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Rohstoffe : Steht der Ölpreis vor einer erneuten Rally?

  • Aktualisiert am

Bild: Bloomberg

Der Ölpreis zieht wieder an. Rohstoffexperten schließen einen Preisanstieg von bis zu 16 Prozent im Laufe diesen Jahres nicht aus. Vor allem dann nicht, wenn die Nachfrage nicht zurückgehen sollte.

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          Der Ölpreis könnte erneut zu einer Rally ansetzen, meinen Rohstoffexperten und rechnen mit einem Preisanstieg von bis zu 16 Prozent im Laufe diesen Jahres. Neben Fonds, die verstärkt Terminkontrakte auf Öl kaufen, werden die Produktionskürzungen der OPEC und niedrigere Temperaturen in Amerika den Preis anheizen.

          Anleger hielten im Wert von 393 Millionen Dollar New Yorker Ölterminkontrakte, die darauf setzten, daß der Preise nach oben geht. Am 28. September belief sich das Volumen auf 1,66 Milliarden Dollar, geht aus Daten der amerikanischen Commodity Futures Trading Commission hervor. Im September stieg der Ölpreis erstmals über die Marke von 49 Dollar. Er erreichte am 25. Oktober ein Rekordhoch von 55,67 Dollar.

          Spekulative Wetten noch nicht sonderlich ausgeprägt

          "Im Vergleich zum September sind sie moderat engagiert," schrieb Kevin Norrish, Analyst bei Barclays Capital, in einer Studie. "Es gibt noch erheblichen Spielraum für Fondskäufe, die weiteres Aufwärtspotenzial beinhalten." Wetten von Hedge-Fonds-Managern und anderen spekulativ orientierten Anlegern auf einen steigenden Ölpreis haben in der Woche zum elften Januar die Wetten auf einen sinkenden Ölpreis um 8.614 Kontrakte übertroffen. Seit der Woche zum 21. Dezember gibt es einen Überhang bei den Terminkontrakten auf einen steigenden Ölpreis, berichtet die U.S. Commodity Futures Trading Commission.

          Der Rohölpreis zog am Dienstag an der New York Mercantile Exchange auf ein Sieben-Wochen-Hoch von 49,40 Dollar je Barrel an. Kälteres Wetter im amerikanischen Nordosten heizten Erwartungen an, daß die Nachfrage nach Heizöl steigen wird. Auch mögliche Fördersenkungen durch die Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) wirkten preistreibend. Des weiteren rechnet die International Energy Agency damit, daß Öl sich in diesem Jahr weiter verteuert, solange die Nachfrage nicht nachläßt.

          Bei überraschendem Nachfrageschub dürfte der Preis weiter anziehen

          Die IEA, die 26 Länder bei ihrer Ölpolitik berät, setzte ihre Schätzung, wie viel Öl von der OPEC im ersten Quartal benötigt wird, um 500.000 Barrel je Tag auf 28,6 Millionen Barrel herauf. "Die Frage ist: Wird es wie im vergangenen Jahr erneut einen Nachfrageschub geben, der für uns alle überraschend kommt, nur für die Hedge Fonds nicht?" sagte Robert Skinner, Direktor an dem britischen Oxford Institute for Energy Studies. "Die OPEC muß die Entwicklung des Wetters verfolgen und welche Signale von Hedge Fonds kommen, denn sie haben richtig gelegen."

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