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Rohstoffe : Stark schwankender Kaffeepreis nahe am Dreijahreshoch

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Kaffee kostet im Supermarkt zwar noch immer erheblich weniger als vor 15 Jahren - doch in jüngster Zeit befindet sich der Preis für diesen Rohstoff an den Warenterminmärkten auf dem Weg nach oben. Am Donnerstag hat der sogenannte Spot-Preis am New York Board of Trade die Marke von 86,25 Cent je Pfund erreicht. Das sind 3,2 Prozent mehr als am Vortag für dieselbe Menge bezahlt wurde. Mithin liegt der Preis für Kaffee rund 32 Prozent über dem Niveau vom Dezember 2003 und ein Drittel über dem Durchschnitt des vergangenen Jahres.

          Der Grund für den aktuellen Anstieg ist in der Witterung in Südamerika zu suchen. Brasilien als der wichtigste Kaffeeproduzent der Welt leidet seit mehr als zwei Monaten unter einem Mangel an Regen. Dies droht die Ernte deutlich beeinträchtigen. Und ein knapperes Angebot führt gemeinhin zu höheren Preisen. So auch diesmal.

          Deutsches Handelshaus rechnet mit deutlich sinkender Ernte

          Der Preis für Kaffeebohnen ist in New York auf das höchste Niveau seit drei Monaten gestiegen. Der Grund dafür ist das anhaltend trockene Wetter in Brasilien. Dadurch wird die Kaffeeproduktion des Landes von 40,95 Millionen in diesem Jahr auf 34 Millionen Sack im nächsten Jahr fallen, erklärte der deutsche Kaffeehändler Neumann Kaffee Gruppe nach einem Besuch in der Region vor zwei Wochen. Der Kaffeepreis (Spot-Preis) kletterte an der New Yorker Terminbörse um 3,2 Prozent auf 86,25 Cent je Pfund.

          Mit Kaffee lässt sich ein Geschäft machen
          Mit Kaffee lässt sich ein Geschäft machen : Bild: dpa

          Damit ist Kaffee nur um knapp 0,3 Prozent günstiger als beim Dreijahreshoch Ende Juni. Seinerzeit kostete das Pfund 86,5 Cent. Der Grund: Spekulationen über Ernteschäden infolge einer vergleichsweise harten Wintersaison auf der südlichen Hemisphäre, die derzeit das aufziehende Frühjahr erlebt.

          Und auf Sicht dürfte sich der Kaffeepreis nicht entspannen. Denn in Wettervorhersagen wird mit einer anhaltenden Trockenperiode berichtet. Mindestens für eine Woche werde der Regen unterdurchschnittlich bleiben, meint etwa Meteorlogix LLC in Massachusetts. Das deutsche Handelshaus Neumann Kaffee-Gruppe rechnet laut Bloomberg News mit einer um 17 Prozent fallenden Kaffeebohnen-Ernte im nächsten Jahr, da schon die vergangenen Jahre in den kaffeeproduzierenden Ländern recht trocken gewesen seien und die Büsche ernsthaft geschädigt hätten. Vor diesem Hintergrund sind Rohstoffonds von ihrer Position abgerückt, der Kaffeepreis werde auf Sicht fallen. Auch dieser Sinneswandel treibt den Preis nach Einschätzung von Bloomberg.

          Kaffee-Zertifikat von ABN Amro seit Februar erhältlich

          Wer angesichts dessen geneigt ist, auf Kaffee zu wetten, kann zu einem seit Februar dieses Jahres gehandelten Endlos-Zertifikat von ABN Amro greifen. Das Zertifikat bezieht sich auf die jeweiligen Terminkontrakte, die in der Regel und bei Kaffee drei Monate laufen und in das zeitlich nachfolgende Papier übergehen. Das Papier wird an den Börsen von Frankfurt und Stuttgart sowie bei der Bank selbst gehandelt.

          Derzeit hat der Kaffeepreis nicht nur einen Lauf, sondern im Kursbild des Kaffee Open End Zertifikats von ABN Amro auch ein charttechnisches Kaufsignal gesetzt, da der Titel gerade den seit dem Junihoch aufgebauten Abwärtstrend überwunden hat. Die derzeitigen Erwartungen von Marktteilnehmern lassen auf einen festen Kaffeepreis schließen. Allerdings ist dieser von starken Schwankungen geprägt. Zum Vergleich: Anfang 1997 kostete dieselbe Menge kurzzeitig mehr als 260 Cent, Ende 2001 weniger als 50. Da empiehlt es sich, den Preis regelmäßig im Auge zu behalten, um nicht auf die Nase zu fallen.

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