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Schwellenländer : Nicht alle Rußlandfonds sind teuer

  • Aktualisiert am

Bei Anlegern lange hoch im Kurs: Moskaus Börse Bild: dpa

Rußlandfonds haben ihren Inhabern in den vergangenen Jahren viel Freude bereitet, schließlich hat sich der russische Aktienmarkt prächtig entwickelt. Die meisten Fonds sind aber teuer. Indexfonds zeigen, daß es auch billiger geht.

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          Ein Investment in Rußland hätte sich in den vergangenen Jahren durchaus gelohnt. Aktienfonds dieser Kategorie gehören seit einiger Zeit zu den großen Gewinnern. Der „DWS Russia“ (Isin LU0146864797) zum Beispiel hat seinen Wert in den vergangenen drei Jahren mehr als verdreifacht.

          Da nimmt man es gerne in Kauf, daß das Fondsmanagement zwei Prozent Gebühren im Jahr einbehält, gegebenenfalls zuzüglich einer erfolgsabhängigen Vergütung. In den vergangenen Jahren ging die Rechnung auf, das Fondsmanagement war sein Geld wert: In den Jahren 2003 bis 2005 schlug der Fonds nach jährlichen Kosten seinen Vergleichsindex, den MSCI Russia Capped.

          UBS will 2,34 Prozent im Jahr

          In diesem Jahr aber sieht das anders aus: Bis Ende Oktober verzeichnete der Fonds Angaben der DWS zufolge ein Plus von 28,9 Prozent, der Index dagegen hat schon 37,7 Prozent zugelegt. Dazu kommt, daß bei diesem Vergleich der Ausgabeaufschlag von fünf Prozent noch nicht berücksichtigt ist.

          DWS Russia
          DWS Russia : Bild: FAZ.NET

          Dabei ist der DWS-Fonds bei weitem nicht der teuerste Rußland-Fonds. In diesen Tagen etwa erhielt die UBS die deutsche Vertriebszulassung für ihren „Equity Sicav - Russia B“ (Isin LU0246274897), für den sie fünf Prozent Ausgabeaufschlag und 2,34 Prozent Gebühren im Jahr verlangt.

          Die gleichen Aktien im Fonds

          Seit kurzem läßt sich auch deutlich billiger in Rußland investieren. Im September kam der „Lyxor ETF Russia“ (Isin FR0010326140) auf den Markt. Dieser Indexfonds bildet nur den „DJ RusIndex Titans 10“ ab, einen Index, der die zehn liquidesten und größten Blue Chips Rußlands beinhaltet. Weil das nicht viel kostet, sind die Gebühren vergleichsweise günstig: 0,65 Prozent will Lyxor im Jahr, Ausgabeaufschlag oder Rücknahmegebühr gibt es nicht.

          Im Index sind derzeit Gasprom, Gaspromneft, Norilsk Nickel, Lukoil, Rostelecom, Sberbank, Severstal, Surgutneftegas, Tatneft und Unified Energy. Wer den DWS- oder UBS-Fonds hat, holt sich die meisten dieser Werte auch ins Depot: Die Fondsgesellschaften weisen in ihren „Fact Sheets“ die zehn größten Aktienpositionen ihrer Produkte aus, und jeweils sechs von diesen zehn Positionen sind auch Mitglied im „DJ RusIndex Titans“. Warum also den gemanagten Fonds kaufen, wenn diese teurer sind und zumindest zu einem großen Teil auf die gleichen Aktien setzen wie der Indexfonds?

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