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Strategie : Spitzenanleger „denken unabhängig und unkonventionell“

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Was unterscheidet den Milliardär vom Millionär, wenn es um Investments geht? Was haben die Genies der Anlagewelt, was andere nicht haben - von einer Menge Glück und Geld einmal abgesehen?

          Was unterscheidet den Milliardär vom Millionär, wenn es um Investments geht? Was haben die Genies der Anlegerwelt, was wir nicht haben? Von einer Menge Glück und Geld einmal abgesehen.

          Beim Erstellen einer Liste der besten Investoren erkannten wir, wie sehr jeder einzelne von ihnen die Investmentwelt beeinflusst hat. Und wir entdeckten ein weiteres gemeinsames Merkmal: sie alle sahen Chancen, bevor sie von der Masse wahrgenommen wurden. John Templeton trieb die internationale Kapitalanlage bereits in Zeiten voran, als sie noch kein gängiger Trend war. Warren Buffet kaufte unterbewertete Unternehmen lange bevor sein wertorientierter Investmentstil („Value Investing“) in aller Munde war. David Shaw setzte Hochtechnologie und gewiefte Fachleute ein, um aus dem Sekundenhandel Kapital zu schlagen - eine gängige Strategie heutiger Hedge-Fonds.

          Viele der weltweit besten Investoren gelangten an die Spitze, weil sie Vorreiter waren. Sie folgten weder ausgetretenen Pfaden noch kopierten sie en gros die Anlagestile anderer. Zu Beginn ihrer Karrieren „setzten sie sich von der Masse ab“, sagt Walter Gerasimowicz, Vorsitzender und Geschäftsführer von Meditron Asset Management.

          Spitzenanleger „denken unabhängig und unkonventionell“

          Dieses Absetzen von der Masse kann eine gehörige Portion Mut erfordern, insbesondere auf Finanzmärkten, die ihrem Wesen nach den Inbegriff der Herdenmentalität verkörpern. John Merrill, leitender Aktienstratege bei Tanglewood Capital Management, bezeichnet diese Eigenschaft als „geistige Integrität“. Spitzenanleger „denken unabhängig. Sie setzen sich über Konventionen hinweg“, so Merrill.
          Möglicherweise liegt hierin der Grund, weshalb in jeder Liste der weltbesten Investoren ein Sammelsurium verschiedenster politischer Überzeugungen, persönlicher Eigenheiten und merkwürdiger Freizeitbeschäftigungen anzutreffen ist. Während einige lieber unauffällig im Hintergrund bleiben, scheint es Zeitgenossen wie Warren Buffett und Anleihen-Guru Bill Gross Spaß zu machen, anderen ihre Ansichten kund zu tun.

          Manchmal sind es die Eigenarten der Spitzenanleger, die den Markt an deren Urteilsvermögen zweifeln lassen. „Sie gehen häufig nicht konform mit dem Markt“, sagt Merrill. Sie haben ein Gespür dafür, einen bestimmten Kurs einzuschlagen, auch wenn dieser konträr zum Markt verläuft. Als Beispiel sei Fondsmanager Ken Heebner genannt, der Aktien von Bauträgergesellschaften kaufte, als kein Hahn danach krähte und sie auf dem Zenit ihrer Popularität verkaufte, kurz bevor der Häusermarkt erste Anzeichen von Schwäche zeigte. Oder John Bogle, der sich mit seiner Kritik an hohen Fondsgebühren an der Wall Street nicht gerade beliebt machte. Carl Icahn wiederum erntete als Firmenausschlachter mit aggressiven Methoden den Zorn von Unternehmensbossen, Vorständen und sogar von Anlegerkollegen.

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