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Schwellenländer : Bric-Fonds enttäuschen ihre Anleger

  • -Aktualisiert am

Die Börse in Mumbai: Der Markt hat sich in den vergangenen Wochen kräftig erholt Bild: AFP

In den vergangenen zwölf Monaten hatten Bric-Fonds mit hohen Wertverlusten zu kämpfen. Eine breite Streuung kann in Schwellenländern ein wirkungsvoller Schutz für Anleger sein.

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          Der Absturz der Bric-Fonds ist tief. Aktienfonds, die auf die vier Länder Brasilien, Russland, Indien und China – aus deren Anfangsbuchstaben sich das Kunstwort Bric ergibt – ausgerichtet sind, haben in den vergangenen zwölf Monaten zum Teil hohe Wertverluste erlitten. Zu den wenigen besseren Fonds zählt die Euro-Tranche des HSBC Global Investment Bric Equity I Acc, deren Wert in den vergangenen zwölf Monaten laut der Fondsratingagentur Morningstar 2,9 Prozent verloren hat.

          Bei anderen Fonds wie dem Schroder International Selection Fund Bric beträgt der Wertverlust auf ein Jahr sogar 8,4 Prozent. Bric-Fonds haben besonders unter der Krise der Schwellenländer gelitten. Ausgelöst wurde der Kurssturz an den einstigen Hoffnungsbörsen vor einem Jahr durch die vage Andeutung der amerikanischen Notenbank Fed, ihre Geldpolitik etwas restriktiver gestalten zu wollen.

          Bric-Fonds besser genau anschauen

          Besonders kurzfristig und spekulativ orientierte Anleger zogen daraufhin Geld aus den Schwellenmärkten ab – mit der Folge, dass die Aktienkurse dort einstürzten, auf den Rentenmärkten der Zinsabstand zu amerikanischen und europäischen Staatsanleihen zunahm und die Währungen vieler Schwellenländer zum Teil einen heftigen Kurseinbruch erlebten. Vor allem von den Börsen in Brasilien, Russland und Indien zogen sich internationale Anleger zurück. Der Aktienindex Bovespa der Börse São Paulo beispielsweise verlor in den vergangenen zwölf Monaten 6 Prozent.

          Dabei haben sich in den vergangenen Wochen die Aktienmärkte in Brasilien und Indien kräftig erholt. Anleger sollten sich deshalb Bric-Fonds genau anschauen. So hat die Deka, die Fondsgesellschaft der Sparkassen, mehrere fremde Bric-Fonds im Vertrieb. Der Emerging Markets Fund von Blackrock beispielsweise erlitt nach Deka-Angaben auf Sicht von einem Jahr einen Wertverlust von 9,9 Prozent.

          Auf drei Jahre sind es nur 2,3 Prozent. Beim entsprechenden Produkt von Goldman Sachs sieht es im Dreijahresvergleich noch schlimmer aus: Der Goldman Sachs Bric SM Portfolio in der Eurotranche kommt auf ein Jahr auf ein kleines Plus von 0,4 Prozent. Auf drei Jahre liegt er jedoch mit 17,9 Prozent dick im Minus. Gerade bei Schwellenländern konnte eine breite Streuung die Anleger in den vergangenen zwölf Monaten wirkungsvoll vor Kursverlusten schützen. Wohl kein Bric-Fonds, der nach Morningstar-Daten in Deutschland zum Vertrieb zugelassen ist, konnte das Vermögen seiner Anleger mehren.

          Auch hier liegen Licht und Schatten weit auseinander

          Dabei haben einige Aktienfonds mit Fokus auf Schwellenländer auch in diesem schwierigen Jahr den Wert ihrer Fondsanteile gesteigert. So verzeichnete der Standard Life Sicav Global Emerging Markets Equity Unconstrained Retail in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 5,5 Prozent. Auch die entsprechenden Aktienprodukte von GAM oder Swisscanto haben ihre Anleger selbst mit Schwellenmarktfonds reicher gemacht.

          Freilich liegen auch hier Licht und Schatten weit auseinander. Der Pictet Emerging Markets HP Euro hat laut Angaben der schweizerischen Privatbank auf ein Jahr einen Verlust von 3,3 Prozent verwies, während der Vergleichsindex um 0,5 Prozent stieg. Auf drei Jahre verzeichnete der Pictet-Fonds sogar einen Wertverlust von 17 Prozent auf, während der Vergleichsindex nur um 4,2 Prozent fiel. Für viele Marktsegmente wird diskutiert, was Fondsmanager noch beitragen können. Für Schwellenmärkte ist ihre Bedeutung noch unbestritten überragend.

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