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Strategie : Gewinnersuche à la Buffet

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Bild: FAZ.NET

Warren Buffet gilt immer noch und das nicht zu Unrecht als einer der erfolgreichsten Investoren der Welt. Standard & Poor's hat Aktien nach Kriterien ausgesucht, die dem wachstumsorientierten Stil des legendären Großanlegers nachempfunden sind.

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          Warren Buffett ist als größter Anleger der Welt dadurch berühmt geworden, daß er die langfristigere Perspektive wählte, Qualitätsaktien mit guter Ertragskraft kaufte und durch alle Höhen und Tiefen hindurch behielt. In den letzten Jahrzehnten führte er einige sorgfältig ausgewählte Kerninvestments zu einem beispiellosen Wertentwicklungsrekord, ganz zu schweigen von seinem ungeheuren Privatvermögen.

          Die Aktie von Buffetts Unternehmen Berkshire Hathaway blieb zwar in den letzten Jahren hinter dem Gesamtmarkt zurück, doch langfristige Berkshire-Aktionäre können noch immer beeindruckende Gewinne verzeichnen. Berkshires Buchwert je Aktie ist in den letzten 39 Kalenderjahren mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von über 20 Prozent gestiegen. Wer im Januar 1968 (am letzten Handelstag dieses Monats schloß die Aktie bei 20,50 Dollar) 10.000 Dollar in Berkshire angelegt hätten, würde heute über ein Paket im Wert von über 40 Millionen Dollar verfügen.

          Überdurchschnittliche Wertentwicklung des Portfolios

          Der Autor Robert Hagstrom versuchte, in seinem 1994 erschienenen Bestseller „The Warren Buffett Way: Investment Strategies of the World's Greatest Investor“ Buffetts wichtigste Anlagestrategien zusammenzutragen. Auf der Grundlage von Hagstroms Buch hat Standard and Poor's eine Aktienauswahl erstellt, die Unternehmen nach Kriterien auswählt, die dem wachstumsorientierten Stil des legendären Großanlegers nachempfunden sind. S&P aktualisiert diese Auswahl halbjährlich, im Februar und nochmals im August.

          Mit Warren Buffett wollen viele Anleger reich werden

          Im Laufe der Jahre hat diese Auswahl selbst eine recht gute Wertentwicklung erzielt. Seit ihrer Einführung am 13. Februar 1995 verzeichnete sie bis zum 31. Juli 2006 eine jährliche Rendite von 15,3 Prozent gegenüber 8,9 Prozent, die der S&P 500 zulegte. Im Jahre 2005 blieb sie dahinter zurück, kehrte 2006 jedoch wieder auf die Erfolgsspur zurück und stieg bis zum 31. Juli um 5,8 Prozent, während der Index um 2,7 Prozent zulegte (siehe Infografik; alle Ergebnisse repräsentieren allein die Kurssteigerung).

          Sechs goldene Regeln

          Man sollte nicht verschweigen, daß es sich bei den ausgewählten Aktien nicht notwendigerweise um Werte handelt, die Buffet gekauft hat oder bei denen er plant, dies zu tun. Es handelt sich lediglich um Werte, die die Kriterien erfüllen, die Buffet in der Vergangenheit am Herzen gelegen haben.

          Bei diesen handelte es sich um folgende:

          1. Gewinne der Eigentümer (Cashflow abzüglich Investitionsausgaben) - über 50 Millionen Dollar

          2. Nettomargen von mindestens 15 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten

          3. Eigenkapitalrendite von mindestens 15 Prozent im vorangegangen Quartal und in jedem der vergangenen drei Jahre

          4. Wachstum der thesaurierten Gewinne auf absoluter Basis unterhalb des Wachstums der Marktkapitalisierung

          5. Projezierter Cashflow pro Aktie in den kommenden fünf Jahren über dem aktuellen Kurs, diskontiert mit der Rendite der 30jährigen Staatsanleihen

          6. Marktkapitalisierung von mindestens 500 Millionen Dollar

          Überbewertete Aktien werden auf Basis eines Vergleichs des diskontierten, projezierter Cashflows mit dem aktuellen Kurs herausgenommen.

          Viele der Aktien aus der vorigen Aktualisierung des Portfolios im Februar 2006 sind auch jetzt noch in diesem enthalten. Die Auswahl enthält nach wie vor eine ganze Reihe von Finanztiteln, da die Unternehmen dieser Branche für gewöhnlich hohe Margen und hohe Eigenkapitalrenditen aufweisen - die für Buffett wichtigsten Kriterien. Auch mehrere Technologie- und Energiekonzerne schafften es in die Auswahlliste. Diesmal stellen wir allerdings auch eine Reihe europäischer und asiatischer Unternehmensnamen fest (siehe Infografik).

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