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Strategie : Clevere Anleger setzen auf „Cash-Cows“

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Bild: FAZ.NET

Nach netten Jahren mit eindrucksvollen Aufwärtstrends scheinen die Zeiten an den internationalen Finanzmärkten schwieriger zu werden. So dürfte sich der Blick der Anleger vermehrt auf die Substanz der Unternehmen richten.

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          Nach netten Jahren mit eindrucksvollen Aufwärtstrends scheinen die Zeiten an den internationalen Finanzmärkten unter anderem aufgrund steigender Zinsen und schwieriger zu werden.

          Zog das bisher so positive Umfeld auch viele Werte mit nach oben, die es mit Blick auf die fundamentale Konstellation nicht unbedingt verdient haben mögen, so ändert sich das nicht selten dann, wenn die Anleger kritischer werden und mehr als zuvor auf die Substanz achten.

          Wahre Substanz eines Unternehmens: der operative Cashflow

          Und was ist die wahre Substanz eines Unternehmens? Das ist die Fähigkeit, nicht nur solide und nachhaltig zu wachsen, sondern dabei auch einen soliden Cashflow zu erwirtschaften. Denn was nützen schöne Papiergewinne in den Bilanzen, wenn die Liquidität nicht hereinkommt? Sie nützen herzlich wenig.

          So dürfte es kaum verwundern, dass erfolgreiche Anleger weniger auf die Gewinn - als auf die Cashflowentwicklung blicken. Auch die Analysten von S&P tun das in unregelmäßigen Abständen immer wieder. Sie haben in den vergangenen Tagen einiger Unternehmen herausgefiltert, die auf dieser Basis nicht nur vernünftig bewertet sind, sondern die ihre Cashflows in der Vergangenheit stärker als der breite Markt steigern konnten.

          Das heißt, die Werte sollten auf Cashflow-Basis nicht nur zu den 20 Prozent der günstigsten, sondern auch zu jenen 20 Prozent der von S&P beobachteten Werte gehören, die unter diesem Aspekt die höchsten Steigerungsraten im Vergleich mit den jeweiligen Vorjahreswerten erzielen konnten.

          Guter operativer Cashflow plus solide Finanzlage

          Das war jedoch noch nicht alles. Denn neben dem Cashflow sollten die Unternehmen auch finanziell solide dastehen. Aus diesem Grund sollten sie beim Verhältnis zwischen kurzfristigem Anlagevermögen zu kurzfristigen Verbindlichkeiten - ein Maß für die kurzfristige Solvenz - zu den besten 20 Prozent gehören. Um trotz allem noch mögliche spekulative Papiere herauszusortieren mussten die Werte auch noch mehr als fünf Dollar je Aktie wert sein und eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Dollar auf die Waage bringen können.

          Das Resultat dieses Vorganges waren elf Werte, die vor allem aus der Informationstechnologie und den Ausrüstern für das Gesundheitswesen kommen: Advanced Magnetics, Energy Conversion, Juniper Networks, Cheniere Engergy, Medarx, Myriad Genetics, Northern Dynasty, PDL Biopharma, Pharmion, Protalex Biotherapeutics und Zymogenetics.

          Da so genannte „Buyout-Spazialisten“ ebenfalls stark auf die Fähigkeit von Unternehmen setzen, Liquidität zu generieren, können solche Unternehmen zu Übernahmezielen werden. Sicher ist das allerdings nie.

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