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Schwellenländer : Fondsgesellschaften setzen auf Schwellenländer-Aktien

  • Aktualisiert am

Emerging Markets sind bei Anlegern gefragt. Aktienfonds, die in Schwellenländer investieren, haben in den Vereinigten Staaten seit Jahresanfang bereits 7,7 Milliarden Dollar Anlagekapital eingesammelt.

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          Auf das Dreifache gestiegen sind die Mittelzuflüsse in Enmerging Markets-Fonds in den Vereinigten Staaten gegenüber dem gesamten vergangenen Jahr, berichtet Emerging Portfolio Fund Research aus Cambridge, Massachusetts. Damit könnte 2005 ein neues Rekordjahr werden. 2003 flossen 8,6 Milliarden Dollar in diese Fondskategorie.

          Was die Anleger lockt, ist das vergleichsweise hohe Wirtschaftswachstum der Schwellenländer. Es dürfte dieses Jahr 6,3 Prozent erreichen, prognostizierte der Internationale Währungsfonds im April. Zum Vergleich: Die Wachstumsrate der Industrienationen wird auf 4,3 Prozent geschätzt.

          Indizes auf Rekordniveau

          „Es ist nicht nur das Exportwachstum, sondern auch die Binnennachfrage und die Vermögensbildung, die das Wachstum der Emerging Markets antreiben“, sagt Brent Lynn von der Fondsgesellschaft Janus Capital Group. Lynn ist verantwortlich für den 2,3 Milliarden Dollar schweren Janus Overseas Fund. Auch er setzt auf Aktien aus Schwellenländern. Er hat ihren Anteil in zwei Jahren auf 40 Prozent verdoppelt. Mit Erfolg: 2005 kommt der Fonds bisher auf einen Wertzuwachs von 9,9 Prozent.

          Der Morgan Stanley Capital International Emerging Markets Index, in dem 822 Unternehmen aus 26 Schwellenländern gelistet sind, erreichte am 11. August ein Rekordhoch und ist in diesem Quartal um 7,2 Prozent gestiegen. Für den marktbreiten MSCI World Index, der mit Aktien aus 23 Industrienationen bestückt ist, ging es dagegen nur 3,4 Prozent hoch.

          Die Verbraucher in China und Indien geben Rekordbeträge aus, seit die Wirtschaft in ihren Ländern mit Wachstumsraten von mehr als acht Prozent boomt. Investoren sind zuversichtlich, dass die Gewinne bei Unternehmen wie China Mobile (Hong Kong), dem größten chinesischen Mobilfunkanbieter, und Tata Motors, Indiens zweitgrößtem Autobauer, weiter steigen.

          Binnenwirtschaft wächst

          Der Kurs von China Mobile hat in diesem Quartal 18 Prozent angezogen, nachdem das Unternehmen neue Kunden in ländlichen Gebieten gewinnen konnte. Für die Aktie von Tata Motors ging es 16 Prozent nach oben. Die Konsumwerte des MSCI Emerging Markets Index, der auf Dollar lautet, haben im laufenden Quartal 8,9 Prozent zugelegt, nachdem ihr Branchenindex im ersten Halbjahr 1,1 Prozent gefallen war.

          „Diese Märkte sind zwar immer noch vom Export und Weltwirtschaftswachstum abhängig, aber mit der Ausweitung der Binnenwirtschaft hat der Emerging Markets-Stuhl mit Sicherheit ein weiteres Standbein“, sagt Brad Aham, der den 1,14 Milliarden Dollar schweren Emerging Markets Fund von State Street Global Advisors verwaltet. „Im Konsumgütersektor gibt es Gewinnwachstum.“

          Chinas steigender Bedarf an Rohstoffen wie Öl und Stahl kommt Märkten wie Rußland und Brasilien zu Gute, wodurch deren Binnenwirtschaft gestärkt wird. Im MSCI Emerging Markets Index stehen Energieaktien ganz oben. Sie haben sich in diesem Quartal 15 Prozent gefestigt. Für OAO Lukoil, den größten russischen Ölproduzenten, ging es seit Juli 22 Prozent hoch, für das Jahr kommt die Aktie auf einen Kursanstieg von 54 Prozent.

          China bleibt die Nummer eins

          „Rohstoffexporteure machen immer noch richtig Kasse“, sagt Paolo Monaco, der den Nextra Azioni Paesi Emergenti Fund mit einem Anlagekapital von 613 Millionen Dollar verwaltet. „Sie profitieren vom Preisanstieg, weil Erz, Stahl und Öl stärker nachgefragt werden.“

          Besonders großes Wachstumspotential sehen Fondsmanager wie Mark Mobius von Templeton in China. Sein 3,1 Milliarden Dollar schwerer Templeton Developing Markets Trust hat den Anteil an China Mobile per 31. März um 17 Prozent auf 23,31 Millionen Aktien aufgestockt. Damit ist der Mobilfunkanbieter in dem Fonds die größte Position nach der koreanischen Samsung Electronics, zeigen Bloomberg-Daten. „Das steigende Pro-Kopf-Einkommen in den Schwellenländern macht konsumorientierte Werte besonders attraktiv“, erklärt Mobius. „Das Risiko, das mit Investments in Emerging Markets verbunden ist, hat in den letzten Jahren abgenommen.“

          Von den 26 Aktienmärkten im MSCI Emerging Markets Index sind in diesem Quartal mindestens zehn auf Rekordhochs gestiegen, darunter die Benchmarkindizes in Rußland, Indien, Saudi-Arabien und Mexiko. Letztes Jahr hatte der Index 22 Prozent zugelegt, im Jahr davor war er 52 Prozent geklettert. Die Frage ist, ob es bei diesem Tempo bleibt.

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