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Strategie : Kapitalanlage in Zeiten erhöhter Inflation

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Produkte von Procter & Gamble - beinahe unverzichtbar Bild: AFP

Der Preisauftrieb hält Unternehmensmanager, Währungshüter und Investmentexperten in Atem. Wie sollten Anleger nun vorgehen? Clevere Anleger suchen nach Unternehmen mit „Preissetzungsmacht“ und kaufen ihre Anteile.

          Nach Jahrzehnten taucht die Inflation wieder aus der Versenkung auf. Verbraucher ächzen bereits unter den Preissteigerungen, Unternehmensgewinne geraten unter Druck, und wenn Anleger nicht aufpassen, stehen ihnen schrumpfende Erträge ins Haus.

          Es ist zwar noch nicht ausgemacht, dass die höhere Teuerungsrate zum dauerhaften Trend wird, nicht zu übersehen ist jedoch, dass die Preise vieler Basisgüter - insbesondere Benzin und Lebensmittel - in die Höhe schießen. Hat sich die Inflation erst einmal verfestigt, dann lässt sie sich nur schwer wieder austreiben, was Volkswirten, Anlegern und Notenbankern weltweit Sorgenfalten auf die Stirn treibt.

          Es gibt zwar Anlagestrategien, mit denen man Portfolios vor der Inflation schützen kann (einige hiervon sind nachfolgend genannt), doch nur wenige Investoren können sich den negativen Auswirkungen der Inflation auf Wirtschaft und Finanzmärkte vollständig entziehen.

          „Inflation ist ein tückisches Biest“

          Richard W. Fisher, Präsident der Fed von Dallas, gab in einer Rede am 28. Mai einen Eindruck vom Ausmaß der Inflationssorgen der Fed: „Inflation ist ein tückisches Biest, das nach Ausbruch aus seinem Käfig an den Ersparnissen zehrt, die Kaufkraft der Verbraucher reduziert, die Kapitalrendite schmälert, die Zuverlässigkeit der Rechnungslegung unterminiert, das Beschäftigungswachstum und die Reallöhne unterhöhlt, die Aufmerksamkeit der Unternehmensführung ablenkt und am Wert der Währung nagt.“

          Und das sind noch nicht alle mit der Inflation einhergehenden Probleme. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation - Zinsanhebungen - können indes noch problematischer sein. Höhere Kosten der Kreditaufnahme könnten den stotternden Konjunkturmotor nicht nur abwürgen, sondern auch die amerikanische Häusermarktkrise verschlimmern.

          Anleger können zwar Maßnahmen ergreifen, um sich auf eine Inflation vorzubereiten, doch nur wenige davon sind geeignet, um den Auswirkungen der Inflation sicher entgegenzuwirken. Das gibt Anlass zur Besorgnis, denn die Anzeichen der Inflation sind mittlerweile allgegenwärtig.

          Am 1. Juni erhöhte Dow Chemical die Preise seiner Produkte um bis zu 20 Prozent, nachdem die Kosten für Energie und Ausgangsrohstoffe nach Angaben von Führungskräften des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent gestiegen waren.

          Der amerikanische Verbraucherpreisindex, ein Maßstab für die Preisentwicklung der Lebenshaltungskosten privater Haushalte, stieg im April gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent, wobei Energiekosten um 15,9 Prozent und Lebensmittel um 5,1 Prozent anstiegen. Die Fed revidierte ihre Inflationserwartungen für 2008 unlängst nach oben. Die Notenbank geht nun von einer Teuerung zwischen 3,1 und 3,4 Prozent aus, was einer Anhebung um einen vollen Prozentpunkt gegenüber dem Stand zu Jahresbeginn entspricht. In den von Reuters und der Universität von Michigan durchgeführten Umfragen zum Verbrauchervertrauen gaben die befragten Amerikaner im Mai an, dass sie mit dem höchsten Preisauftrieb seit mehr als zwei Jahrzehnten rechneten.

          Und nicht nur in den Vereinigten Staaten macht sich Sorge breit. Die Währungshüter der EZB sahen aufgrund von Inflationsbefürchtungen zuletzt keinerlei Spielraum für Zinssenkungen, und auch in vielen Schwellenländern sind Kostensteigerungen auszumachen.

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