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Stiftungsfonds : Anspruch großteils eingelöst

Bild: F.A.Z.

Das Volumen deutscher Stiftungsfonds ist seit dem vergangen Sommer deutlich gestiegen. Vor allem der Deka-Fonds hat profitiert. Die Deutsche Bank kommt jetzt mit zwei ETFs auf den Markt.

          Im vergangenen Sommer erfreuten sich Stiftungsfonds nach Aussagen aus der Branche großen Zulaufs. Ursprünglich für professionelle Anleger geschaffen, erfuhren sie besondere Aufmerksamkeit auch vermehrt von Privatanlegern.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Branche reagierte: Einstiegshürden wie Mindestanlagesummen wurden gesenkt, neue Fonds wurden aufgelegt, so dass schließlich mehr als die Hälfte der in Deutschland erhältlichen Stiftungsfonds jünger war als ein Jahr.

          Vor allem Deka-Fonds verzeichnet Zuwachs

          Tatsächlich verlief die Entwicklung ungleich. Per saldo wuchs allerdings das investierte Volumen. So weit die Daten verfügbar sind, wuchs das in Stiftungsfonds investierte Vermögen seit dem vergangenen Juni um mehr als ein Achtel.

          Doch das ist letztlich dem Wachstum des Deka Stiftungen Balance zu verdanken, der im Vergleich zum Juni 2010 ein um 400 Millionen oder 73 Prozent größeres Fondsvermögen ausweist und damit den F&C HVB Stiftungsfonds als größtem Stiftungsfonds abgelöst hat. Dieser hatte im Juni 2010 noch ein Volumen von mehr als 800 Millionen ausgewiesen, heute sind es nur noch knapp 617 Millionen Euro.

          Oppenheim, das 2010 mit vier Stiftungsfonds neu an den Start ging, löste drei davon auf, den ersten schon im September 2010. Die Allianz verschmolz ihren Stiftungsfonds Balanced auf den Cominvest TAARA Stiftungsfonds, der heute Allianz TAARA Stiftungsfonds heißt.

          ETF-Versuche

          Das prozentual größte Wachstum verzeichnete der bis dato einzige ETF für Stiftungen, der KANA-ETF Anlagefonds für Stiftungen. Doch der absolute Erfolg ist bescheiden: es handelt sich lediglich um rund 1 Million Euro.

          Das hält indes die Deutsche Bank nicht davon ab, über ihre ETF-Plattform db X-trackers nun auch zwei ETFs für Stiftungen zu plazieren. Der Stiftungs-ETF Stabilität und der Stiftungs-ETF Wachstum sind Dach-ETFs, die in hauseigene ETFs aus den gängigen Anlageklassen investieren.

          Ziel der Stiftungs-ETFs sei langfristiges Kapitalwachstum bei begrenzter Schwankungsfreudigkeit. Dem Substanzerhalt dient vor allem der Stabilitätsfonds mit einem geplanten Rentenanteil von 75 bis 100 Prozent. Den übrigen Teil des Portfolios sollen Aktien-ETFs aus dem Euroraum und Rohstoff- oder Währungsstrategie-ETFs bilden. Eine größere Risikofreudigkeit ist für den Wachstumsfonds nötig, dessen Rentenanteil 60 bis 95 Prozent betragen soll.

          Zielgruppe sind nach Aussage der Emittentin vor allem kleine und mittelgroße Stiftungen an, die eine kosteneffiziente, liquide und dennoch breit gestreute Anlagemöglichkeit suchen. Zweimal im Jahr schütten die Fonds Erträge aus.

          Schwacher Start

          Der KANA-Fonds gehört mit einem Minus von mehr als 2 Prozent seit Juni des vergangenen Jahres zu den Stiftungsfonds mit der schwächsten Wertentwicklung, den meisten anderen Gelang es ihr Ziel der Substanzerhaltung mit Veränderungen des Anteilspreises von 1 Prozent nach oben oder unten gerecht zu werden.

          Der KANA-Fonds setzt zu 80 bis 90 Prozent auf Renten-ETFs von iShares. Als Ziel hatte die KANA Vermögensmanagement GmbH einst eine stetige Ertragsgenerierung in allen Marktphasen ausgegeben. Mit einer Volatilität von 3,15 Prozent auf ein Jahr liegt er genau im Mittelfeld der Stiftungsfonds.

          Ganz deutlich zeigt die Entwicklung der Stiftungsfonds, dass mehr Schwankungsfreudigkeit nicht unbedingt mehr Ertrag verspricht. Denn die risikoreicher anlegenden Fonds mit höherer Volatilität des Anteilspreises liegen fast alle am Ende des Feldes.

          Bei der Wertentwicklung sollte indes nicht übersehen werden, dass es sich fast durchweg um ausschüttende Fonds handelt, weil Stiftungen vor allem mit dieser Form des Ertrags kalkulieren. So haben die meisten Stiftungsfonds bezogen auf den aktuellen Anteilspreis in den vergangenen vier Jahren im Durchschnitt den Anteilseignern jedes Jahr eine Ausschüttung von 3 bis 5 Prozent gebracht und so ihren Anspruch des Substanzerhalts und konstanter Ausschüttungen durchaus eingelöst.

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