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Strategie : Der amerikanische Häusermarkt bleibt schwach

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Bild: FAZ.NET

Die Anleger weltweit sind und bleiben wirtschaftsoptimistisch. Dabei schwächelt die amerikanische Konjunktur und die Immobilienkrise dürfte noch lange nicht ausgestanden sein. Die Schwächezeichen sind kaum zu übersehen.

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          Die Stimmung an den internationalen Finanzmärkten ist weitgehend positiv, da die Marktteilnehmer offensichtlich an die so genannte „Abkoppelungstheorie“ glauben. Diese geht davon aus, dass das amerikanische Wachstum zwar schwach ist und aufgrund der anhaltenden Krise am Häusermarkt vorerst auch schwach bleiben, sich aber bald erholen werde.

          In diesem Sinne werden in der Tendenz die nach und nach hereinkommenden Konjunkturdaten aus Amerika interpretiert. Egal wie schwach sie auch ausfallen mögen, so lauten die Headlines der Agenturen „Indikator XY ging zwar zurück, aber er fiel besser als erwartet aus“. Oder „die Anzahl der verkauften Neubauten in den Vereinigten Staaten ist im April im Vergleich mit dem Vormonat um 16,2 Prozent gestiegen - das war der stärkste Zuwachs seit 14 Jahren.“

          Amerikanische Immobilienkrise schon vorbei?

          Solche Schlagzeilen werden nicht selten verbunden mit gut gewählten Analystenaussagen, die argumentieren, das „Schlimmste am amerikanischen Immobilienmarkt sei längst vorbei und da die restliche Wirtschaft gut laufe, stehe die Erholung unmittelbar bevor.“ Von solchen Argumenten scheinen sich auch die Börsianer tragen zu lassen. Denn die Kurse an der Wall Street zeigen schon seit Wochen eine Eigendynamik nach oben, insbesondere nach positiv interpretierten Gewinn- oder Konjunkturdaten.

          Allerdings fällt eines auf: Die amerikanischen Aktien können immer öfter ihre Kursgewinne im Tagesverlauf nicht halten und treffen im späten Handel eines Tages auf Verkaufsorders. Für europäische Werte - insbesondere für deutsche - scheint gerade das Gegenteil zu gelten. Aufgrund der anhaltend guten Stimmung in der europäischen Wirtschaft sind sie bei den internationalen Anlegern offensichtlich beliebt, obwohl die Konjunktur vor allem exportgetrieben ist. Der Binnenkonsum dagegen dümpelt unter anderem aufgrund der dreisten Mehrwertsteuererhöhung vor sich hin. Ähnliches scheint für Japan zu gelten.

          Generell ist ein großer Teil der konjunkturellen Entwicklung weltweit auf die Exportindustrie in den jeweiligen Staaten zurückzuführen. Viele Schwellenländer exportieren vor allem Rohstoffe und die Industrieländer Maschinen, während die asiatischen Staaten als Produktionsplattform für Massengüter fungieren. Ihre Produkte wiederum landen in Europa und vor allem auch in den Vereinigten Staaten. Dort ist die Konsumneigung noch hoch. Allerdings fragt sich, wie lange.

          .... wohl kaum!

          Längst läuft die amerikanische Wirtschaft nicht mehr rund. Früher oder später dürfte sich das auch beim Konsum bemerkbar machen. Denn die Haushalte sind stark verschuldet und aufgrund der anhaltenden Krise am Häusermarkt lässt sich längst nicht mehr auf steigende Hauspreise und damit verbundene Kapitalgewinne - direkt oder über die Refinanzierung - spekulieren. Im Gegenteil: Sowohl die Hauspreise als auch die Aktivitäten in diesem Bereich tendieren weiter nach unten. Angesichts der Bestände an unverkauften Häusern dürfte der Markt Jahre benötigen, bis er bereinigt ist (siehe auch die Charts).

          Zum ersten Mal seit langem sind die Preise für neu gebaute Häuser unter jene für bestehende gefallen. So dürften diese kaum so hoch bleiben können, wie sie sind. Denn üblicherweise liegen sie 20 Prozent tiefer. Die sich absehbar fortsetzende Preisspirale nach unten dürfte nicht nur alle mit der Baubranche zusammen hängende Bereiche noch mehr als bisher bremsen, sondern über einen schwächelnden Arbeitsmarkt auch den Konsum. Damit fragt sich, wohin die Exporteure in letzter Instanz ihre Produkte exportieren wollen.

          In diesem Sinne und mit Blick auf die schwachen amerikanischen Invetitionen und auf die deutlichen Ungleichgewichte weltweit - massives Leistungsbilanzdefizit in den Vereinigten Staaten und riesige, zum großen Teil sinnlose Währungsreserven in Überschussländern - dürfte sich der gegenwärtige Optimismus zumindest mittel- und längerfristig hinterfragen lassen.

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