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Stimmungsindikatoren : Anleger werden wieder etwas skeptischer

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Bild: JP Morgan Asset Management

Zu Jahresbeginn waren die Anleger fast schon zu guter Stimmung. Euphorie ist nie gut für die Märkte. Nach der Korrektur im Februar und März ging der Optimismus wieder zurück - ein gutes Zeichen.

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          Ende Februar und Anfang März mussten die Anleger wieder erfahren, dass die Börse nicht nur eine Richtung kennt. Darum verwundert es nicht, dass ihr zuletzt gewachsener Optimismus wieder etwas gedämpft wurde, wie das Investmentbarometer von JP Morgan Asset Management zeigt.

          Die Marktkorrekturen haben der Anlegerstimmung aber nur einen leichten Dämpfer versetzt: Der Anteil der Börsenoptimisten sank im März um 4,1 Prozentpunkte auf 63,4 Prozent. Als Börsenoptimisten gelten diejenigen Befragten, die es für „wahrscheinlich“ oder sogar „sehr wahrscheinlich“ halten, dass sich der deutsche Aktienmarkt in den nächsten sechs Monaten positiv entwickeln wird.

          Verunsicherung nur moderat

          „Zwar kam die Bereinigung aus Marktsicht nicht allzu überraschend und wurde zum Teil sogar begrüßt, um die überkauften Märkte etwas abzukühlen“, erläutert Jean Guido Servais, Marketing Director für den deutschsprachigen Raum bei JP Morgan Asset Management. „Aber für die Anleger ist so eine Talfahrt der weltweiten Börsen natürlich erst einmal erschreckend.“

          Servais verweist darauf, dass das Vertrauen der Privatinvestoren nach den Marktkorrekturen im vergangenen Sommer monatelang erschüttert war: „Bis zum Dezember blieb der Anteil der Optimisten konsequent unter der 60-Prozent-Marke.“ Darum sei die aktuell ermittelte Verunsicherung der Anleger noch moderat.

          Zahl der Börsenpessimisten steigt

          Im März erhöhte sich der Anteil der Börsenpessimisten um 3,6 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent. „Auch dieser Wert liegt unter den Vergleichsergebnissen des Vorjahres“, so Servais. In der Folge ging der Gesamtindex, berechnet als Mittelwert aus den einzelnen Antworten, um 1,3 Punkte auf 5,9 zurück (siehe Grafik).

          Mit der „JP Morgan Asset Management Investor Confidence“-Studie ermittelt die Fondsgesellschaft die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der Privatanleger. Die von der GfK durchgeführte repräsentative Befragung erfolgt monatlich in Deutschland sowie vierteljährlich in Österreich, Schweden und der Schweiz.

          Höhere Aktienkultur in der Schweiz

          Der Anteil der Investmentbesitzer in Deutschland sank gemäß der Studie im März leicht um 0,4 Prozentpunkte und liegt bei 21,5 Prozent. Zum Vergleich: In der Schweiz halten 34 Prozent der Bevölkerung Aktien, Investmentfonds, Anleihen oder Optionsscheine, in Österreich 23,9 Prozent.

          Während in der Schweiz die beliebteste Anlageform Aktien sind - 22,8 Prozent haben Direktanlagen getätigt - trauen sich dies in Deutschland gerade einmal 9,7 Prozent der befragten Investoren zu, in Österreich sogar nur 9,5 Prozent (siehe Grafik).

          „Keine Flucht in Spareinlagen“

          Trotz der leicht gedämpften Stimmung an den Märkten ist die Investitionsbereitschaft der Anleger wieder etwas gestiegen. 48,6 Prozent der befragten Investoren gaben an, in den nächsten zwölf Monaten weiter Geld anlegen zu wollen. Das entspricht einem Anstieg um 1,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat.

          In der Anlegergunst vorne liegen der Umfrage zufolge weiterhin Fondsinvestitionen. „Das zeigt, dass trotz der jüngsten Turbulenzen keine Flucht der Privatanleger in Spareinlagen als 'sicheren Hafen' stattfinden wird“, sagt Jean-Guido Servais. So habe das Sparbuch in der Anlegergunst im März eingebüßt.

          Geld für weitere Investitionen vorhanden

          Servais erwartet in Zukunft wieder stärker schwankende Märkte: „Insgesamt rechnen wir damit, dass das Volatilitätsniveau weiterhin ansteigen wird, denn es war in den letzten drei Jahren überdurchschnittlich gesunken. Nun sollte die Volatilität sich wieder auf einem normalen Rahmen einpendeln. Es wird spannend zu beobachten, wie die Privatanleger darauf reagieren werden.“

          Der leicht gedämpfte Optimismus kann jedenfalls als gutes Zeichen für einen Fortbestand der Hausse interpretiert werden: Das Geld für weitere Investitionen scheint vorhanden zu sein, zugleich ist die zwischenzeitlich fast schon euphorische Stimmung, die kritisch zu werten war, verflogen.

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