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Schwellenländer : Das neue BRIC heißt CNIPB

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Auf Basis der Analystenschätzungen ist die Guaranty Trust Bank mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 7,4 für das laufende Jahr bewertet und als Bank damit weniger günstig wie Beximco. Verlockend erscheint auch die prognostizierte Dividendenrendite von 7,5 Prozent. Allerdings hat die nigerianische Landeswährung Naira auf Jahressicht gegenüber dem Euro gut 11 Prozent abgewertet. Das zehrt den Wert von Ausschüttungen auf. Wenig begeisternd ist auch der Kursverlauf. Der Wert der kaum gehandelten Aktienzertifikate fiel auf Jahressicht um 13 Prozent und hat sich auf Drei-Jahres-Sicht praktisch nicht verändert. In diesem Jahr steht ein Minus von 17,5 Prozent zu Buche.

Der dritte Neuling sind die Philippinen, denen Euromonitor ein Wachstum von 6,5 Prozent zutraut. Im Unterschied zu Bangladesch und Nigeria hält Boumphrey dieses Wachstum mittelfristig für nachhaltig. Für Wachstum sorgt nicht nur der Wiederaufbau nach dem Taifun Haiyan, sondern auch dank Überweisungen von Gastarbeitern der Konsum sowie die anhaltende Tendenz zum Outsourcing auf den Inselstaat. Langfristig sei die Arbeitslosenrate von mehr als 7 Prozent allerdings eine Herausforderung.

Auch die Entwicklung des philippinischen Aktienmarktes verlief eher enttäuschend. Auf Sicht von 12 Monaten hat er um 5 Prozent nachgegeben. Im laufenden Jahr steht aber ein Plus von 9 Prozent zu Buche. In Deutschland gehandelt werden die Aktien der Bergbaugesellschaft Philex und Zertifikate des Telekommunikationsunternehmens PLDT.

Bei Bewertungen mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 17 bzw. fast 15 für das laufende Jahr erscheinen diese derzeit nicht gerade preiswert. Im Falle PLDT lockt noch eine Dividendenrendite von 6,65 Prozent. Allerdings hat auch der philippinische Peso in den vergangen 12 Monaten gegenüber dem Euro um knapp 19 Prozent verloren. Dieser Abwertungstrend hält nun seit Mitte 2012 an. Die 2016 fällige philippinische Euro-Staatsanleihe erscheint mit einer Rendite von 1,5 Prozent gleichermaßen unattraktiv.

Eingerahmt werden die drei Jung-Stars von China und Indien. Bei aller Diskussion um Chinas Wachstumsschwäche entspricht der für 2014 prognostizierte Zuwachs von 7,4 Prozent der Wirtschaftsleistung Schwedens. Doch wie allen Beobachtern macht auch Boumphrey das Kreditwachstum und dessen Auswirkungen auf die Immobilienpreise Kummer. Was Wunder also, wenn sich die chinesischen Aktienmärkte derzeit gleichfalls wenig positiv entwickeln.

Kummer machte den Analysten zuletzt Indien, aber Euromonitor sieht hier das Comeback des Jahres. Vom Platz 13 der Wachstumsliste schiebe sich Indien mit einem erwarteten Zuwachs von 5,7 Prozent auf Platz 5 vor. Das Leistungsbilanzdefizit sei gesunken, die Abwertung der Rupie habe die Exportwirtschaft wettbewerbsfähiger gemacht. Ein Unsicherheitsfaktor seien allerdings die Wahlen im Mai. Die Entwicklung des Aktienindex Sensex‘ lässt einen derzeit allerdings schwindeln. Mit 21.775 Punkten liegt er derzeit nur knapp unter dem zu Wochenbeginn erreichten Allzeithoch von 21.935 Zählern. Die durchschnittliche Bewertung des Marktes liegt mit mehr als 17 nicht niedrig. Zu den vergleichsweise günstigen Aktien zählen der Autobauer Tata Motors und das Öl-Unternehmen Sesa Sterlite. Indes sind die Kursentwicklungen derzeit auch wenig erbaulich.

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