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Stichwort : Was sind eigentlich Exchange Traded Funds?

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Börsengehandelte Fonds: ein vielversprechendes Segment Bild: exchange trade funds

„Exchange Traded Funds“, kurz ETFs, haben ihren Siegeszug auch in Europa angetreten. Was verbirgt sich genau dahinter?

          „Exchange Traded Funds“, kurz ETFs, sind Fonds, die fortlaufend an der Börse gehandelt werden. Im angelsächsischen Bereich werden ETFs mit Indexfonds gleichgesetzt, weil diese dort die einzige börsengehandelte Fondsgattung sind.

          Nicht so in Deutschland. An der Deutschen Börse, die im April 2000 ein eigenes Marktsegment für ETFs namens XTF eingerichtet hat, werden derzeit neben den mittlerweile 45 Indexfonds auch 13 aktiv gemanagte Fonds gehandelt, nämlich die elf Tradingfonds der DWS und zwei von Unico Asset Management.

          Schnell wachsendes Marktsegment

          Die Orderkosten entsprechen denen einer Aktienorder, dazu kommt eine jährliche Verwaltungsgebühr von bis zu 0,5 Prozent, Tendenz fallend. In den USA liegt diese Gebühr teilweise nur noch bei 0,09 Prozent.

          Umfassende Informationen zum Thema bietet das Buch „Exchange Traded Funds” von Jim Wiandt und Will McClatchy.

          Mit rund 24 Milliarden Euro Jahresumsatz ist das deutsche Segment XTF führend im schnell wachsenden europäischen Markt. Experten erwarten, dass sich das Volumen von ETFs in Europa in den kommenden drei Jahren mehr als verdoppelt. In Amerika machen ETFs schon über zehn Prozent des Gesamtvolumens aller Publikumsfonds aus.

          Die ersten ETFs, die so genannten „Spiders“ (SPDRs) auf die amerikanischen S&P-Indizes, brachte die Investmentbank Merrill Lynch im Januar 1993 an die amerikanische Börse. Im April 2000 folgten als erste ETFs in Europa die so genannten „Leaders“ (LDRS) auf die weltweiten Branchenindizes von FTSE und die europäischen Branchenindizes von Dow Jones.

          Indexfonds werden „passiv gemanagt“

          Indexfonds bilden einen Aktienindex möglichst exakt ab, sind also so genannte „passiv gemanagte" Fonds, weil sie keine eigentlichen Investmententscheidungen der Fondsmanager erfordern. Die „klassischen" Indexfonds, deren Preis nur einmal börsentäglich ermittelt wird, werden zunehmend von ETFs verdrängt. Weil die ETFs wie Aktien gehandelt werden, hat der Marktführer Merrill Lynch dafür auch die Bezeichnung „Tracker Shares“ oder „Indexaktien“ geprägt.

          Für Privatanleger interessant

          Indexfonds sind eine sinnvolle Ergänzung zu aktiv gemanagten Produkten, erklärt Rüdiger Ginsberg, Chef von Unico Asset Management. Er verweist auf den Erfolg des so genannten „Core/Satellite"-Ansatzes im Portfoliomanagement. Das heißt, ein relativ feststehender Teil des Portfolios („Core") wird schon von vielen professionellen Anlegern mit passiv gemanagten Fonds abgedeckt, während der „Satellite"-Teil, also der Anteil für flexible Anlageentscheidungen, aktiv verwaltet wird.

          Aber auch für Privatanleger sind Indexfonds interessant, betont Isolde Regensburger von Merrill Lynch. Die Produktentwicklerin empfiehlt sie als sehr transparente und kostengünstige Alternative zu klassischen Aktienfonds. Nicht ohne zu erwähnen, dass es erfahrungsgemäß nur zehn Prozent der aktiv gemanagten Fonds gelingt, ihren Vergleichsindex zu schlagen.

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