten die ausländischen Gesellschaften First State, Comgest und Aberdeen ab, die alle ein überdurchschnittliches Aktienmanagement vorweisen können.

          „Die Anleger sind sich einig, dass die Emerging Markets für die Weltwirtschaft eine immer wichtigere Rolle spielen“, sagt Christian Michel, Teamleiter Fonds & Zertifikate bei der Feri EuroRating Services AG. „Schwellenländer-Fonds haben daher ein großes Absatzpotenzial. Unter den deutschen Fondsgesellschaften scheint sich das noch nicht herumgesprochen zu haben, denn unter den besten 15 in der Kategorie Emerging Markets befindet sich kein einziger deutscher Anbieter.“

          Ausländische Fondshäuser vorn

          First State bietet acht Aktienfonds an, die zusammen rund 7,6 Mrd. Euro Assets under Management vereinen. Die französische Investmentboutique Comgest hat sieben Aktienfonds im Angebot und überzeugt bei den Satelliten-Märkten Greater China und Indien sowie mit dem 3,5 Mrd. Euro Flaggschiff Magellan und dem kleineren Panda-Fonds mit Fokus auf asiatische Aktien.

          Beim drittplatzierten Fondshaus Aberdeen erreichen die mit einem Feri A-Rating ausgezeichneten Fonds Asia Pacific Equity und Emerging Market Equity eine Top-Position in der jeweiligen Vergleichsgruppe. Auf Rang fünf der Auswertung folgt mit Fidelity der nach verwaltetem Volumen größte Anbieter. Fidelity managt 19 Publikumsfonds mit Schwerpunkt Emerging Markets, wobei die asiatischen Aktienfonds Asian Special Situations, South East Asia und Asean besonders überzeugen. Pioneer (Rang 9), Franklin Templeton (Rang 11) und die Schweizer UBS (Rang 15) schaffen es mit ihrem Fondsmanagement noch unter die besten 15.

          Große Unterschiede in der Wertentwicklung

          Ein weiteres Ergebnis der Analyse ist das deutliche Leistungsgefälle bei den Fondsgesellschaften: Während der beste Aktienfonds der Kategorie Emerging Markets über die vergangenen drei Jahre eine jährliche Wertentwicklung von mehr als zehn Prozent erzielte, so haben die schlechtesten Fonds sogar zehn Prozent und mehr verloren.

          „Es wird deutlich, dass die Auswahl des Asset Managers eine hohe Bedeutung für den Anlageerfolg hat“, erklärt Christian Michel. „Groß und bekannt heißt hier nicht gleichzeitig, dass die Fondsgesellschaften auch eine erfolgreiche Produktpalette haben.“

          Schwellenländer bei Anlegern beliebt

          Investitionen in den Schwellenländern erfreuen sich bei Privatanlegern wachsender Beliebtheit. Die Bedeutung dieser Produktgruppe für die Portfolios von Privatanlegern wird jedoch weiter zunehmen, wie kürzlich eine Umfrage von Feri EuroRating Services unter knapp 700 Privatanlegern ergab. Zwei Drittel gaben an, bis zu 30 Prozent ihres Portfolios in Schwellenländern angelegt zu haben. Lediglich 14 Prozent sind derzeit nicht in Emerging Markets investiert. Mehr als 90 Prozent erwarten, dass das verwaltete Vermögen im Bereich Schwellenländer in den nächsten drei bis fünf Jahren steigen oder sogar stark steigen wird.

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