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Short-Selling : Nervosität wächst auf dem Markt

Bild: F.A.Z.

Auch wenn der Dax sich stabil hält, die Nervosität und mit ihr die Kursschwankungen nehmen zu. Das gilt auch für die Vielfalt von Produkten, die auf fallende Kurse setzen.

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          Der Aktienmarkt zeigte in den vergangenen Monaten eine beachtliche Stärke. Mit 6342 Punkten erreichte der Dax vergangene Woche den höchsten Stand seit September 2008. Die Debatten um die Zahlungsfähigkeit Griechenlands und die Finanzlage in den anderen Euro-Ländern haben die Märkte ohne größere Rückschläge weggesteckt.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Gleichwohl ist die Nervosität an den Märkten gestiegen. Als die Ratingagentur Standard&Poor's vergangene Woche die Bonitätseinstufungen von Griechenland, Portugal und Spanien gesenkt hat, schnellten die Volatilitätsindizes in die Höhe. Sie geben die erwartete Schwankungsbreite der Aktienmärkte für die nächsten Wochen an. Der V-Dax New stieg vergangene Woche von 19 auf 27 Prozent, am Montag waren es noch 24 Prozent. Das Risiko von Kursrückschlägen wird von den Marktteilnehmern damit deutlich höher eingestuft als in den vergangenen Wochen der Kurserholung.

          Indexfonds auf fallende Kurse

          Anleger, die deshalb in den nächsten Wochen eher mit einem Dax-Rückgang als mit einem weiteren Anstieg rechnen, können sich mittels verschiedener Finanzprodukte entsprechend positionieren. Die einfachste Variante sind Indexfonds auf den Short-Dax. Dieser Index entwickelt sich gegenläufig zum Dax. Fällt der Dax um 1 Prozent, so steigt der Short-Dax entsprechend.

          Bild: F.A.Z.

          Auf Xetra sind Indexfonds auf den Short-Dax von Amundi, der Fondsgesellschaft von Crédit Agricole und Société Générale, mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 0,35 Prozent (Isin FR0010791178) und von der Indexfondsgesellschaft der Deutschen Bank, X-Trackers, mit einer jährlichen Gebühr von 0,4 Prozent (Isin LU0292106241) handelbar. DB X-Trackers bietet auch einen entsprechenden Indexfonds mit dem Hebel zwei (Isin LU0411075020). Fällt der Dax um 1 Prozent, gewinnt der Fonds 2 Prozent.

          Mit Hebel oder Bonus

          Für Anleger, die es riskanter haben möchten, bietet sich eine Vielzahl von Papieren mit höheren Hebeln an. So können Anleger mit einem Open-End-Turbo-Optionsschein auf den Dax von HSBC Trinkaus mit einem Hebel von 16 an der Dax-Entwicklung partizipieren (Isin DE000TB1X171). Am Montag kostete das Papier 3,80 Euro. Für jeden Punkt, den der Dax verliert, gewinnt der Optionsschein einen Cent an Wert.

          Angenommen, der Dax verlöre von seinem aktuellen Stand von knapp 6170 Punkten ein Prozent, also 62 Punkte, legte das Papier um 62 Cent, also gut 16 Prozent zu. Der Hebel funktioniert aber natürlich auch in die andere Richtung, der Anleger verliert bei einem Anstieg des Dax entsprechend. Steigt der Dax auf mehr als 6538 Punkte, verfällt der Optionsschein sofort wertlos. Käufer des Papiers sollten sich in ihrer Erwartung fallender Aktienkurse daher entsprechend sicher sein.

          Für vorsichtigere Anleger mit einem eher pessimistischen Blick auf die Marktentwicklung in den nächsten Monaten bieten sich Reverse-Bonuszertifikate an. Ein solches bietet zum Beispiel Goldman Sachs auf den Dax (Isin DE000GS21CX8). Der Dax darf bis zum Ende der Laufzeit in gut vier Monaten nie auf mehr als 7000 Punkte steigen. Dann erhält der Anleger für jedes Zertifikat, das am Montag gut 67 Euro kostete, 72 Euro. Dies entspricht einer Rendite von 7 Prozent, auf ein Jahr umgerechnet sind es knapp 20 Prozent.

          Wird die Marke von 7000 Punkten hingegen überschritten, beträgt die Auszahlung Mitte September 110 minus ein Hundertstel des dann aktuellen Dax-Standes. Angenommen, es wären genau 7000 Punkte, erhielte der Anleger 40 Euro. Er würde also gegenüber dem aktuellen Niveau deutliche Verluste erleiden. Auch hier muss der Anleger sich also recht sicher sein, dass die Auftriebskräfte des Dax zumindest für die Sommermonate weitgehend erschöpft sind.

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